Ärzte haben mehr Zeit für privat Versicherte

 - 

(verpd) Mit der ärztlichen Versorgung sind die meisten Menschen in Deutschland zufrieden, gleich ob sie in der Stadt oder im ländlichen Raum leben. Dies gilt für die Anzahl und Erreichbarkeit von Hausärzten und Allgemeinmedizinern wie auch – etwas abgeschwächt – für Fachärzte, so eine neue Umfrage. In einer weiteren Untersuchung zur Behandlung von gesetzlich und privat Krankenversicherten wird festgehalten, dass sich Ärzte intensiver um privat Krankenversicherte kümmern, die zudem noch geringere Wartezeiten haben als die gesetzlich Krankenversicherten.

Das Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, Dr. Brigitte Mohn, und der Vorstandsvorsitzende der gesetzlichen Krankenkasse Barmer GEK, Dr. Christoph Straub, stellten jüngst den „Gesundheitsmonitor 2012“ vor, der sich unter anderem mit der Zufriedenheit der Patienten mit der ärztlichen Versorgung befasst. Hierzu hat das Meinungsforschungs-Institut TNS Infratest 1.500 Bürger befragt, wobei nach Bewohnern in Städten, in einem verdichteten Umland und in ländlichen Räumen unterschieden wurde.

Bei den Hausärzten seien über 90 Prozent der Menschen mit Anzahl und Erreichbarkeit zumindest zufrieden, sehr zufrieden oder vollkommen zufrieden, sagte Mohn. Nur zwei Prozent äußerten sich unzufrieden. Auch die Versorgung mit Fachärzten wird von der überwiegenden Mehrheit als gut angesehen. Unzufrieden äußerten sich nur fünf Prozent der Befragten. Im ländlichen Raum waren es sechs Prozent. Allerdings waren hier auch die Zufriedenheitswerte geringer. Vollkommen zufrieden waren nur 19 Prozent und sehr zufrieden 17 Prozent. 45 Prozent äußerten sich zufrieden.

Insgesamt längere Wartezeiten

Im Gesundheitsmonitor sind insgesamt zwölf Beiträge zu verschiedenen Themen enthalten, darunter auch eine Untersuchung des Arzt-Patienten-Verhältnisses in der ambulanten Versorgung mit Blick auf gesetzlich Krankenversicherte (GKV) und privat Krankenversicherte (PKV).

Auf eine Wartezeit beim Hausarzt von weniger als 15 Minuten kommen 33 Prozent der PKV-Versicherten und nur 21 Prozent der GKV-Versicherten, wobei 4.685 Patienten befragt wurden.

„Dies stützt die Vermutung, dass der Versichertenstatus die ausschlaggebende Rolle in der Wartezeit spielt und nicht der Gesundheitszustand“, stellen die drei Autoren fest. Insgesamt hätten sich aber für beide Gruppen die Wartezeiten in den Arztpraxen erhöht. So würden 49 Prozent aller Befragten länger als 20 Minuten im Wartezimmer verbringen.

PKV-Patienten sind mit ihrem Hausarzt zufriedener

Wenn es um die Bewertung des Hausarztes geht, zeigt sich sowohl bei den GKV- als auch bei den PKV-Versicherten eine hohe Zufriedenheit. Weniger zufrieden oder unzufrieden sind nur vier Prozent der GKV-Versicherten und lediglich ein Prozent der Privatversicherten. Und einen Arztwechsel wegen Unzufriedenheit haben bislang nur 23 Prozent der GKV-Versicherten und 19 Prozent der PKV-Versicherten schon einmal vorgenommen.

Die Autoren halten auch fest, dass sich der Arzt für den privat versicherten Patienten mehr Zeit nimmt, während GKV-Versicherte häufig ein kurzes Behandlungsgespräch erleben würden, wobei auch teilweise nur unzureichend auf die Belange des Patienten eingegangen werde. „Verglichen mit den PKV-Versicherten berichten die GKV-Versicherten durchweg über ein schlechteres und zeitlich limitiertes Eingehen des Arztes auf ihre Belange.“

Übrigens: Wer als GKV-Versicherte auch die Leistungen und letztendlich den Komfort eines PKV-Versicherten erhalten möchte, kann dafür eine private Krankenzusatz-Versicherung abschließen. Diese werden für den stationären und den ambulanten Bereich sowie für Behandlungen beim Zahnarzt angeboten.

Weitere News zum Thema

  • Wann die Krankenkasse eine Brille bezuschusst

    [] (verpd) Bisher beteiligen sich die gesetzlichen Krankenkassen an den Kosten für eine notwendige Brille nur in wenigen Fällen. Durch ein neues Gesetz, das voraussichtlich im März in Kraft tritt, werden die Ausnahmeregelungen zwar erweitert. Allerdings wird die Mehrheit derjenigen, die eine Brille benötigen, auch künftig die Kosten für eine notwendige Sehhilfe weiterhin selbst tragen müssen. mehr

  • Schmerzpatient darf Cannabis für sich selbst anbauen

    [] Cannabis kann ein wirksames Mittel gegen Schmerzen sein. Das Bundesverwaltungsgericht hat deshalb das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte verpflichtet, einem an multipler Sklerose Erkrankten eine Ausnahmegenehmigung für den Eigenanbau von Haschisch zu erteilen. mehr

  • Längere Fehlzeiten je Krankmeldung

    [] (verpd) Nach aktuellen Angaben der DAK-Gesundheit, einer gesetzlichen Krankenkasse, sank bei den Arbeitnehmern der durchschnittliche Krankenstand von 4,1 Prozent in 2015 auf 3,9 Prozent in 2016. Erhöht hat sich dagegen die Fehlzeit je Krankenmeldung. Stark angestiegen ist zudem die Anzahl der Fehltage, die durch psychische Leiden verursacht wurden – in den letzten 20 Jahren hat sie sich mehr als verdreifacht. mehr

  • Onlinehilfe für Arbeitgeber zum Thema Sozialversicherungen

    [] (verpd) Ein neues Informationsportal, aufgebaut vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales, will Firmen, die bereits Mitarbeiter haben oder erstmalig Mitarbeiter einstellen möchten, helfen, grundlegende Fragen zum Melde- und Beitragsrecht in der Sozialversicherung zu beantworten. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.