Ärger beim Krankengeld vermeiden

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(verpd) Arbeitnehmer, die aufgrund einer Krankheit für einige Tage oder Wochen arbeitsunfähig sind, erhalten in der Regel eine Lohnfortzahlung und später Krankengeld. Aber nur, wenn bestimmte Fristen eingehalten werden.

In Deutschland ist es im Entgeltfortzahlungs-Gesetz (EntgFG) gesetzlich geregelt, dass jeder Arbeitnehmer, der aufgrund einer Krankheit nicht arbeiten kann, für längstens sechs Wochen vom Arbeitgeber sein volles Gehalt weiterbezahlt bekommt. Dies gilt jedoch nur, wenn der kranke Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber so schnell wie möglich, am besten gleich zu Arbeitsbeginn an dem Tag, an dem er krankheitsbedingt nicht arbeiten kann, über seine Arbeitsunfähigkeit informiert.

Ist man voraussichtlich länger als drei Tage krank ist, muss gemäß Paragraf 5 EntFG spätestens am vierten Tag der Krankheit eine ärztliche Bestätigung der Arbeitsunfähigkeit (schriftliche Krankschreibung) beim Arbeitgeber vorliegen. Aber: Je nach geltendem Arbeits- oder Tarifvertrag kann auch festgelegt sein, dass die Krankschreibung bereits vorher, beispielsweise ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit, beim Arbeitgeber einzureichen ist.

Was bei einer längerfristigen Arbeitsunfähigkeit zu beachten ist

Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen, zahlt bei gesetzlich Krankenversicherten die Krankenkasse ein sogenanntes Krankengeld. Das Krankengeld ist niedriger als der bisherige Lohn. Gezahlt werden 70 Prozent des Bruttolohns, höchstens jedoch 90 Prozent des Nettoeinkommens. Für die Höhe des Krankengeldes wird zudem maximal das Einkommen bis zur Beitragsbemessungs-Grenze (monatlich 4.125 € in 2015) berücksichtigt. Das Gehalt oberhalb dieser Grenze wird nicht miteinbezogen.

Wenn die Arbeitsunfähigkeit aufgrund der gleichen nicht ausgeheilten Krankheit mehrmals auftritt oder lange anhält, zahlt die Krankenkasse das Krankengeld innerhalb von drei Jahren in der Regel maximal für 78 Wochen ab Beginn der Arbeitsunfähigkeit.

Wichtig: Ist ein Arbeitnehmer voraussichtlich länger krank als in der Krankschreibung des Arztes bestätigt, muss er unbedingt noch während des Zeitraums der Krankschreibung, spätestens am letzten Tag, vom Arzt eine neue Arbeitsunfähigkeits-Bescheinigung ausstellen lassen. Denn der Krankengeldanspruch beginnt immer erst am Tag, nachdem der Arzt die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat.

Wenn die Folgekrankschreibung zu spät ausgestellt wird

Wird eine fortwährende Arbeitsunfähigkeit zu spät bestätigt, kann der Anspruch auf Krankengeld aufgrund der zeitlichen Lücke (Anspruchslücke) erlöschen. Beispiel: Wer also bis Dienstag krankgeschrieben war und erst am Mittwoch wieder zum Arzt geht und erst ab diesem Tag eine Krankmeldung vorlegt, erhält unter Umständen kein Krankengeld mehr. Der kranke Arbeitnehmer hätte sich spätestens am Dienstag vom Arzt eine Krankenbescheinigung ausstellen lassen müssen, um dies zu verhindern.

Übrigens: Das Wochenende zählt bei der Berechnung mit. Gilt die Krankschreibung bis Freitag, muss der Arzt spätestens auch am Freitag und nicht erst am darauffolgenden Montag eine fortdauernde Arbeitsunfähigkeit bescheinigen. Generell gilt, dass eine nachdatierte Krankschreibung durch den Arzt, um eine Anspruchslücke zu vermeiden, nicht gültig ist. Um formale Fehlern so gut wie möglich zu vermeiden, die eine Anspruchslücke verursachen, hat die Bundesregierung das sogenannte Versorgungsstärkungs-Gesetz auf den Weg gebracht.

Das Gesetz wird jedoch voraussichtlich erst im Sommer in Kraft treten. Zwar muss nach dem geplanten Gesetz auch eine lückenlose Krankschreibung vorliegen, damit der Krankengeldanspruch nicht verfällt, doch es würde dann ausreichen, wenn die Folgebescheinigung am ersten Werktag nach der bisherigen Krankschreibung ausgeschrieben wird. Eine Überlappung der Krankschreibung um mindestens einen Tag, wie sie derzeit noch vorgeschrieben ist, wäre somit nicht mehr notwendig.

Absicherungslücken schließen

Gut verdienende Angestellte oder Selbstständige, die gesetzlich krankenversichert sind, müssen entsprechend den gesetzlichen Vorgaben bei einer längeren Arbeitsunfähigkeit mit hohen finanziellen Einbußen im Vergleich zum bisherigen Einkommen rechnen. Dieses Risiko lässt sich jedoch durch eine private Krankentagegeld-Versicherung, mit der sich eine solche Einkommenslücke schließen lässt, absichern.

Auch Selbstständige, die nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert sind, und somit keinen Anspruch auf Krankengeld einer Krankenkasse haben, können diese Absicherungslücke ebenfalls durch eine private Krankentagegeld-Versicherung schließen.

Weitere Informationen und Antworten auf Fragen rund um das Krankengeld für gesetzlich Krankenversicherte gibt es bei der jeweiligen Krankenkasse sowie online oder telefonisch (Telefonnummer 0800 0117722) bei der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland.

Wie Sie Ihren Krankenversicherer wechseln können, lesen Sie in unserem Ratgeber Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung .

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