Was häufig zu einer Berufsunfähigkeit führt

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(verpd) Mehr als 15 Millionen Erwerbstätige haben nicht zuletzt wegen der fehlenden gesetzlichen Absicherung eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung.

Ein Unternehmen für Analysen und Datenerhebungen hat ermittelt, wie viele Personen, die eine solche Police abgeschlossen haben, entsprechende Versicherungsleistungen erhielten und was die häufigsten Gründe für eine auftretende Berufsunfähigkeit waren. Nach der Untersuchung sind psychische Leiden und Nervenerkrankungen die häufigsten Ursachen, warum es zu einer Berufsunfähigkeit kommt. Im Vergleich zu 2008 haben diese deutlich zugenommen.

Nach Angaben des Analysehauses Morgen & Morgen GmbH (M&M) haben rund 15,3 Millionen Personen hierzulande eine private Berufsunfähigkeits-Versicherung abgeschlossen. Die Gründe, die für eine solche private Absicherung sprechen, sind offensichtlich: Arbeitnehmer, die zwar grundsätzlich erwerbsfähig sind, aber aufgrund eines psychischen oder physischen Leidens ihren bisherigen Beruf nicht mehr ausüben können, haben nämlich keinen Anspruch auf eine entsprechende Rente aus der gesetzlichen Unfallversicherung.

Betroffene, die nach dem 1.1.1961 geboren sind, haben seit 2001 auch bei der gesetzlichen Rentenversicherung keinen Anspruch mehr auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente. Nur wer keiner oder maximal bis zu sechs Stunden täglich irgendeiner anderen Erwerbstätigkeit – auch wenn diese schlechter bezahlt ist als die bisherige – nachgehen kann, hat einen Anspruch auf eine sogenannte Erwerbsminderungsrente der gesetzlichen Rentenversicherung; vorausgesetzt, die versicherungs-rechtlichen Voraussetzungen sind erfüllt.

Nervenleiden sind der häufigste Grund

Morgen & Morgen hat die Ursachen, die zu einer Berufsunfähigkeit führen und für die deswegen Leistungen aus einer privaten Berufsunfähigkeits-Police gezahlt werden, näher untersucht. Nach Angabe des Analysehauses gab es 2014 mit fast 46.000 anerkannten Leistungsfällen einen neuen Höchststand.

Eine Aufschlüsselung des Analysehauses der Leistungsfälle nach Altersgruppen zeigt eine starke Konzentration der Leistungsfälle bei den Versicherten im höheren Alter. So kommt es in der Altersgruppe unter 30 Jahren bei 0,3 Prozent der Policen zu einem Leistungsfall, während es bei den über 50-Jährigen bereits fast fünf Prozent sind. Insgesamt entfällt in etwa die Hälfte der Leistungsfälle auf Versicherte jenseits des 50. Lebensjahres.

Wie im Vorjahr sind Nervenerkrankungen, worunter auch psychische Erkrankungen wie Burn-out oder Depressionen zählen, die häufigste Ursache für eine Berufsunfähigkeit. Der Anteil liegt bei fast einem Drittel. Ein gutes Fünftel aller Berufsunfähigkeitsfälle entfällt auf Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats und rund ein Siebtel auf Krebs und andere bösartige Geschwülste. Unfälle sind in jedem zehnten Leistungsfall Grund für die festgestellte Berufsunfähigkeit, Herz-Kreislauf-Erkrankungen in etwa jedem 13. Fall. Sonstige Erkrankungen machen das verbleibende Siebtel aus.

Auffällige Entwicklung

Betrachtet man die Entwicklung der Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, zeigen sich einige auffällige Entwicklungen. So ist eine fast kontinuierliche Zunahme bei den Nerven- und psychischen Erkrankungen festzustellen, deren Anteil von knapp einem Viertel im Jahr 2008 auf aktuell fast ein Drittel angestiegen ist.

Im Gegensatz dazu rangieren Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates, die 2008 noch die häufigste Ursache darstellten, nur noch auf dem zweiten Platz. Im Vergleich zu 2008 verkleinerte sich dieser Anteil um rund 2,5 Prozentpunkte, war zuletzt aber wieder leicht ansteigend.

Deutlich rückläufig war der Anteil der Erkrankungen des Herzens und des Gefäßsystems bei den Ursachen für eine Berufsunfähigkeit, der zwischen 2008 und 2014 um rund drei Prozentpunkte abgenommen hat. Auch der Anteil der Unfälle ist tendenziell rückläufig. Bei den sonstigen Erkrankungen sowie Krebs und anderen bösartigen Geschwülsten gab es nur leichte Schwankungen.

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