Sicherheitsnetz für den Fall einer Erwerbsminderung

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(verpd) Über 1,7 Millionen Personen erhalten hierzulande eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, weil sie aufgrund einer dauerhaften körperlichen oder geistigen Schädigung eine Erwerbstätigkeit nur noch teilweise oder überhaupt nicht mehr ausüben können. Doch die gesetzliche Absicherung deckt solche Einkommensausfälle, wenn überhaupt, nur zum Teil ab. Finanzielle Sicherheit bieten jedoch private Vorsorgelösungen, die derartige Einkommensverluste ausgleichen können.

Alleine 2014 hatten 1,75 Millionen Bürger aufgrund krankheits- oder unfallbedingter gesundheitlicher Einschränkungen, die zu einer Erwerbsminderung führten, einen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Pro Jahr erhalten rund 170.000 Personen erstmalig eine solche Rente. Bei den meisten, nämlich bei 43,1 Prozent der Betroffenen, die 2014 erstmalig eine Erwerbsminderungsrente erhielten, waren psychische Störungen der Grund für die Erwerbsminderung.

Weitere Hauptursachen für eine Erwerbsminderung waren mit 12,9 Prozent Skelett- oder Muskelerkrankungen, mit 12,4 Prozent bösartige Neubildungen wie Krebs, mit 9,5 Prozent Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mit 3,6 Prozent Stoffwechselleiden. Dies geht aus einer aktuellen Statistik der Deutschen Rentenversicherung (DRV) hervor. Allerdings müssen Betroffene trotz der gesetzlichen Leistungen mit hohen Einkommensverlusten rechnen, denn die gesetzliche Rentenversicherung deckt, wenn überhaupt, nur einen Teil der erwerbsminderungs-bedingten Einkommensausfälle ab.

Gesetzlicher Schutz mit Lücken

Denn zum einen gibt es eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente nur, wenn der Betroffene die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt. Dazu muss er beispielsweise vor Eintritt der Erwerbsminderung wenigstens fünf Jahre in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert gewesen sein und davon mindestens für drei Jahre Pflichtversicherungs-Beiträge entrichtet haben. Ausnahmen hiervon gibt es für Auszubildende oder auch für Betroffene, deren Erwerbsminderung die Folge eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist.

Die meisten Selbstständigen, Hausfrauen und -männer sowie Kinder haben bis auf wenige Ausnahmen in der Regel keinen Anspruch auf eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Wie hoch die Erwerbsminderungsrente ist, hängt nicht nur vom bisherigen Einkommen, sondern auch vom Umfang der Erwerbsminderung ab. Eine gesetzliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhalten diejenigen, die aufgrund eines Leidens dauerhaft mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden, und eine volle Erwerbsminderungsrente, wer weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann.

Faktisch keine gesetzliche Absicherung bei einer Berufsunfähigkeit

2014 betrug die durchschnittliche Rente bei einer teilweisen Erwerbsminderung monatlich 483 € und bei einer vollen Erwerbsminderung 735 €. Übrigens: Wer jünger als 55 ist und „nur“ den bisher erlernten oder ausgeübten Beruf aufgrund seiner Erwerbsminderung nicht oder nur eingeschränkt ausüben kann, jedoch in einer anderen Erwerbstätigkeit länger als sechs Stunden am Tag einsetzbar wäre, hat keine Rentenansprüche.

Der Grund: Seit 2001 gibt es für alle, die nach dem 1.1.1961 geboren sind, im Falle einer reinen Berufsunfähigkeit – also wenn sie ihrem erlernten oder zuletzt ausgeübten Beruf nicht oder nur eingeschränkt nachgehen können – keine gesetzliche Berufsunfähigkeitsrente mehr. Weitere Informationen zur gesetzlichen Erwerbsminderungsrente bietet die kostenlos herunterladbare Broschüre des DRV „Erwerbsminderungsrente“.

Finanzielle Absicherung für den Fall der Fälle

Es gibt jedoch private Versicherungslösungen, die einen finanziellen Schutz gegen Einkommensausfälle aufgrund einer Erwerbs- oder auch einer Berufsminderung bieten. Zu nennen sind hier die private Berufs- und/oder Erwerbsunfähigkeits-Versicherung.

Wer bereits in jungen Jahren eine solche Lösung abschließt, zahlt in der Regel niedrigere Prämien als im Alter. Zudem ist für Jüngere das Risiko, an Krankheiten oder Unfallfolgen zu leiden, die den Versicherungsabschluss teurer oder gar unmöglich machen, gering.

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