Lückenhafte Absicherung im Falle einer Erwerbsunfähigkeit

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(verpd) Die Mehrheit der Bürger rechnet damit, dass im Falle einer eintretenden Erwerbsunfähigkeit ihre dann zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel nur für wenige Jahre reichen, um die Lebenshaltungskosten abzudecken. Nur jeder Dritte rechnet damit, seinen bisherigen Lebensstandard dauerhaft halten zu können.

Dies geht aus einer aktuellen Studie hervor. Dabei wäre auch eine lebenslange finanzielle Absicherung möglich.

Für den Fall, durch Krankheit oder Unfall erwerbsunfähig zu werden, gehen die Bürger hierzulande davon aus, mit Rücklagen in Form von Ersparnissen, Anlagen, Rentenansprüchen und Versicherungspolicen ihre Lebenshaltungskosten für 6,8 Jahre abdecken zu können.

Dies zeigt eine aktuelle Umfrage zum Thema Erwerbsunfähigkeit eines Versicherers, für die jeweils 1.000 Menschen im Alter von 18 bis 70 Jahren in Deutschland, Großbritannien, Irland, Italien, der Schweiz und Spanien online befragt wurden.

Unterschätztes Risiko, erwerbsunfähig zu werden

Laut Studie glauben irrtümlicherweise zwei von drei Deutschen, dass sich das Risiko der Bevölkerung, erwerbsunfähig zu werden, auf weniger als 20 Prozent beläuft. Ihr persönliches Risiko schätzen 40 Prozent auf weniger als zehn Prozent.

In der Realität scheidet jedoch ein Viertel der deutschen Erwerbstätigen frühzeitig aus dem Berufsleben aus.

Bei der Einschätzung der besonders gefährdeten Altersgruppen lagen die deutschen Teilnehmer der Studie zufolge richtig: Sie nehmen an, dass die Altersgruppe der 45- bis 54-Jährigen, gefolgt von den 55- bis 64-Jährigen, am stärksten durch Erwerbsunfähigkeit gefährdet ist.

Weniger Einkommen

Länderübergreifend gehen die Befragten von einem Vorsorgepolster von durchschnittlich 4,6 Jahren aus. Diejenigen Befragten aus Deutschland, die über Möglichkeiten zur Einkommensabsicherung informiert sind, rechnen damit, ihre Lebenshaltungskosten sogar über einen Zeitraum von 8,3 Jahren gesichert zu haben.

Der Umfrage zufolge sind die Bundesbürger zuversichtlich, dass sie kurzfristige Einkommenseinbußen tragen können. Allerdings ist nur ein Drittel der Ansicht, den derzeitigen Lebensstandard im Falle einer Erwerbsunfähigkeit halten zu können.

Sieben von zehn Deutschen rechnen im Fall von Erwerbsunfähigkeit mit weniger als 75 Prozent ihres bisherigen Einkommens. Jeder Zweite geht davon aus, mindestens das derzeitige Einkommen für „den bisherigen oder zumindest einen angemessenen Lebensstandard“ zu benötigen. Tatsächlich erhalten nach 1961 geborene Arbeitnehmer jedoch nur noch rund 40 Prozent ihres letzten Bruttoeinkommens im Falle einer Erwerbsunfähigkeit.

Kein ausreichender gesetzlicher Schutz

Grundsätzlich reicht laut Experten die gesetzliche Absicherung bei einer gesundheitlich bedingten Frühverrentung in der Regel nicht aus, um den bisherigen Lebensstandard zu halten. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist nämlich um einiges niedriger, als das bisherige Einkommen. Zudem hat nur derjenige Anspruch auf eine derartige Rente, der als gesetzlich Rentenversicherter bestimmte versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt.

Eine gesetzliche Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung erhält nur, wer aufgrund eines Leidens dauerhaft mindestens drei, aber weniger als sechs Stunden, und eine volle Erwerbsminderungsrente nur, wer weniger als drei Stunden am Tag erwerbstätig sein kann. 2014 betrug die durchschnittliche Rente bei einer teilweisen Erwerbsminderung monatlich 483 € und bei einer vollen Erwerbsminderung 735 €. Anders als bei einer Berufsunfähigkeits-Absicherung spielt bei der Erwerbsminderungsrente die Art der bisherigen und der noch möglichen Erwerbstätigkeit keine Rolle.

Seit 2001 gibt es zudem für alle, die nach dem 1.1.1961 geboren wurden, im Falle einer Berufsunfähigkeit keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr. Wie die Fakten zeigen, bietet die gesetzliche Absicherung keinen oder keinen ausreichenden finanziellen Schutz im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit.

Weitere geldwerte Tipps lesen Sie in unserem Dossier Berufsunfähigkeitsversicherung: Warum Sie wirklich wichtig ist .

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