Als Geisterradler unterwegs

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(verpd) Einen Fahrradfahrer, der einen Radweg in falscher Fahrtrichtung nutzt, trifft bei einem Unfall selbst dann ein Mitverschulden, wenn ihm die Vorfahrt genommen wird. Das geht aus einem aktuellen Urteil des Oberlandesgerichts Hamm hervor (Az. 26 U 60/13).

Eine 59-jährige Radfahrerin hatte einen innerörtlichen Radweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung genutzt. Als ein Jugendlicher mit seinem Fahrrad aus einem verkehrsberuhigten Bereich nach rechts in richtiger Fahrtrichtung auf den Radweg einbiegen wollte, kam es im Einmündungsbereich beider Wege zu einer Kollision mit dem Velo der Dame.

Während der Junge nur geringe Blessuren davontrug, zog sich die Frau erhebliche Beinverletzungen zu. Mit dem Argument, dass ihr der Jugendliche die Vorfahrt genommen habe und er daher allein für den Unfall verantwortlich sei, verklagte sie ihn auf Zahlung auf Schadenersatz und Schmerzensgeld. Doch damit hatte sie nur zum Teil Erfolg. Denn nach Ansicht des Hammer Oberlandesgerichts hat die Klägerin den Unfall zu einem nicht unerheblichen Teil mitverschuldet.

Bewusster Verkehrsverstoß

Dem beklagten Jugendlichen ist zwar vorzuwerfen, gegen Paragraf 10 der StVO (Straßenverkehrsordnung) verstoßen zu haben. Danach habe derjenige, der aus einem verkehrsberuhigten Bereich auf eine Fahrbahn, zu der auch ein Radweg gehört, einfährt, sich so zu verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist.

Andererseits trifft die Klägerin ein Mitverschulden. Denn sie hat ihrerseits bewusst gegen Paragraf 2 Absatz 4 StVO verstoßen, indem sie den Radweg entgegen der Fahrtrichtung benutzt hat. Sie durfte nach Meinung der Richter daher nicht darauf vertrauen, dass ihr grundsätzliches Vorfahrtsrecht beachtet wird, zumal die Unfallstelle wegen Bewuchses schlecht für den Beklagten einsehbar war.

„Deswegen habe sie eine Fahrweise wählen müssen, bei der sie einem für sie von links kommenden Fahrzeug hätte ausweichen können“, so das Gericht. Die Vorfahrtsverletzung des Beklagten wiegt nach Meinung der Richter zwar höher als der Verkehrsverstoß der Klägerin. Ihren Mitverschuldensanteil bewertete das Gericht gleichwohl mit einer Quote von einem Drittel.

Wenn man teilweise selbst für seinen Schaden aufkommen muss

Wie der Gerichtsfall zeigt, muss man unter Umständen nach einem Unfall seinen Schaden ganz oder teilweise aus der eigenen Tasche zahlen. Um dadurch nicht auch noch in finanzielle Schwierigkeiten zu kommen, ist eine private Vorsorge wichtig. Denn in der Regel reichen die gesetzlichen Absicherungen durch die Sozialversicherungen nicht aus, um beispielsweise mögliche Einkommenseinbußen, verursacht durch eine lange Krankheitsdauer oder eine eintretende Berufsunfähigkeit nach einer schlimmen Unfallverletzung, auszugleichen.

Führt zum Beispiel ein Unfall, aber auch eine Krankheit, dazu, dass der Beruf auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann, lassen sich die dadurch verursachten Einkommenseinbußen durch eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ausgleichen. Mit einer privaten Krankentagegeld-Versicherung lassen sich mögliche Lücken zwischen einem eventuell zustehenden gesetzlichen Krankengeld und dem bisherigen Einkommen bei unfall-, aber auch sonstiger krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit schließen.

Sollten aufgrund einer bleibenden Behinderung Umbaumaßnahmen an der Wohnung notwendig werden, kann dies zum Beispiel mit einer in der privaten Unfallversicherung vereinbarten Invaliditätssumme finanziert werden. Ein Versicherungsexperte berät, wie eine bedarfsgerechte Absicherung erreicht wird.

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