Rolling Discount-Zertifikate: Von steigender Volatilität profitieren

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Ist die Angst an den Börsen groß, schlägt die Stunde der Discount-Zertifikate.

Dass Discount-Zertifikate nach den jüngsten Börsenturbulenzen jetzt attraktiver geworden sind, liegt an der Schwankungsbreite (Volatilität) der Kurse. Schlechte Nachrichten lassen die Unsicherheit an den Börsen oft sprunghaft ansteigen. Untersuchungen zeigen, dass die Volatilität gerade bei sinkenden Börsen hoch ausfällt. Die Volatilität ist damit ein Maß für das Risiko einer Anlage: Ist der Markt unsicher, geht das mit hohen Volatilitäten einher.

Im Oktober war es wieder einmal so weit: Taumelnde Aktienkurse, ängstliche Investoren und sprunghaft steigende Risikoaufschläge für Staatsanleihen der Euro-Krisenländer: An den Finanzmärkten herrschten teilweise Zustände, die beinahe schon an den Sommer 2012 erinnern, den bisher letzten Höhepunkt der Eurokrise. Eindeutig ist das Krisensignal Kapitalflucht. Die aktuellen EZB-Zahlen zeigen, dass im September 2014 unter dem Strich 17 Mrd. Euro die Währungsunion verlassen haben. Schon im August war der Euro-Zonen-Kapitalsaldo erstmals nach langer Zeit negativ ausgefallen. Der September zeigt jedoch nicht nur den zweiten Monat in Folge mit Milliardenabflüssen, sondern auch den größten Schwund seit Februar 2012.

Schon seit Monaten lastete ein ganzes Bündel von Risiken auf den Finanzmärkten: die geopolitischen Krisen in der Ukraine sowie im Irak und Syrien, das schwache Wachstum, die Angst vor einer Deflation in der Eurozone und die wirtschaftliche Abkühlung in China. Lange hatten die Investoren an den Finanzmärkten diese Krisenherde ignoriert. Am Aktienmarkt ging es immer weiter nach oben. Gleichzeitig sanken in Europa die Risikoaufschläge für Staatsanleihen – irgendwo mussten die Anleger ja das viele Geld investieren, das die Notenbanken seit Jahren in die Märkte pumpen. Auch wenn sich die Lage inzwischen wieder etwas beruhigt hat: Eine erneute Talfahrt der Kurse ist angesichts der instabilen Lage jederzeit möglich.

Der Gradmesser für die Nervosität deutscher Aktien ist der VDax-New. Der von der Deutschen Börse berechnete Index misst die zukünftig zu erwartende Volatilität von am Geld befindlichen DAX-Optionen mit einer Laufzeit von 30 Tagen. Am Geld bedeutet: Der Basispreis der Option liegt auf Augenhöhe mit dem aktuellen Aktien- oder Indexkurs.

So funktionieren klassische Discount-Zertifikate

Discount-Zertifikate liegen mit ihrem Chance-Risiko-Profil zwischen Anleihe und Aktie. Mit Discount-Zertifikaten können Sie einen Basiswert (z.B. Aktien und Aktienindizes) mit einem Rabatt auf den aktuellen Kurswert kaufen. Der Rabatt kann je nach Basiswert, Emittent und Laufzeit der Zertifikate beträchtlich sein: 30 % Abschlag vom aktuellen Kurswert und mehr sind keine Seltenheit. In unsicheren Zeiten wie aktuell mit hoher Volatilität fällt dieser Rabatt größer aus als in ruhigen Börsenzeiten. Der Abschlag wirkt außerdem wie ein Sicherheitspuffer gegenüber Kursrückschlägen und bietet Ihnen selbst bei stagnierenden oder leicht nachgebenden Kursen der entsprechenden Aktien oder Indizes Gewinnchancen.

Die höchsten Rabatte erzielen Discount-Zertifikate mit extrem kurzer Restlaufzeit. Sinnvoll wäre es somit, die Papiere stets kurz vor dem Verfall zu erwerben und sich dann den entsprechenden Geldbetrag oder die zugrunde liegenden Wertpapiere gutschreiben zu lassen. Der ins Depot gebuchte Basiswert müsste umgehend wieder verkauft und der frei werdende Betrag erneut in ein Discount-Zertifikat mit kurzer Restlaufzeit investiert werden. Aufgrund des hohen Aufwands und der entstehenden Transaktionskosten ist diese Vorgehensweise in der Praxis jedoch eher nicht empfehlenswert.

Mit Rolling Discounts monatlich in neue Papiere investieren

An dieser Stelle greift das Konzept der Rolling Discount-Zertifikate. Bei diesen Papieren investiert der Emittent im Monatsrhythmus in aktuelle Discount-Zertifikate mit einer Restlaufzeit von jeweils einem Monat. Dadurch profitiert der Käufer dieser Zertifikate von dem relativ hohen Rabatt kurz laufender Discount-Zertifikate, ohne die Kosten für die regelmäßigen Umschichtungen tragen zu müssen. Rolling Discount-Zertifikate besitzen kein Laufzeitende (Open End-Papiere).

Verglichen mit dem Kauf einer Aktie schneiden rollierende Discount-Zertifikate besonders in Jahren mit stagnierenden Börsen gut ab. Denn in diesem Umfeld kann Monat für Monat die Prämie vereinnahmt werden, während Aktien über das Gesamtjahr betrachtet nicht von der Stelle kommen. Aber auch bei moderat steigendem Basiswert können die Zertifikate überzeugen. Nur in Zeiten stark steigender Börsenkurse fallen sie deutlich hinter den Markt zurück. Angesichts der aktuellen Situation sind stark steigende Kurse in den nächsten Monaten aber eher unwahrscheinlich.

Ein Manko der Papiere: Erfolgt das Rollover in ein neues Zertifikat unmittelbar nach einem starken Markteinbruch, macht das Zertifikat eine anschließend eventuell eintretende Gegenbewegung nur in sehr geringem Umfang mit. Denn die Wertentwicklung bei Discount-Zertifikaten ist bekanntlich nach oben durch den Cap (Gewinngrenze) begrenzt. Deshalb sind kurzfristig auch einmal höhere Verluste möglich.

Zu Ihrer Sicherheit sollten Sie in Rolling Discount-Zertifikate nur Gelder investieren, die Sie nicht zu einem bestimmten Stichtag wieder benötigen. Denn nur so können Sie den Zertifikaten genügend Zeit geben, sich kursmäßig von einem kräftigen Rückschlag wieder zu erholen.

Für jeden Geschmack das richtige Rolling Discount-Zertifikat

Je nach persönlicher Risikobereitschaft lässt sich das Verlustrisiko mit Rolling Discount-Zertifikaten weiter minimieren. Denn die beiden führenden Emittenten von Rolling Discount-Zertifikaten, die Schweizer Großbank UBS und die Deutsche Bank, haben sowohl sehr offensive als auch sehr defensive Varianten von Discount-Zertifikaten auf den Markt gebracht.

In der aktuellen Situation am sinnvollsten sind Zertifikate, deren Cap am Geld liegt (neutrale Variante). In diesem Fall liegt das Cap beim aktuellen Kurs des Basiswertes und nicht deutlich darunter wie bei den defensiven Varianten oder deutlich darüber wie bei den offensiven Varianten. Die besonders defensiven Varianten lohnen sich erst in Zeiten besonders hoher Volatilitäten.

Die wichtigsten Rolling Discount-Zertifikate im Überblick

Emittent

ISIN

Basiswert

Cap

UBS

DE0001728723

DAX

1 % aus dem Geld (offensiv)

Deutsche Bank

DE0001495414

DAX

5 % im Geld (defensiv)

Deutsche Bank

DE0001495422

DAX

am Geld (neutral)

Deutsche Bank

DE0001495430

DAX

3 % aus dem Geld (offensiv)

UBS

DE0001581759

Euro Stoxx 50

am Geld (neutral)

UBS

DE0001150548

Euro Stoxx 50

5 % im Geld (defensiv)

UBS

DE000A0AB8D9

Euro Stoxx 50

7,5 % im Geld (defensiv)

Einen modifizierten neutralen Ansatz verfolgt auch das Deutschland Rolling Weekly Discount-Zertifikat (CB5NWB) der Commerzbank. Hier wird durch die wöchentlichen Rolltermine der Zeitwertgewinn der extrem kurz laufenden Discount-Zertifikate optimiert. Der Cap (Gewinnbegrenzung) wird dabei jeweils auf 104 % des DAX-Referenzkurses festgelegt, sodass man auf Wochenbasis an möglichen DAX-Kursgewinnen voll partizipieren kann, solange diese nicht mehr als 4 % betragen. Wer lieber auf den europäischen Leitindex EuroStoxx50 setzt, greift zu dem nach dem gleichen Prinzip aufgebauten Rolling Weekly Discount-Zertifikat (WKN: CZ24YZ), ebenfalls von der Commerzbank.

Mehr dazu lesen Sie in unserem Geldtipps-Dossier:
Discount-Zertifikate: Geldanlage mit Rabatt und Sicherheitsnetz.

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