Multi-Memory-Express-Zertifikat auf den EuroStoxx50, Nikkei 225 und S&P 500

 - 

Zahlreiche speziell konstruierte Anlage-Zertifikate besitzen gegenüber einem direkten Aktien- oder Index-Engagement den Vorteil, dass auch bei stagnierenden oder nachgebenden Notierungen des Basiswerts positive Renditen möglich sind. Zu diesen Papieren zählen Memory-Express-Zertifikate, die bei Anlegern angesichts der aktuellen Niedrigzinsen immer beliebter werden.

Die Renditechancen von Multi-Memory-Express-Zertifikaten hängen von der Wertentwicklung mehrerer Basiswerte ab. Das Risiko, dass sich bei einem auf mehreren Basiswerten basierenden Produkt ein Basiswert negativ entwickelt, ist zwar höher als bei einem Investment, das sich wie ein Memory-Zertifikat nur auf einen einzigen Basiswert (Aktie) oder einen einzelnen Index bezieht. Als Ausgleich dafür bieten Multi-Memory-Express-Zertifikate aber höhere Renditechancen.

Ein interessantes Multi-Memory-Express-Zertifikat stammt von der französischen Großbank Société Générale (WKN: SG5L49). Als Basiswert für das Papier dienen gemeinsam der EuroStoxx50, der Nikkei 225 und der S&P 500. Geht die Rechnung auf, kann der Anleger für ein oder mehrere Jahre 5,20 % p.a. Zinsen kassieren.

So funktionieren Memory-Express-Zertifikate

Die Funktionsweise ähnelt der von klassischen Express-Zertifikaten. Zu Beginn – meist am Ende der Zeichnungsfrist – wird der Referenzwert, also der Basispreis, festgelegt. Während der Laufzeit wird dann an den meist jährlichen Stichtagen überprüft, ob der Kurs des Basiswertes auf oder über einer festgelegten Tilgungsschwelle notiert. Meist entspricht diese dem Referenzwert. Ist das der Fall, endet die Laufzeit des Zertifikats und der Anleger bekommt den Nennbetrag plus Zinsen ausbezahlt.

Schwächelt der Basiswert, muss der Anleger bis zum nächsten Stichtag warten, ehe erneut die Chance auf eine Tilgung ansteht. Bei Memory Express-Zertifikaten muss man dennoch nicht leer ausgehen. Denn die Anleger erhalten den Zins auch dann, wenn es zu keiner vorzeitigen Tilgung kommt. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass der Basiswert am Stichtag eine bestimmte Barriere – diese wird ebenfalls zu Beginn der Laufzeit festgelegt – nicht unterschreitet.

Der Memory-Effekt

Es kann natürlich vorkommen, dass sich dieser Puffer als nicht ausreichend erweist. Dann wird kein Zins ausbezahlt. Bei der Memory-Struktur ist aber noch nichts verloren, denn die Zinszahlung kann nachgeholt werden. Dies ist der Fall, wenn an einem späteren Stichtag die Bedingungen für die Zahlung wieder erfüllt werden können. Die Barriere entscheidet damit am Laufzeitende, ob der Anleger wieder den vollen Nennwert samt Kupon(s) erhält.

Geht der Basiswert über der Memory-Barriere durchs Ziel, erzielt der Anleger den entsprechenden Gewinn. Wird die Barriere am Laufzeitende verfehlt, wird entsprechend der Wertentwicklung ausgehend vom Referenzwert getilgt. Anders ausgedrückt: Der Puffer garantiert am Ende also nicht nur eine Rückzahlung zum Nominalwert, sondern auch die Auszahlung sämtliche während der Laufzeit angesammelten Zahlungsansprüche.

Werte für Memory-Barriere, Basispreise und Tilgungsschwellen

Für das bis zum 14.5.2020 laufende Papier wurde für den EuroStoxx50 ein Indexstand von 3190,57 Punkten als Basispreis fixiert. Beim Nikkei-225-Index wurde der Basispreis bei 14457,50 Punkten und beim S&P-500-Index bei 1883,67 Punkten festgeschrieben. Die Memory-Barriere wurde bei einem Wert von 60 % der Basispreise angesiedelt (EuroStoxx50 bei 1914,34 Punkten, Nikkei 225 bei 8674,50 Punkten und S&P 500 bei 1130,21 Punkten). Die Tilgungsschwellen liegen bei 90 % der jeweiligen Basispreise.

Notieren die drei Indizes am ersten Bewertungstag (7.5.2015) auf oder oberhalb der Tilgungsschwellen, wird das Zertifikat vorzeitig zu 100,00 € zuzüglich einer Zinszahlung in Höhe von 5,20 % (5,20 €) zurückbezahlt. Notiert der Index mit der schlechtesten Wertentwicklung zwischen der Memory-Barriere und der Tilgungsschwelle, verlängert sich die Laufzeit des Zertifikats zumindest um ein weiteres Jahr und es wird nur die Zinszahlung in Höhe von 5,20 % ausgeschüttet. Notiert ein Index an einem der im Jahresabstand angesetzten Bewertungstage unterhalb der Memory-Barriere, fällt die Zinszahlung für das vorangegangene Laufzeitjahr vorerst einmal aus.

Allerdings wird der entfallene Zinskupon nachbezahlt, wenn die Indizes an einem der nachfolgenden Bewertungstage wieder oberhalb der Memory-Barrieren notieren. Befinden sich die Indizes am finalen Bewertungstag (7.5.2020) auf oder oberhalb der Memory-Barrieren, wird das Zertifikat zu 100,00 € zuzüglich der anstehenden Zinszahlungen zurückbezahlt. Liegt am Ende der Index mit der schlechtesten Wertentwicklung unterhalb der Memory-Barriere, erfolgt die Rückzahlung des Zertifikats mit der negativen prozentuellen Wertentwicklung dieses Index und ausstehende Zinszahlungen entfallen.

Quelle: "Der GeldBerater", Oktober 2014

Aktuelle Anlage-Empfehlungen finden Sie monatlich im Newsletter "Geldtipps konkret!".

Weitere News zum Thema

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.