Express-Zertifikate: Alternative Anlage im Niedrigzinsumfeld

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Angesichts der niedrigen Zinsen suchen viele Sparer verzweifelt nach Anlagealternativen, die bei überschaubaren Risiken noch akzeptable Renditen bieten. Als eine solche Alternative bieten sich Express-Zertifikate an. Voraussetzung: Der Anleger muss in der Lage sein, unter Umständen mehrere Jahre lang auf die Rückzahlung seiner Investition zu warten.

Die Funktionsweise von Express-Zertifikaten

Express-Zertifikate eignen sich aufgrund ihrer Auszahlungsstruktur und des eingebauten Sicherungsmechanismus für konservative bis risikobewusste Anleger, die seitwärts laufende, leicht fallende oder moderat steigende Kurse beim zugrunde liegenden Basiswert erwarten. Bei Emission eines Express-Papiers wird für den Basiswert zunächst ein Basispreis festgelegt, welcher oft dem Kurs zum Emissionszeitpunkt entspricht. Weiterhin definiert der Emittent für die gesamte Laufzeit, die meist zwischen zwei und fünf Jahren beträgt, mehrere Beobachtungstage, beispielsweise im Abstand von 6 oder 12 Monaten. Notiert der Basiswert am ersten Beobachtungstag über oder auf dem Basispreis, so wird das Produkt vorzeitig fällig; der Anleger erhält dann denn Nennwert zuzüglich einer Bonuszahlung gutgeschrieben.

Sollte der Kurs des Basiswerts an diesem Tag niedriger sein als der festgelegte Basispreis, dann verlängert sich die Laufzeit automatisch bis zum nächsten Beobachtungstag. Dieser Abgleich wiederholt sich an allen Beobachtungstagen. Wenn nun am letzten Stichtag so wie auch den Stichtagen zuvor der Kurs des Basiswerts nicht mindestens dem Basispreis entspricht, wird der Sicherungsmechanismus des Produkts aktiviert. Express-Zertifikate sind meist so ausgestattet, dass bei deren Emission auch eine Sicherheitsschwelle definiert wird, welche bei z.B. 60 % des Basispreises liegt. Wird am letzten Beobachtungstag zwar das Basispreisniveau, nicht aber das Sicherheitsniveau unterschritten, so erhält der Investor den Nominalwert des Produkts zurück (aber keine Bonuszahlung).

Das EuroStoxx50-Vario-Kupon Express-Zertifikat

Ein Beispiel für ein Express-Zertifikat ist das EuroStoxx50-Vario-Kupon Express-Zertifikat (WKN: UBS03V) der Schweizer Großbank UBS. Als Basiswert dient der führende europäische Börsenindex EuroStoxx50. Das Papier besitzt eine Laufzeit bis zum 4.3.2019. Bei der Emission wurden als Startwert beim Zertifikat 3157,31 Indexpunkte festgelegt. Die für die vorzeitige Rückzahlung des Zertifikates relevante Rückzahlungsschwelle beim EuroStoxx50 ist mit dem Startwert identisch. Die Sicherheitsschwelle gegen Kursverluste liegt bei beruhigenden 1294,50 Indexpunkten. Zur Erinnerung: Selbst auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im März 2009 fiel der EuroStoxx50-Index nie unter 1800 Punkte.

Unabhängig von der Indexentwicklung erhalten Anleger an den im Jahresabstand angesiedelten Kuponzahltagen einen Zinsbetrag in Höhe von einem Hundertstel des dann aktuellen Indexstandes beim EuroStoxx50 ausbezahlt. Notiert der EuroStoxx50 am ersten Bewertungstag (24.2.2015) beispielsweise bei 3000 Punkten, dann erhalten Anleger einen Zinskupon in Höhe von 3,00 € pro Zertifikat im Nennbetrag von 100,00 € ausbezahlt. Wird das Zertifikat nicht vorzeitig zurückbezahlt, dann wird diese Vorgangsweise auch nach den bis zum Laufzeitende verbleibenden fünf Beobachtungsperioden wiederholt. Notiert der EuroStoxx50 an einem dieser Beobachtungstage oberhalb des festgelegten Startwertes von 3157,31 Punkten, dann wird das Zertifikat inklusive der anstehenden Kuponzahlung vorzeitig zum Nennwert von 100,00 € zurückgezahlt.

Kommt es bis zum Laufzeitende nicht zu einer vorzeitigen Rückzahlung, erhält der Anleger das Zertifikat zu seinem Nennwert von 100,00 € gutgeschrieben, wenn der EuroStoxx50 während der gesamten Laufzeit niemals die Sicherheitsschwelle bei 1294,00 Punkten berührt oder unterschritten hat. Für den Fall, dass die Sicherheitsschwelle verletzt wird, wird das Zertifikat mit seiner negativen prozentuellen Indexentwicklung im Verhältnis zu seinem Startwert von 3157,30 Punkten getilgt. Das Papier wird an den Börsen in Frankfurt und Stuttgart börsentäglich gehandelt und kostet derzeit rund 100,00 €.

Quelle: "Der GeldBerater", Juni 2014

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