Abwertungswettlauf: Zins-Zertifikate auf Devisen

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Kaum gewinnt der Euro etwas an Stärke, so übertreffen sich die Politiker wieder gegenseitig an Aktionismus. Der französische Staatspräsident Hollande will die Europäische Zentralbank dazu bringen, den Euro abzuwerten, um Europa einen Vorteil auf dem Weltmarkt zu verschaffen. Auch von Mario Monti aus Italien kamen ähnliche Äußerungen. Und der Luxemburger Premierminister Jean-Claude Juncker bezeichnete den Euro-Kurs als gefährlich hoch. Die Politiker fordern, dass die EZB den Höhenflug des Euro bremst. Sei es, indem sie den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik verzögert oder sogar die Zinsen noch weiter senkt.

Der wieder stärkere Euro verschärft das Problem der mangelnden Wettbewerbsfähigkeit für die südeuropäischen Länder. Er macht ihre Exporte ins Ausland teurer, während Importe von Konkurrenten aus Japan und den USA billiger werden. Für die Politik hätte eine Euro-Abwertung den angenehmen Nebeneffekt, dass sie sich mehr Zeit mit Reformen lassen kann – oder die strukturellen Probleme gar nicht angehen muss. Stattdessen schiebt man die Verantwortung auf die Notenbank und unterhöhlt damit ihre Unabhängigkeit, oder das, was noch davon übrig ist.

Unter den wichtigsten Weltwährungen droht ein gegenseitiger Abwertungswettlauf. So hat die neue japanische Regierung den festen Willen, das Land mit einer wahren Geldschwemme aus der Deflationsfalle herauszuholen. Die Bank of Japan soll mit dem Anwerfen der Notenpresse dafür sorgen, dass der Yen billiger wird – ein Segen für die Exportunternehmen des Landes. Mit ihrer lockeren Geldpolitik steht die japanische Notenbank keinesfalls allein da. Die US-Zentralbank FED hat für das Gelddrucken einen eleganten Namen erfunden: Quantitative Lockerung (quantitative easing, kurz QE). Seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sie den Leitzins auf nahezu null gesenkt und Staatsanleihen im Billionenwert gekauft.

Deshalb kann es nicht schaden, mit einem Teil seiner Ersparnisse auf Währungen zu setzen, die von dem Abwertungswettlauf der wichtigsten Weltwährungen weniger betroffen sind. Ein Grund für ein Engagement in ausgesuchte fremde Währungen ist auch die bessere Verzinsung gegenüber einer Anlage im Euro. Denn die z.B. beim Tagesgeld oder bei Bundesanleihen gebotenen Magerzinsen reichen nicht mehr aus, um den Geldwertverlust durch Inflation auszugleichen. Wer dann noch auf seine Zinserträge Abgeltungsteuer zahlen muss, erleidet mit seiner Anlage auf Tagesgeldkonten oder in Bundesanleihen automatisch Verluste. Doch nicht überall sieht die Zinswelt so düster aus wie in Deutschland. In einigen Volkswirtschaften wie etwa Australien oder Norwegen kassiert der Anleger bei der Anlage höhere Zinsen als beim Euro.

Rohstoffreichen Ländern mit solider Haushaltsführung wie Australien und Norwegen gehört die Zukunft

Ein Megatrend unserer Tage ist das enorme Wachstum in vielen Schwellenländern (Emerging Markets). Das wird sich auch durch den einen oder anderen Konjunkturdämpfer nicht grundlegend ändern. Dieser Aufholprozess gegenüber den Industrienationen benötigt große Mengen an Rohstoffen. Davon profitieren die an natürlichen Ressourcen reichen Länder wie z.B. Brasilien, Kanada, Australien und Norwegen. Die anhaltend hohen Kapitalzuflüsse aus dem Rohstoffverkauf sorgen für stabile Finanzsysteme und solide Staatshaushalte. Ganz im Gegensatz dazu die Situation in den meisten Euro-Staaten.

Darüber hinaus ist das Zinsniveau in Ländern wie z.B. Australien deutlich höher als in der Eurozone. Dieser Zinsvorsprung dürfte noch lange anhalten. Denn deutliche Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank sind auf absehbare Zeit aus Rücksicht auf die desolate Haushaltslage einiger Euroländer politisch nicht durchsetzbar. Kräftige Zinserhöhungen würden die Krisenländer in der Eurozone gleich zweifach belasten:

  • Zinserhöhungen treiben die Zinskosten für neue Schulden in die Höhe.

  • Zinserhöhungen bremsen die Investitionen und damit die Konjunktur.

Beides erschwert es den Krisenländern, ihre Staatshaushalte zu sanieren.

Zins-Zertifikate der Commerzbank

Mit dem Kauf von Zins-Zertifikaten können Sie langfristig in die Währungen rohstoffreicher Länder investieren. Mit diesen Papieren profitieren Sie sowohl von den dort herrschenden höheren Zinsen als auch von einer eventuellen Aufwertung dieser Währungen im Verhältnis zum krisengeplagten Euro. Eine gute Auswahl an Zins-Zertifikaten bietet die Commerzbank an. Die Funktionsweise von Zins-Zertifikaten im Überblick:

  • tägliche Gutschrift der kurzfristigen Geldmarktzinsen der jeweiligen Währung;

  • positiver Zinseszinseffekt durch tägliche Gutschrift der Zinsen;

  • Teilhabe an der Wechselkursentwicklung. Bei fallendem Eurokurs gegenüber der gewählten Anlagewährung steigt der Wert des Zertifikates. Bei steigendem Eurokurs gegenüber der gewählten Anlagewährung fällt der Wert des Zertifikates;.

  • keine Kursrisiken durch Zinsänderungen wie bei Anleihen.

  • einfach und kostengünstig täglich über die Börse oder außerbörslich handelbar.

Beispiel:

Beispiel für ein Zins-Zertifikat auf den Austral-Dollar:

Ein Anleger möchte 10.000,00 € investieren und das aktuelle Zinsniveau von 2,91 % p.a. in Australien für sich nutzen. Er wählt dazu ein Zins-Zertifikat auf den australischen Dollar (AUD). Der Zertifikatspreis beträgt 84,75 €, sodass der Anleger 118 Zertifikate für den Gegenwert von 10.000,00 € erwirbt. Bei einem EUR/AUD-Wechselkurs von 1,30 entspricht jedes Zertifikat einem Wert von AUD 110,18. Der AUD-Wert des Zertifikats wird in der Folge jeden Tag mit dem tagesaktuellen Geldmarktzins verzinst.

Bei einem konstanten Zinssatz von 2,91 % p.a. steigt der Wert des Zertifikats in australischen Dollar nach einem Jahr auf rund AUD 113,39. Veräußert der Anleger nach einem Jahr seine 118 Papiere, wird der Wert eines jeden Zins-Zertifikats in australischen Dollar mit dem aktuellen EUR/AUD-Wechselkurs umgerechnet. Hat sich der EUR/AUD-Kurs auf AUD 1,25 reduziert, so erhält der Anleger 10.625,00 € zurück.

Durch den nachgebenden Eurokurs gegenüber der australischen Währung klettert die Rendite der Anlage von ursprünglich 2,91 % p.a. auf 6,25 % p.a. Umgekehrt führt ein steigender EUR/AUD-Wechselkurs zu einer sinkenden Rendite.

Übersicht über ausgewählte Zins-Zertifikate der Commerzbank

WKN

Währung

Jährliche Rendite

CB1AUD

Australische Dollar

2,91 %

CB1CAD

Kanadische Dollar

0,87 %

CB1NOK

Norwegische Kronen

1,16 %

CB1NZD

Neuseeland-Dollar

2,49 %

CB1ZAR

Südafrikanische Rand

4,98 %

Norwegen – das faszinierende Land der Fjorde und der Mittsommernacht

Neben dem Austral-Dollar wird unter den Euro-Flüchtlingen die norwegische Krone immer beliebter. Ein Währungsengagement in Norwegen ist eine indirekte Spekulation auf den Ölpreis. Denn die norwegische Währung ist sehr stark vom Ölpreis abhängig: Norwegen ist der fünftgrößte Öl-Exporteur der Welt; ein Großteil der gesamten Wirtschaftsleistung des skandinavischen Landes hängt am Preis des schwarzen Goldes. Rohöl, Gas und Teer machen zusammen rund 60 % der norwegischen Ausfuhren aus. Diese Zahlen spiegeln sich 1:1 im Außenwert der skandinavischen Währung wider.

Noch mehr Zinsen für das Investment in ein Zins-Zertifikat auf norwegische Kronen bringen Währungsanleihen auf die norwegische Krone. Mit der Konzentration auf Laufzeiten zwischen zwei und fünf Jahren sind die möglichen Kursrisiken durch deutliche Zinserhöhungen vernachlässigbar. An der Stuttgarter Börse (euwax.de) werden mehrere interessante Währungsanleihen auf norwegische Kronen gehandelt. Zu erwähnen sind hier z.B. die Unternehmensanleihe von BMW (WKN: A1HDA4) mit einer Laufzeit bis zum 4.12.2015. Bei einem Zinskupon von 2,375 % und einem Kaufkurs von knapp unter 99,00 € beträgt die Rendite 2,87 % p.a. Alternativ eine Anleihe auf den weltbekannten amerikanischen Konzern General Electric (WKN: A1HC5A) mit einer Laufzeit bis zum 28.2.2018. Mit der Verzinsung von jährlich 3 % und einem Kaufkurs von 98,75 % erzielen die Anleger eine Rendite von 3,36 %.

Flucht aus dem Euro in den Schweizer Franken

Wer guten Rat nötig hat, gehe nach Zürich, sagt ein Schweizer Sprichwort. Investoren aus aller Welt nehmen das nur allzu gerne wörtlich, denn bekanntlich gilt die Schweiz als ein Hort der Stabilität. Und genau das ist es, was dem Euroraum fehlt: Stabilität. So überrascht es nicht, dass die Anlage in Schweizer Franken – in den Augen zahlreicher Anleger trotz stark gestiegenem Schweizer Franken – immer noch attraktiv ist.

Durch Devisenmarkt-Interventionen, also den Verkauf von Franken gegen Euro, hat die Schweizer Notenbank vorerst die permanente Aufwertung der eigenen Währung gestoppt. Die Frage bleibt jedoch, ob sich die Schweiz diese Interventionen am Devisenmarkt auf Dauer leisten kann. Finanzwirtschaftlich spricht einiges für den Franken. Während sich in der Eurozone praktisch kein Land mehr um die Maastricht-Kriterien schert (Schuldenstand von maximal 60 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP), Haushaltsdefizit von maximal 3 %), gehört die Schweiz zu den wenigen Ländern in Europa, die einen soliden Staatshaushalt vorweisen können.

Schweizer Anleihen oder Aktien?

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, in den Schweizer Franken zu investieren. Bleibt jedoch die Frage nach dem Wie? Eine Möglichkeit wäre, auch hier in Zins-Zertifikate zu investieren. Auch hier gibt es ein Zins-Zertifikat der Commerzbank auf den Schweizer Franken (CB2CHF), das jedoch nicht verzinst wird. Hier gibt es also nur dann eine positive Rendite, wenn der Euro gegenüber dem Schweizer Franken an Wert verliert. Beim Kauf von Schweizer Franken-Anleihen gibt es auch nur Minizinsen für den Anleger. Von möglichen Wechselkursgewinnen einmal abgesehen, dürften sich mit dieser Verzinsung nur die wenigsten Investoren zufriedengeben. Eine chancenreichere, aber auch riskantere Alternative stellt der Schweizer Aktienmarkt dar.

Wer in Schweizer Aktien investieren möchte, greift am besten zu einem börsengehandelten Exchange Traded Fund (ETF). Entsprechende Indexfonds gibt es zum Beispiel auf die Leitindizes SMI, SLI oder auf den breiter aufgestellten Länderindex MSCI Switzerland. Beispiele für gebührengünstige ETFs sind der Amundi ETF MSCI Switzerland (WKN: A0REJV) und der ComStage ETF SMI (ETF030). Bei beiden ETFs fallen nur 0,25 % jährliche Verwaltungsgebühren an.

Ein sicherer Hafen ist die Börse in Zürich allerdings nicht. Und das liegt ausgerechnet auch an der Frankenstärke. Die Schweiz ist eine Exportnation mit zahlreichen international aufgestellten Konzernen wie Roche (Pharma), Nestlé (Nahrungsmittel) oder Richemont (Luxusgüter). Deren Wettbewerbsfähigkeit ist durch eine nachhaltige Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro gefährdet.

Andererseits: Die Schweizer Exportwirtschaft ist regional wie auch nach Branchen viel besser diversifiziert als früher. Die Abhängigkeit von der Eurozone ist nicht mehr so gravierend. Schon über 40 % der Schweizer Ausfuhren gehen in Märkte, die nicht in Euros abrechnen. Dieser Trend setzt sich fort.

Bei einem Engagement in Schweizer Aktien sollten Sie sich noch eines anderen Risikos bewusst sein. Als bedeutender Finanzplatz mit zahlreichen Bank- und Versicherungskonzernen würde eine durch die europäische Schuldenproblematik ausgelöste Finanzmarktkrise die Eidgenossenschaft überproportional hart treffen. So liegt in den drei genannten Aktienindizes (SMI, SLI und MSCI Switzerland) der Anteil der Finanzwerte jeweils über 22 %. Von daher sollten die Aktieninvestitionen in der Schweiz mit Augenmaß erfolgen.

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