Abgeltungsteuer: Verlustregelungen bei Hebelpapieren verschärft

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Deutlich verschärft hat der Fiskus die Steuerregeln bei Hebelpapieren. Das geht aus einem Anwendungserlass des Bundesfinanzministeriums zur Abgeltungsteuer hervor (Az. IV C 1 – S 2252/10/10013).

Ab sofort gilt: Das Finanzamt akzeptiert keine Verluste mehr, die durch den wertlosen Verfall von Optionsscheinen und Zertifikaten durch Fälligkeit oder vor dem Laufzeitende, z.B. durch ein Knock-out-Ereignis, entstehen. Künftig bleibt in diesen Fällen der Anleger auf seinen Verlusten sitzen, obwohl weiterhin Gewinne mit z.B. Knock-out-Papieren zu versteuern sind.

In dem Schreiben wird klargestellt, dass ein Ausfall keine Veräußerung ist.

Gleiches gilt, wenn der Verkaufspreis die Transaktionskosten nicht übersteigt. Bisher verkaufen Anleger ihre wertlos gewordenen Hebelpapiere noch schnell für wenige Cent, um einen echten Verkauf zu simulieren und damit einen Verlust geltend zu machen. Dieser Praxis schiebt das Finanzamt nun einen Riegel vor.

Die für den Anleger nachteilige Sicht des Finanzamts ist umstritten. Beim Bundesfinanzhof (BFH) sind dazu zwei Revisionen anhängig (Az. IX R 50/09 und IX R 12/11). Von der umstrittenen Regelung betroffene Anleger sollten bei der Steuererklärung die Anlage KAP ausfüllen und gegen den Bescheid des Finanzamts unter Hinweis auf die BFH-Verfahren Einspruch einlegen und bis zur Entscheidung ein Ruhen des Verfahrens beantragen. Bei positivem Ausgang gibt es eine Anerkennung der Verluste und ggf. eine Steuererstattung, u.U. nebst Zinsen von jährlich 6 %. Ansonsten bleibt es bei der ursprünglichen Steuerfestsetzung.

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