Zins-Zertifikate: Raus aus dem Euro und mehr Zinsen kassieren

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Die Guthaben-Zinsen sind hierzulande immer noch recht mager. Doch in anderen Ländern haben sie bereits deutlich angezogen - eine Anlagechance für zinsorientierte Investoren.

Wegen der Euro-Krise sorgen sich die Deutschen zunehmend um ihr Erspartes und ihre Altersvorsorge. Denn trotz riesiger Hilfspakete schwelt die Schuldenkrise in der Euro-Zone weiter. Erst Griechenland und Irland, nun wetten die Märkte gegen Portugal, Spanien und Italien. Die Angst wächst, dass weitere Schuldenländer Milliardenhilfen brauchen.

Auch die Höhe der Zinsen fällt für deutsche Sparer eher mau aus. Egal, ob beim Tagesgeld oder den Bundesanleihen: Die gebotenen Magerzinsen reichen oftmals nicht mehr aus, um den Geldwertverlust durch die auf inzwischen wieder über 2 Prozent gestiegene Inflationsrate auszugleichen. Wer dann noch auf seine Zinserträge Abgeltungsteuer zahlen muss, erleidet mit seiner Anlage auf Tagesgeldkonten oder in Bundeswertpapiere Verluste.

Doch nicht überall sieht die Zinswelt so düster aus wie in Deutschland. In einigen Volkswirtschaften wie etwa Australien oder Norwegen sind die während der Finanzkrise erreichten Tiefstände der Leitzinsen entweder bereits verlassen worden oder diese sind nicht so extrem gefallen, wie anfangs befürchtet.

Das lässt auf eine gewisse Wirtschaftskraft schließen und bietet Zweierlei:
  • Anlagechancen für zinsorientierte Investoren und
  • zusätzlich die Gelegenheit, Teile der Ersparnisse vor der Euro-Krise in Sicherheit zu bringen.
Rohstoffreichen Ländern mit solider Haushaltsführung wie Australien und Norwegen gehört die Zukunft
Ein Megatrend unserer Tage ist das enorme Wachstum in vielen Schwellenländern ("Emerging Markets"). Das wird sich auch durch den einen oder anderen Dämpfer nicht grundlegend ändern. Dieser Aufholprozess gegenüber den Industrienationen benötigt große Mengen an Rohstoffen. Davon profitieren die an natürlichen Ressourcen reichen Länder wie z. B. Brasilien, Kanada, Australien und Norwegen. Die anhaltend hohen Kapitalzuflüsse aus dem Rohstoffverkauf sorgen für stabile Finanzsysteme und solide Staatshaushalte, ganz im Gegensatz zur Situation in den meisten Euro-Staaten.

Darüber hinaus ist das Zinsniveau in Ländern wie z. B. Australien deutlich höher als in der Euro-Zone. Dieser Zinsvorsprung dürfte sogar noch wachsen. Denn deutliche Zinserhöhungen durch die Europäische Zentralbank sind auf absehbare Zeit aus Rücksichtsnahme auf die desolate Haushaltslage einiger Euroländer politisch nicht durchsetzbar.

Kräftige Zinserhöhungen würden die Krisenländer in der Euro-Zone gleich zweifach belasten:
  • Zinserhöhungen treiben die Zinskosten für neue Schulden in die Höhe und
  • Zinserhöhungen bremsen die Investitionen und damit die Konjunktur.
Beides erschwert es den Krisenländern, ihre Staatshaushalte zu sanieren.

Die Zins-Zertifikate der Commerzbank

Mit dem Kauf von Zins-Zertifikaten können Sie langfristig in die Währungen rohstoffreicher Länder investieren. Mit diesen Papieren profitieren Sie sowohl von den dort herrschenden höheren Zinsen als auch von einer eventuellen Aufwertung dieser Währungen im Verhältnis zum krisengeplagten Euro.
Eine gute Auswahl an Zins-Zertifikaten bietet die Commerzbank an.

Die Funktionsweise von Zins-Zertifikaten im Überblick:
  • Tägliche Gutschrift der kurzfristigen Geldmarktzinsen der jeweiligen Währung.
  • Positiver Zinseszinseffekt durch tägliche Gutschrift der Zinsen.
  • Teilhabe an der Wechselkursentwicklung. Bei fallendem Euro-Kurs gegenüber der gewählten Anlagewährung steigt der Wert des Zertifikats. Bei steigendem Euro-Kurs gegenüber der gewählten Anlagewährung fällt der Wert des Zertifikats.
  • Keine Kursrisiken durch Zinsänderungen wie bei Anleihen.
  • Einfach und kostengünstig täglich über die Börse oder außerbörslich handelbar.

Beispiel für ein Zins-Zertifikat auf den Austral-Dollar

Ein Anleger möchte 10.000 Euro investieren und das aktuelle Zinsniveau von 4,72 Prozent p.a. in Australien für sich nutzen. Er wählt dazu ein Zins-Zertifikat auf den australischen Dollar (AUD). Der Zertifikatspreis beträgt 80 Euro, sodass der Anleger 125 Zertifikate für den Gegenwert von 10.000 Euro erwirbt. Bei einem EUR/AUD-Wechselkurs von 1,40 entspricht jedes Zertifikat einem Wert von AUD 112 Euro. Der AUD-Wert des Zertifikats wird in der Folge jeden Tag mit dem tagesaktuellen Geldmarktzins verzinst.

Bei einem konstanten Zinssatz von 4,72 Prozent p. a. steigt der Wert des Zertifikats in australischen Dollar nach einem Jahr auf rund AUD 117,30 Euro. Veräußert der Anleger z.B. nach einem Jahr seine 125 Stücke, wird der Wert eines jeden Zins-Zertifikats in australischen Dollar mit dem aktuellen EUR/AUD-Wechselkurs umgerechnet. Angenommen, der EUR/AUD-Kurs hätte sich auf AUD 1,38 reduziert, so erhielte der Anleger 10.625 Euro.

Durch den nachgebenden Euro-Kurs gegenüber der australischen Währung klettert die Rendite der Anlage von ursprünglich 4,72 Prozent p.a. auf 6,25 Prozent p.a. Umgekehrt führt ein steigender EUR/AUD-Wechselkurs zu einer sinkenden Rendite.

Übersicht über ausgewählte Zins-Zertifikate der Commerzbank
  • Australische Dollar, WKN: CB1AUD, jährliche Rendite: 4,72 Prozent;
  • Kanadische Dollar, WKN: CB1CAD, jährliche Rendite: 0,83 Prozent;
  • Norwegische Kronen, WKN: CB1NOK, jährliche Rendite: 1,82 Prozent;
  • Neuseeland Dollar, WKN: CB1NZD, jährliche Rendite: 3,05 Prozent;
  • Südafrikanische Rand, WKN: CB1ZAR, jährliche Rendite: 5,44 Prozent.

Norwegen, das faszinierende Land der Fjorde und der Mittsommernacht

Neben dem Austral-Dollar wird unter den Euro-Flüchtlingen die norwegische Krone immer beliebter. Ein Währungsengagement in Norwegen ist eine indirekte Spekulation auf den Ölpreis. Das liegt daran, dass die norwegische Währung sehr stark vom Ölpreis abhängig ist. Norwegen ist der fünftgrößte Öl-Exporteur der Welt und ein Großteil der gesamten Wirtschaftsleistung des skandinavischen Landes hängt am Preis des schwarzen Goldes. Rohöl, Gas und Teer machen zusammen rund 60 Prozent der norwegischen Ausfuhren aus. Diese Zahlen spiegeln sich eins zu eins im Außenwert der skandinavischen Währung wider.

Tipp
Noch mehr Zinsen erhalten Käufer von Währungsanleihen auf norwegische Kronen. Mit der Konzentration auf Kurzläufer (zwei bis drei Jahre) sind die Kursrisiken durch Zinsänderungen zu vernachlässigen. An der Stuttgarter Börse (euwax.de) werden mehrere interessante Währungsanleihen auf norwegische Kronen gehandelt. Emittent ist die staatliche Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).

Hervorzuheben sind hier besonders zwei Papiere:
  • KfW (WKN: A1CRR8) Laufzeit bis zum 18.1.2013, Nominalverzinsung 3,375 Prozent, Kaufkurs 101 Euro, Rendite 2,84 Prozent und
  • KfW (WKN: A0Z1Z1) Laufzeit bis zum 15.12.2014, Nominalverzinsung 4 Prozent, Kaufkurs 101,68, Rendite 3,52 Prozent.
Die Flucht aus dem Euro in den Schweizer Franken

"Wer guten Rat nötig hat, gehe nach Zürich", besagt ein Schweizer Sprichwort. Investoren aus aller Welt nehmen das nur allzu gerne wörtlich, denn bekanntlich gilt die Schweiz als ein Hort der Stabilität. Und genau das ist es, was dem Euro-Raum derzeit fehlt: Stabilität. So überrascht es nicht, dass die Anlage in Schweizer Franken in den Augen zahlreicher Anleger immer mehr an Attraktivität gewinnt.

Durch Devisenmarkt-Interventionen, also den Verkauf von Franken gegen Euro, will die Schweizer Notenbank die permanente Aufwertung der eigenen Währung stoppen. Doch die Eingriffe waren in der Vergangenheit wenig erfolgreich. Seit drei Jahren wird der Schweizer Franken gegenüber dem Euro kontinuierlich teurer.

Experten gehen davon aus, dass der Franken gegenüber dem Euro noch weiter aufwerten könnte. Denn finanzwirtschaftlich spricht einiges für den Franken. Während sich in der Eurozone praktisch kein Land mehr um die Maastricht-Kriterien schert (Schuldenstand von maximal 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts BIP, Haushaltsdefizit von maximal 3 Prozent), ist die Schweiz eines der wenigen Länder in Europa, die einen soliden Staatshaushalt vorweisen können.

Schweizer Anleihen oder Aktien?

Vor diesem Hintergrund erscheint es sinnvoll, in den Schweizer Franken zu investieren. Bleibt jedoch die Frage nach dem Wie. Eine Möglichkeit wäre auch hier, in Zins-Zertifikate zu investieren. Auch hier gibt es ein Zins-Zertifikat der Commerzbank auf den Schweizer Franken (CB2CHF). Die gebotenen Mini-Zinsen von 0,09 Prozent sind jedoch unattraktiv. Der Kauf von Schweizer-Franken-Anleihen bringt nur unwesentlich mehr. Von möglichen Wechselkursgewinnen einmal abgesehen, dürften sich mit dieser Verzinsung nur die wenigsten Anleger zufrieden geben. Eine chancenreichere, aber auch riskantere Alternative stellt der Schweizer Aktienmarkt dar.

Tipp
Wer in Schweizer Aktien investieren möchte, greift am besten zu einem börsengehandelten Exchange Traded Fund (ETF). Entsprechende Indexfonds gibt es z.B. auf die Leitindizes SMI, SLI oder auf den breiter aufgestellten Länderindex MSCI Switzerland. Beispiele für gebührengünstige ETFs sind der Amundi ETF MSCI Switzerland (WKN: A0REJV) und der ComStage ETF SMI (ETF030). Bei beiden ETFs fallen nur 0,25 Prozent an jährlichen Verwaltungsgebühren an.

Ein sicherer Hafen ist die Börse in Zürich allerdings nicht. Und das liegt ausgerechnet auch an der Frankenstärke. Die Schweiz ist eine Exportnation mit zahlreichen international aufgestellten Konzernen wie Roche (Pharma), Nestlé (Nahrungsmittel) oder Richemont (Luxusgüter). Deren Wettbewerbsfähigkeit ist durch eine nachhaltige Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro gefährdet.

Andererseits: Die Schweizer Exportwirtschaft ist regional wie auch nach Branchen viel besser diversifiziert als früher. Die Abhängigkeit von der Euro-Zone ist nicht mehr so gravierend. Schon über 40 Prozent der Schweizer Ausfuhren gehen in Märkte, die nicht in Euros abrechnen. Dieser Trend setzt sich fort.

Tipp
Bei einem Engagement in Schweizer Aktien sollten Sie sich noch eines anderen Risikos bewusst sein. Als bedeutender Finanzplatz mit zahlreichen Bank- und Versicherungskonzernen würde eine durch die europäische Schuldenproblematik ausgelöste Finanzmarktkrise die Eidgenossenschaft überproportional hart treffen. So liegt in den drei genannten Aktienindizes (SMI, SLI und MSCI Switzerland) der Anteil der Finanzwerte jeweils über 22  Prozent. Von daher sollten die Aktieninvestitionen in der Schweiz mit Augenmaß erfolgen.

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