Wie armutsgefährdet die Bundesbürger sind

Wie armutsgefährdet die Bundesbürger sind

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(verpd) Auf Basis der Einkommensdaten aus dem Jahr 2010 hat das Europäische Statistikamt (Eurostat) die Armutsgefährdung in den 27 EU-Mitgliedsstaaten sowie von Island, Norwegen und der Schweiz abgeleitet. Dabei zeigte sich, dass die Armutsgefährdungs-Grenzen erheblich variieren.

In Deutschland belief sich der Schwellenwert für Armutsgefährdung – als armutsgefährdet gelten Einwohner mit einem Einkommen geringer als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung eines Landes – 2010 für eine allein lebende Person auf 11.426 € im Jahr. Dies teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) unter Berufung auf Eurostat mit.

15,8 Prozent der Bevölkerung hatten ein Einkommen bis zu dieser Grenze und gelten damit als armutsgefährdet. Die 20 Prozent mit dem höchsten Einkommen hatten 4,5 Mal so viel Geld wie die 20 Prozent mit dem niedrigsten Einkommen.

Rumänien und Bulgarien mit den höchsten Armutsquoten

Das Armutsrisiko innerhalb der EU ist in Bulgarien (22,3 Prozent) und Rumänien (22,2 Prozent) am höchsten. Dabei zeigten sich Einkommensgrenzen von lediglich 1.741 € (Bulgarien) und 1.270 € (Rumänien). Das Einkommen der Besserverdienenden lag in Bulgarien um das 6,5-Fache und in Rumänien um das 6,2-Fache höher.

Wie sich die Lage in Zypern weiterentwickeln wird, bleibt abzuwarten. Im Jahr 2010 schien die Welt noch in Ordnung zu sein. Bei einem Schwelleneinkommen von 10.328 € waren 14,5 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Die Einkommensungleichheit bemaß sich auf das 4,5-Fache.

Griechenland und Spanien hatten schon 2010 schlechte Werte. Bei einem Grenzwert von 6.591 € galten 21,4 Prozent der Griechen als armutsgefährdet. Dabei waren die Einkommen noch ungleicher verteilt als in anderen Ländern (6,0-fach). In Spanien betrug der Grenzwert 7.509 €. Das reiche Fünftel verdiente das 6,8-Fache des ärmsten Fünftels. Das Armutsrisiko lag bei 21,8 Prozent.

Höchster EU-Einkommenswert in Luxemburg

In Österreich lag das Grenzeinkommen bei 12.791 €. Die Armutsgefährdungsquote erreichte 2010 damit 12,6 Prozent. Das einkommensstärkste Fünftel der Bevölkerung hatte ein 3,8-fach höheres Einkommen als das einkommensschwächste Fünftel. Ein erheblicher Unterschied besteht im Einkommensgefälle zur Schweiz. Hier gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 20.362 € verdient. Dies traf auf 15 Prozent der Bevölkerung zu. Die Besserverdienenden hatten ein Einkommen, welches dasjenige des unteren Fünftels 4,5 Mal übertraf.

Innerhalb der EU weist Luxemburg mit 19.523 € den höchsten Einkommensgrenzwert aus. Als armutsgefährdet gelten 13,6 Prozent der Bevölkerung. Der Faktor der Einkommensungleichheit beträgt nur das Vierfache. Das niedrigste Armutsrisiko wird für Tschechien mit 9,8 Prozent ausgewiesen. Bei einem Einkommensgrenzwert von 4.471 € verfügt das obere Fünftel über das 3,5-Fache an Einkommen im Vergleich zum unteren Fünftel.

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