Wann Geiz teuer wird

 - 

(verpd) Wer einen Versicherungsvertrag kündigen und bei einem anderen Versicherer entsprechend eine neue Police abschließen möchte, sollte verschiedene Faktoren beachten. Denn es gibt zwar immer wieder Angebote, die auf den ersten Blick günstiger sind. Doch in manchen Fällen sind die Kundenbetreuung und/oder auch der Versicherungsumfang beim neuen Vertrag schlechter als beim bisherigen. Spätestens im Schadenfall kann dies zu teuren Überraschungen führen.

Bei den meisten Sach-, Haftpflicht- und Unfallversicherungs-Verträgen beträgt die Kündigungsfrist in der Regel drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres (Vertragsablauf). Beispiel: Ist bei einer Hausrat- oder Privathaftpflicht-Police als Vertragsablauf der 1. Januar eines Jahres vereinbart, muss spätestens am 30. September des Vorjahrs die schriftliche Kündigung des Kunden (Versicherungsnehmers) beim Versicherer eingegangen sein.

Bei Kfz-Versicherungsverträgen beträgt die Kündigungsfrist üblicherweise nur einen Monat. Wer also zum Vertragsablauf am 1.1.2013 seine Kfz-Versicherung wechseln möchte, muss dafür sorgen, dass die Kündigung spätestens am 30.11.2012 beim Versicherer eingegangen ist.

Unterschiede im Detail

Je nach Vertragsanbieter kann sich der Kundenservice erheblich unterscheiden. Während Versicherungsvermittler in der Regel einen Vor-Ort-Service für eine Beratung oder eine schnelle Hilfe im Schadenfall anbieten, müssen Kunden von Direktversicherungen in die jeweiligen Filialen fahren oder sich telefonisch durchfragen.

Doch auch der Versicherungsumfang von einer Privathaftpflicht-Police kann im Vergleich zu einer anderen erheblich abweichen. Während beispielsweise in einem bestehenden Vertrag auch Schäden, die der Versicherte mit einem Surfbrett verursacht, mitversichert sein können, muss dies bei einer anderen Police nicht der Fall sein.

Im Schadenfall würde der Versicherte keinen Versicherungsschutz durch die neue Police erhalten und müsste den Schaden aus seinem eigenen Budget begleichen. Zudem gilt: Nicht immer ist die teurere Police auch die umfangreichere. Es ist also wichtig, genau die Vertragsinhalte zu vergleichen.

Nachteile beim Wechsel einer Lebens- oder Krankenversicherung

Besonders gründlich gilt es zu prüfen, ob der Wechsel einer Lebens- oder Krankenversicherung überhaupt sinnvoll ist. Bei der Lebensversicherung bildet sich aus den eingezahlten Prämien ein hoher Teil des Kapitalertrags erst zum Vertragsende hin. Dieser würde bei einer vorzeitigen Kündigung verloren gehen.

Wichtig bei der Lebens- und Krankenversicherung: Alle nach Vertragsabschluss aufgetretenen Krankheiten sind im bisherigen Vertrag mitversichert. Bei einem Neuabschluss muss sich der Kunde einer erneuten Gesundheitsprüfung unterziehen, was dazu führen kann, dass der Schutz für bestimmte Erkrankungen ausgeschlossen oder nur gegen Zuschlag übernommen wird.

Auch eine Ablehnung des Versicherungsantrags ist nicht ausgeschlossen. Dies gilt übrigens auch für andere Verträge wie der Haftpflicht-, Hausrat- oder Autoversicherung, wenn zum Beispiel zum bisherigen Vertrag zu viele Schäden gemeldet wurden.

Bei bestehenden Verträgen Prämien sparen

Es kann sinnvoll sein, sich vor einer Kündigung nochmals mit dem Vermittler beziehungsweise bisherigem Versicherer in Verbindung zu setzen. Eventuell ist beispielsweise durch Ausschlüsse nicht mehr gewünschter oder benötigter Leistungen oder durch die Umstellung auf einen anderen Tarif, eine Prämienminderung zu erzielen.

Einige Prozent lassen sich oftmals schon einsparen, wenn die Zahlweise von monatlich oder vierteljährlich auf jährlich umgestellt wird.

Wechselwillige sollten einen bestehenden Versicherungsvertrag immer erst kündigen, wenn vom neuen Versicherer eine verbindliche Zusage vorliegt, dass der Anschlussvertrag angenommen wird. Nur so wird gewährleistet, dass man nicht plötzlich ohne Versicherungsschutz dasteht.

Weitere News zum Thema

  • Bundesweite Rauchmelderpflicht

    [] (verpd) Bei einem Brand kommt es auf Sekunden an. Ein Rauchmelder sorgt dafür, dass bei einem Wohnungsbrand alle Bewohner rechtzeitig gewarnt werden. Daher haben mittlerweile alle Bundesländer Vorschriften erlassen, die Hauseigentümer zur Installierung von Rauchmeldern verpflichten. Berlin hat als letztes Bundesland eine entsprechende Einbaupflicht für Neu- und Umbauten ab dem 1. Januar 2017 vorgesehen. Allerdings gibt es immer noch Unterschiede, wann bei bestehenden Häusern Rauchmelder verpflichtend eingebaut werden müssen mehr

  • Wenn das Gehalt nicht pünktlich gezahlt wird

    [] (verpd) Ein Arbeitnehmer, dessen Lohn beziehungsweise Gehalt nicht pünktlich gezahlt worden ist, hat nicht nur einen Anspruch auf die Zahlung von Verzugszinsen, sondern zusätzlich auch auf Überweisung eines Pauschalbetrages in Höhe von 40 Euro. Das hat das Landesarbeitsgericht Köln mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 12 Sa 524/16). mehr

  • 2016 noch Geld sparen

    [] Der Countdown zum Jahreswechsel läuft. Trotz des Weihnachtstrubels sollten Sie sich unbedingt ein wenig Zeit für Ihre Finanzen nehmen – zumal Sie dann unter Umständen viel Geld sparen können. mehr

  • Warum Grundstücksbesitzer bei maroden Wegen handeln müssen

    [] (verpd) Eine fünf Zentimeter hohe Betonabbruchkante, die auf einem für Radfahrer freigegebenen, unbeleuchteten Weg mit einem Winkel von 45 Grad schräg in Fahrtrichtung verläuft, stellt eine große Gefahrenquelle dar. Sie löst im Fall eines Unfalls eine Haftungsverpflichtung des Verkehrssicherungs-Pflichtigen aus. Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 9 U 78/13). mehr

  • Sicher Autofahren trotz Nebel und Glätte

    [] (verpd) Sichtbehinderung durch Nebel oder Schnee, aber auch rutschige Straßen, beispielsweise durch herabgefallenes Laub oder überfrierende Nässe, sind insbesondere im Herbst ein hohes Unfallrisiko. Alleine letztes Jahr ereigneten sich deshalb über 13.000 Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Mit der richtigen Fahrweise lassen sich jedoch solche Unfälle vermeiden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.