Vorsicht vor Traktoren

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(verpd) Wie die Statistik der Unfallforschung der Versicherer (UDV) zeigt, werden im Vergleich zu Zusammenstößen mit anderen Fahrzeugen bei Unfällen mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen überdurchschnittlich viele Personen verletzt oder getötet. Allerdings gibt es einige Maßnahmen und Verhaltensregeln, die helfen, eine derartige Unfallgefahr zu vermindern.

Letztes Jahr gab es nach Angaben des Bundesamtes für Statistik (Destatis) 1.788 Verkehrsunfälle mit Personenschäden mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen. 56 Menschen kamen dabei ums Leben, 641 Personen wurden schwer und 1.661 leicht verletzt.

Bei rund jedem 32. Unfall mit Personenschaden, bei dem ein Traktor involviert war, wurde ein Mensch getötet. Im Vergleich dazu kam bei allen Verkehrsunfällen, unabhängig davon, welche Fahrzeuge involviert waren, insgesamt bei jedem 83. Unfall mit Personenschaden eine Person ums Leben.

Überdurchschnittlich oft Personenschäden bei Unfälle mit Traktoren

Während bei allen Unfällen mit Personenschäden insgesamt unter ein Prozent der Verunglückten starben, waren es bei den Unglücken mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen etwa 2,5 Prozent – im prozentualen Vergleich also zweieinhalbmal so viel.

Bei den Unfällen mit Personenschäden mit einem Traktor wurden 27 Prozent der Betroffenen schwer verletzt, bei allen Verkehrsunfällen mit Personenschäden hingegen waren es „nur“ 17 Prozent. Diese Zahlen zeigen, dass bei Unfällen mit landwirtschaftlichen Zugmaschinen im Vergleich zu allen Verkehrsunfällen überdurchschnittlich oft Unfallbeteiligte gesundheitlich geschädigt werden.

Höheres Unfallrisiko von April bis Oktober

Wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) ermittelt hat, häufen sich insbesondere von April bis Oktober die Zusammenstöße mit Traktoren.

Während sich zwischen November bis einschließlich März monatlich jeweils rund 4,6 Prozent aller Unfälle ereigneten, waren es von April bis Oktober durchschnittlich je Monat 10,9 Prozent. Besonders hoch ist die Unfallgefahr im Juli (13,2 Prozent), im August (12,6 Prozent) und im September (11,5 Prozent).

Außerorts ist es gefährlich

Die Unfallschwerpunkte bei Traktorunfällen liegen laut UDV insbesondere beim Kreuzen oder Einbiegen in übergeordnete Straßen sowie beim Abbiegen in untergeordnete Straßen. Schwere Unfälle ereignen sich vor allem außerorts.

Die häufigsten Ursachen bei Traktorunfällen sind Vorfahrtsmissachtungen und Abbiegefehler. Die Traktoren benötigen aufgrund ihrer geringen Geschwindigkeit oft sehr lange für das Ab- oder Einbiegen und werden dadurch zur Gefahr für schnelle Auto- und Motorradfahrer. Insbesondere in der Nacht übersehen Autofahrer die Traktoren und es kommt zu schweren Auffahrunfällen.

Motorradfahrer müssen besonders aufpassen

Zwar sind mit über 60 Prozent die Fahrer der landwirtschaftlichen Zugmaschinen überdurchschnittlich oft die Hauptunfallverursacher, aber auch zu schnell fahrende Pkw- oder Motorradfahrer tragen oftmals eine Mitschuld.

Laut UDV ist das Risiko, bei einem Traktorunfall getötet zu werden, für einen Biker mehr als viermal so hoch wie für einen Autofahrer. Ein realistischer Crashtest der UDV hat zudem bewiesen, dass ein Motorradfahrer beim Anprall mit 70 km/h an einen Traktor fast keine Überlebenschance hat.

Wie sich das Unfallrisiko minimieren lässt

Laut UDV sollten die Fahrer von landwirtschaftlichen Zugmaschinen besonders beim Ein- oder Abbiegen von öffentlichen Straßen mit den anderen meist schnelleren Verkehrsteilnehmern rechnen und entsprechend vorausschauend fahren. Die Traktoren selbst wären mit Rundumleuchten, Reflexfolien, Begrenzungsleuchten und Konturmarkierungen sowie größeren Blinkern und Heckleuchten für die anderen Verkehrsteilnehmer bei Tag und Nacht schneller erkennbar, was ebenfalls zu einer höheren Sicherheit beitragen würde.

Aber auch Auto- und Motorradfahrer dürfen das Unfallrisiko mit einem Traktor nicht unterschätzen. Sie müssen sich vor allem außerorts der Gefahr bewusst sein und angemessen defensiv fahren. Insbesondere in der Nacht muss man mit sehr langsam fahrenden landwirtschaftlichen Fahrzeugen rechnen. Auch an Kreuzungen, Einmündungen wie an Feldwegen, in Kurven sowie Grundstücksein- und -ausfahrten ist es besser, sich zu vergewissern, ob ein Traktor kommt.

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