Vorrangigkeit des Verlustvortrags verfassungsgemäß

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Ein Verlustvortrag wird vom Gesamtbetrag der Einkünfte des Folgejahrs abgezogen, bis jener aufgebraucht ist.

Die Verrechnung des Vortrags erfolgt vorrangig vor Sonderausgaben, außergewöhnlichen Belastungen und sonstigen Abzugsbeträgen wie z.B. Freibeträge für Kinder und Spenden (§ 10d Abs. 2 Satz 1 EStG).

Da der Verlustvortrag im Gegensatz zum Verlustrücktrag nicht beschränkt werden kann, gibt es keinen steueroptimalen Verlustvortrag.

Bei hohen Verlustvorträgen wirken sich somit zwangsweise Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und sonstige Abzugsbeträge teilweise oder gänzlich nicht aus (BFH-Beschluss vom 9.4.2010, IX B 191/09, BFH/NV 2010 S. 1270).

Die gegen diese Entscheidung eingelegte Verfassungsbeschwerde (Az. 2 BvR 1175/10) wurde vom BVerfG nicht zur Entscheidung angenommen.

Daher bringt ein Einspruch gegen den Steuerbescheid nichts mehr, wenn die genannten Abzugsbeträge verloren gehen.

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