Tödlicher Saunabesuch

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(verpd) Kommt ein Saunabesucher zu Schaden, weil der Betreiber das Wohlbefinden der Besucher nicht in engen zeitlichen Abständen kontrolliert hat, so besteht kein Anspruch auf Zahlung von Schadenersatz und Schmerzensgeld. Das hat das Oberlandesgericht Hamm mit einem jüngst veröffentlichten Urteil entschieden (Az. I-12 U 52/12).

Eine erfahrene Saunabesucherin hatte in der auf 90 Grad Celsius aufgeheizten öffentlichen Sauna einen Schwächeanfall erlitten. Weil dieser rund 90 Minuten lang unentdeckt blieb, zog sie sich Verbrennungen dritten Grades zu, an denen sie einige Monate später verstarb.

Unzureichende Kontrollen?

Die Hinterbliebenen der Frau warfen der Betreiberin der Sauna vor, die Kabinen nicht ausreichend oft kontrolliert zu haben. Denn hätten die Kontrollen mindestens alle 30 Minuten stattgefunden, hätte die Verstorbene mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine letztlich tödlichen Verbrennungen erlitten. Mit ihrer gegen die Saunabetreiberin eingereichten Schmerzensgeldklage hatten die Hinterbliebenen jedoch weder beim Landgericht Bochum noch in der Berufungsverhandlung vor dem Hammer Oberlandesgericht Erfolg.

Die Klage wurde von beiden Instanzen als unbegründet zurückgewiesen. Die Richter zeigten sich überzeugt davon, dass die Saunabetreiberin weder gegen ihre Sorgfalts- noch gegen ihre Verkehrssicherungs-Pflicht verstoßen hat. Denn nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme verfügte die Sauna über einen Notschalter. Sie war auch von ihrer sonstigen technischen Ausstattung her gefahrlos zu nutzen.

Wer sich in Gefahr begibt …

Auch die von der Saunabetreiberin festgelegten Kontrollzeiten hielten die Richter für ausreichend. „Denn der Betreiber einer Sauna ist nicht dazu verpflichtet, in engen Zeitabständen regelmäßige Kontrollen durchzuführen, um das körperliche Wohlbefinden der Besucher zu überwachen.“ Nach Ansicht beider Instanzen besteht bei den Besuchern nämlich die Erwartungshaltung, eine Sauna in Ruhe und ohne störende Einflüsse besuchen zu können. Dem würden Kontrollgänge in kurzen zeitlichen Abständen widersprechen.

Im Übrigen seien die körperlichen Belastungen, die mit dem Besuch einer Sauna verbunden sind, allgemein bekannt. Es sei daher ausschließlich die Entscheidung der Besucher, ob sie sich dem aussetzen und die damit verbundenen Risiken eingehen wollen.

Wer den Schaden hat

Jeder kann selbst vorsorgen, damit es trotz eines möglichen Unglücksfalls mit gesundheitlichen Folgen, für die kein anderer haftet, wie in dem genannten Fall, nicht auch noch zu finanziellen Schwierigkeiten kommt. Denn in der Regel reichen die gesetzlichen Absicherungen durch die Sozialversicherungen nicht aus. Führt zum Beispiel ein Unfall, aber auch eine Krankheit, dazu, dass der Beruf auf Dauer nicht mehr ausgeübt werden kann, lassen sich die dadurch verursachten Einkommenseinbußen durch eine Berufsunfähigkeits-Versicherung ausgleichen.

Mit einer privaten Krankentagegeld-Versicherung können mögliche Lücken zwischen einem eventuell zustehenden gesetzlichen Krankengeld und dem bisherigen Einkommen bei unfall-, aber auch sonstiger krankheitsbedingter Arbeitsunfähigkeit geschlossen werden. Um für den Fall des frühen Ablebens eine ausreichende Versorgung der Hinterbliebenen sicherzustellen, hilft eine Risiko- und/oder Kapitallebens-Versicherung.

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