Steuersparmodell mit Tücken: Darlehen zwischen Ehepartnern

Steuersparmodell mit Tücken: Darlehen zwischen Ehepartnern

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Wenn ein Ehepartner dem anderen ein Darlehen gewährt, ist beim Darlehensgeber nicht immer der Abgeltungsteuersatz anwendbar.

Simples Steuersparmodell: Ein Ehepartner gewährt dem anderen ein Darlehen. Beim Darlehensnehmer führen die Zinsen zu steuerlich absetzbaren Betriebsausgaben oder Werbungskosten, beim Darlehensgeber zu Einkünften aus Kapitalvermögen.

Bei einem hohen persönlichen Steuersatz wäre es jetzt ungemein steuersparend, wenn auf die Einkünfte aus Kapitalvermögen nur der Abgeltungsteuersatz von 25 % anfiele.

Doch Vorsicht: Wäre – denn der BFH macht diese Konstruktion nicht immer mit.

Im entschiedenen Fall hatte ein Ehemann seiner Ehefrau verzinsliche Darlehen zur Anschaffung und Renovierung einer fremd vermieteten Immobilie gewährt. Die Besonderheit des Falls lag darin, dass die Ehefrau weder über eigene finanzielle Mittel verfügte noch eine Bank den Erwerb und die Renovierung des Objekts zu 100 % finanziert hätte und sie daher auf die Darlehensgewährung durch ihren Mann angewiesen war.

Die Rechnung ging nicht auf: Das Finanzamt besteuerte die hieraus erzielten Kapitalerträge des Ehemanns mit der tariflichen Einkommensteuer: Der niedrigere Abgeltungsteuersatz sei nach § 32d Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG nicht anzuwenden, weil Gläubiger und Schuldner der Kapitalerträge einander nahe stehende Personen im Sinne des Gesetzes seien.

Der BFH folgte dieser Auffassung und erklärte, dass zwar bei verfassungskonformer Auslegung des § 32 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 Buchst. a EStG ein lediglich aus der Ehe abgeleitetes persönliches Interesse nicht ausreichend sei, um ein (hier für die Steuergestaltung schädliches) Näheverhältnis zu begründen.

Allerdings sei hier die Ehefrau bei der Aufnahme der Darlehen von ihrem Ehemann als Darlehensgeber finanziell abhängig gewesen. Das führe im zu entscheidenden Sachverhalt dazu, dass ein Beherrschungsverhältnis vorliege, das die Anwendung des Abgeltungsteuersatzes ausschließe (BFH-Urteil vom 28.1.2015, VIII R 8/14 ).

Wie funktioniert dieses Steuersparmodell richtig?

Entscheidend für den BFH war hier, dass die Darlehensnehmerin vom Darlehensgeber komplett finanziell abhängig war. In Partnerschaften, bei denen beide Partner grundsätzlich über ein eigenes Einkommen oder Vermögen verfügen, müsste also der Abgeltungsteuersatz anwendbar sein.

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