Steuern, Kosten und Inflation schmälern die Rendite

 - 

Bei Renditeangaben für Geldanlagen handelt es sich stets um Bruttorenditen, die durch verschiedene Kosten mitunter erheblich geschmälert werden.

Steuern und Anlageauswahl

Die Suche nach Steuersparmöglichkeiten spielte bei der Auswahl von Kapitalanlagen lange Zeit eine große Rolle und verstellte manchem Kapitalanleger den Blick auf wesentliche Nachteile bzw. Risiken der als Steuersparmodell angebotenen Produkte. In den vergangenen Jahren hat der deutsche Gesetzgeber die Besteuerungsvorschriften für Kapitalanlagen zunehmend verschärft. Für eine steuerliche Optimierung der Kapitalanlageentscheidungen sind im Wesentlichen nur noch folgende Punkte relevant:

  • Überprüfung der Aufteilung des Sparerpauschbetrags auf unterschiedliche Kapitalanlagen, um sicherzustellen, dass dieser in voller Höhe genutzt wird.

  • Überprüfung, ob der persönliche Steuersatz niedriger ist als der Satz der Abgeltungsteuer (25 % zuzüglich Soli und ggf. Kirchensteuer) und ggf. Rückforderung zu viel gezahlter Kapitalertragsteuer im Rahmen der Einkommensteuererklärung.

  • Auswahl von Kapitalanlagen mit Gewinnverschiebungswirkung, bei denen steuerpflichtige Erträge ganz oder größtenteils erst am Ende der Laufzeit anfallen. Dies lohnt sich dann, wenn der Ablauf zu einem Zeitpunkt erfolgt, an dem die persönliche Steuerbelastung geringer sein wird als der Satz der Abgeltungsteuer. Solche Gewinnverschiebungen bieten sich z.B. mit Blick auf den Ruhestand an, weil dann regelmäßig die Belastung mit Einkommensteuer, Soli und Kirchensteuer sinkt.

  • Gezielte Auswahl von Kapitalanlagen im Ausland, die aufgrund von Doppelbesteuerungsabkommen unter Umständen niedriger besteuert werden.

  • Auswahl von Beteiligungen, die über eine Verlustverrechnung das zu versteuernde Einkommen verringern und somit eine Steuerersparnis bewirken. Die Möglichkeit der Verlustzuweisung wurde allerdings inzwischen bei den meisten Beteiligungsmodellen gestrichen. Steuervorteile bieten aktuell lediglich ausländische geschlossene Fonds, sofern vorteilhafte Doppelbesteuerungsabkommen greifen, sowie Schiffsbeteiligungen, bei denen durch die pauschal ermittelte Tonnagebesteuerung fast steuerfreie Ausschüttungen erzielbar sind.

Grundsätzlich gilt: Eine gute Anlage rechnet sich auch ohne Steuervorteile. Langfristig orientierte Anleger sollten Steuervorteile stets ignorieren, denn Steuergesetze können sich ändern und vorteilhafte Regelungen entfallen. Außerdem erfordern steuerlich begünstigte Beteiligungen stets hohe Investitionssummen und lohnen sich nur für Anleger in der höchsten Steuerprogression, denn nur diese Anleger können über die Verlustverrechnung wirklich hohe Steuerersparnisse erzielen.

Achten Sie auf Kostenunterschiede

Bei Renditeangaben werden in der Regel Kosten und Gebühren, die mit bestimmten Formen der Geldanlage verbunden sind, nicht einbezogen. Insbesondere bei langfristig angelegten Sparvorgängen können regelmäßig anfallende Kosten den Anlageerfolg jedoch erheblich verringern.

Beispiel:

Über 25 Jahre hinweg werden regelmäßig pro Monat 50,00 € in einen Investmentfonds eingezahlt. Die durchschnittlich erzielte Rendite liegt bei 5 % pro Jahr. Ohne Berücksichtigung der Kosten ergibt sich ein Endkapital von 29.406,00 €.

Die Investmentgesellschaft berechnet jedoch pro Einzahlung 5 % Kosten in Form eines Aufgabeaufschlags, über die gesamte Spardauer von 25 Jahren (= 300 Monate) insgesamt 750,00 € (= 300 × 2,50 €). Der Anlagebetrag pro Monat sinkt durch den Kostenabzug auf effektiv 47,50 € pro Monat und damit wird nur ein Endvermögen in Höhe von 27.936,00 € erreicht. Die Kosten in Höhe von 2,50 € pro Monat reduzieren den Sparerfolg um insgesamt 1.470,00 €.

Ebenso wie bei der Verzinsung (Zinseszinseffekt) zeigt sich auch bei den laufenden Kosten eines langfristigen Sparvertrages ein Kumulationseffekt: Relativ kleine Abzugsbeträge wachsen, da sie nicht für eine laufende Wiederanlage zur Verfügung stehen, über die Jahre zu einem ansehnlichen Vermögensverlust heran!

Die Höhe der einmaligen und laufenden Gebühren fällt je nach Produkt und Anbieter unterschiedlich aus, teilweise entfallen sie auch ganz. Der Effekt von bereits kleinen Gebührenunterschieden ist jedoch gerade bei langen Laufzeiten groß. Daher sollten Sie die einmaligen und laufenden Kosten stets genau überprüfen und vergleichen.

Realzinsfalle: Inflation übersteigt sichere Zinsen

Auch scheinbar risikolose Anlagen haben ein Risiko, nämlich die Inflation. Denn auch sie zehrt an den Erträgen und verringert den real erzielten Vermögenszuwachs. Dabei braucht es gar keine besonders hohen Inflationsraten, wenn nur die Zinsen niedrig genug sind. Liegen die Zinsen für sichere Geldanlagen wie Termin-, Spareinlagen oder Bundeswertpapiere unterhalb der Inflationsrate, wird das Ersparte Jahr für Jahr real betrachtet immer weniger wert. Der Anleger sitzt in der sogenannten Realzinsfalle.

Beispiel:

Sie haben 10.000,00 € auf einem Tagesgeldkonto zu einem Zinssatz von 1,5 % p.a. angelegt; Kosten oder Gebühren werden nicht berechnet, Ihr Sparerpauschbetrag ist bereits ausgeschöpft und die Inflationsrate liegt bei 2,0 % pro Jahr. Ihre reale Rendite nach einem Jahr berechnet sich wie folgt:

Zinsertrag (1,5 % auf 10.000,00 €)

150,00 €

25 % Abgeltungsteuer

./.

37,50 €

5,5 % Solidaritätszuschlag

./.

2,06 €

Netto-Ertrag nach Steuer

=

110,44 €

Nettorendite nach Steuer

1,10 %

Geldentwertung bei 2 % Inflation

./.

200,00 €

Ergebnis

=

./.89,56 €

Reale Rendite

./.0,90 %


Trotz einer Verzinsung von 1,5 % im Jahr erleidet der Anleger nach Steuerabzug und Inflation einen Verlust. Real hat sich sein Vermögen um rund 90,00 € reduziert.

Wer sein Vermögen in der Substanz erhalten oder sogar vermehren will, muss also nach Anlageformen suchen, deren Rendite nach Steuern und Kosten noch über der Inflation liegt. In ausgeprägten Niedrigzinsphasen lässt sich das mit Geldwertanlagen, bei denen Zins- und Rückzahlungen weitgehend garantiert sind, nicht erreichen. Das heißt aber auch: Beim kurzfristigen Anschaffungssparen mit einem Anlagehorizont von ein bis drei Jahren gibt es keinen realen Wertzuwachs durch Zins und Zinseszins.

Im Hinblick auf die langfristige Vermögensanlage bietet sich ein Ausweg aus der Realzinsfalle, wenn eng an der realen Wirtschaft investiert wird. Typische Sachwertanlagen, die angesichts höherer Renditen einen besseren Inflationsschutz bieten, sind beispielsweise Aktien bzw. Aktienfonds, Unternehmensanleihen oder Immobilienfonds. Wo eine gute Rendite winkt, sind aber auch die Wertschwankungen und Risiken deutlich höher und nicht jeder ist bereit, diese zu tragen.

Weitere News zum Thema

  • Wenn (fast) alle Mitarbeiter einer Firma frei haben

    [] (verpd) Selbst wenn eine Firma Betriebsferien hat oder aufgrund anderer Gründe keine oder nur wenige Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum im Betrieb sind, gibt es Risiken, die zu hohen Schäden führen können. Die Gefahr von Schäden durch Brandstiftung, Diebstahl und Vandalismus ist im Vergleich zum Normalbetrieb sogar höher. Was Firmeninhaber und Unternehmens-Verantwortliche diesbezüglich beachten sollten. mehr

  • Die Hochburgen der Motorraddiebe

    [] (verpd) Die Anzahl der gestohlenen Motorräder und sonstigen Krafträder geht seit 2007 stetig zurück. Letztes Jahr gab es sogar im Vergleich zu den letzten 15 Jahren so wenige Kraftraddiebstähle wie nie zuvor. Allerdings unterscheidet sich die Anzahl derartiger Delikte in Relation zur Einwohnerzahl von Bundesland zu Bundesland erheblich. Die meisten Kraftraddiebstähle pro 100.000 Einwohner gibt es mit Abstand in Berlin, die wenigsten in Bayern. mehr

  • Die Hauptgründe, warum die Bürger sparen

    [] (verpd) Einer regelmäßig durchgeführten Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen zufolge ist der Konsum erneut das wichtigste Sparmotiv. Die Altersvorsorge bleibt weiterhin auf dem zweiten Rang, konnte jedoch in den vergangenen Monaten wieder an Wichtigkeit gewinnen. mehr

  • So zufrieden sind die Bürger mit dem Gesundheitssystem

    [] (verpd) Die überwiegende Mehrheit ist mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das zeigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage einer gesetzlichen Krankenkasse. Allerdings wünscht sich der Großteil der Bevölkerung in Teilbereichen auch Veränderungen. mehr

  • Hochburgen des Autodiebstahls

    [] (verpd) Das Risiko eines Kfz-Diebstahls besteht überall, doch in einigen Bundesländern ist es statistisch deutlich höher als in anderen, wie die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 zeigt. In Nordrhein-Westfalen gab es beispielsweise nach absoluten Zahlen die meisten Kraftwagendiebstähle, das höchste Risiko, im Verhältnis zur Einwohnerzahl Opfer eines Kfz-Diebs zu werden, besteht jedoch in Berlin. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.