Steuerlast für Erben senken

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(verpd) Grundsätzlich muss jeder, der Geld oder Sachwerte erbt, Erbschaftsteuer bezahlen. Ob und wie viel hängt von diversen Faktoren, wie von der Höhe des geerbten Vermögens und dem Verwandtschaftsgrad zwischen Erbe und Erblasser an. Wenn der Erblasser bereits zu Lebzeiten entsprechende Vorsorge trifft, kann er jedoch die finanzielle Belastung für den Erben auf legalem Wege verringern.

Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilte, zahlten Erben und Beschenkte insgesamt rund 4,7 Milliarden Euro Erbschaft- und Schenkungsteuer an den Staat, weil sie etwa 28,8 Milliarden Euro vererbt oder geschenkt bekommen haben.

Die Mehrheit der Erben und Beschenkten zahlte nach Angaben von Destatis aber aufgrund der geltenden Steuersatz- und Freibetragsregelungen sowie den Bewertungsregelungen keine Erbschaft- und Schenkungsteuer. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Eltern ihrem Kind ein Vermögen vererben, das unter der Freibetragsgrenze von 400.000 €, welche für dieses Verwandtschafts-Verhältnis gilt, liegt.

Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer

Prinzipiell wird die Erbschaft- und Schenkungsteuer auf Grundlage des Erbschaftsteuer- und Schenkungsteuer-Gesetzes (ErbStg) vom Empfänger einer Leistung, also vom Erbe oder vom Beschenkten erhoben. Je nach Verwandtschaftsgrad und Wert der geerbten oder durch Schenkung erhaltenen Sache beträgt der Freibetrag gemäß den Paragrafen 14 bis 19 ErbStG zwischen sieben und 50 Prozent des steuerpflichtigen Betrages.

Freibeträge für Erbfälle und Schenkungen seit dem 1.1.2010

Verwandtschaftsgrad

Freibetrag in Euro

Ehegatten und eingetragene Lebensgefährten

500.000

Kinder und Stiefkinder beziehungsweise deren Kinder, falls Erstere bereits verstorben sind

400.000

Enkelkinder

200.000

Eltern und Großeltern bei Erbschaften

100.000

Eltern und Großeltern bei Schenkungen

20.000

Geschwister, Neffen und Nichten, Stiefeltern, Schwiegereltern, Schwiegerkinder, geschiedene Ehegatten

20.000

alle übrigen Personen

20.000

Datenquelle: Erbschaft- und Schenkungsteuer-Gesetz

Höhe der Erbschaft- und Schenkungsteuer

Vermögenswert des steuerpflichtigen Erbes oder Schenkung bis einschließlich in Euro

Prozentsatz für die Steuerklasse 1, also zum Beispiel für Ehepaare, eingetragene Lebenspartner, Kinder, Enkelkinder und bei Erbschaften für Eltern und Großeltern

Prozentsatz für die Steuerklasse 2, also zum Beispiel Geschwister, Nichten, Neffen, Schwiegerkinder und bei Schenkungen für Eltern und Großeltern

Prozentsatz für die Steuerklasse 3, also zum Beispiel für unverheiratete Paare, Freunde, sonstige Verwandte wie Onkel oder Tanten

75.000

7

15

30

300.000

11

20

30

600.000

15

25

30

6 Millionen

19

30

30

13 Millionen

23

35

50

26 Millionen

27

40

50

über 26 Millionen

30

43

50

Freibeträge sinnvoll ausschöpfen

Ein Weg, damit möglichst wenig Erbschaftsteuer anfällt, ist es, die Freibeträge sinnvoll auszuschöpfen. So haben Ehepaare oder Paare, die eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen sind, 500.000 € Freibetrag für das Erbe, das ihnen der jeweilige Ehe- oder Lebenspartner beim Tod hinterlässt. Wer jedoch ohne Trauschein oder eingetragene Lebenspartnerschaft mit seinem Partner zusammenlebt, hat hingegen nur einen Freibetrag von 20.000 €.

Wer seinen Kindern und/oder Enkelkindern ein größeres Vermögen vererben möchte, kann dies auf mehrere aufteilen, um so den jeweiligen Freibetrag eines jeden einzelnen Kindes und/oder Enkelkindes zu nutzen.

Soll im genannten Fall ein bestimmtes Kind/Enkelkind, das durch dieses Vorgehen nur zum Teil bedacht werden würde, über den Großteil des Erbes verfügen können, kann beispielsweise zugunsten des Kindes/Enkelkindes ein Nießbrauchrecht am Familienvermögen erbrechtlich festgelegt werden.

Verschenken statt vererben

Die Erbschaftsteuer lässt sich auch durch eine Schenkung mindern. Bei einer Schenkung eines Teils oder des gesamten Vermögens an den künftigen Erben werden nämlich die Wertzuwächse, die das verschenkte Vermögens nach der Schenkung erzielt, nicht mehr von der Erbschaftsteuer erfasst.

Des Weiteren lässt sich der persönliche Freibetrag des oder der Beschenkten frühestens nach zehn Jahren nochmals nutzen, da der Freibetrag bei einer weiteren Schenkung oder aber auch im Erbfall danach erneut in Anspruch genommen werden kann. Freibeträge können jedoch im Zeitraum von zehn Jahren nur einmal – egal ob durch Schenkung oder im Erbfall – in Anspruch genommen werden.

Wer als Schenker sichergehen möchte, dass er durch die Schenkung nicht die eigene wirtschaftliche Grundlage gefährdet oder die verschenkte Immobilie nicht mehr selbst nutzen kann, kann sich vertraglich absichern. Beispielsweise kann er sich und/oder seinem Ehepartner ein dingliches unentgeltliches Nutzungsrecht wie ein Nießbrauchrecht, das auch ein festgelegtes Wohnrecht auf Lebenszeit enthält, in seinem „verschenkten Haus“ eintragen lassen.

Finanzielle Entlastung

Die finanzielle Belastung der oder des Erben durch die Erbschaftsteuer lässt sich auch durch eine Risikolebens-Versicherung, die beim Tod des Erblassers einen vereinbarten Betrag – beispielsweise in Höhe der Erbschaftsteuer – an den angegebenen Erben auszahlt, mindern.

Wichtig dabei ist, dass der Erblasser nicht auch der Versicherungsnehmer der Lebensversicherungs-Police ist, denn dann würde die Versicherungsleistung zur Erbmasse zählen und möglicherweise die Erbschaftsteuer sogar noch erhöhen. Dies lässt sich umgehen, wenn der oder die Erben nicht nur als Bezugsberechtigte, sondern auch als Versicherungsnehmer und der Erblasser als versicherte Person in die Risikolebens-Versicherungspolice eingetragen sind.

Mit einer Risikolebens-Versicherung auf Gegenseitigkeit können Paare oder Geschäftspartner, wie zwei Inhaber einer Firma, die finanzielle Belastung, die durch die Erbschaftssteuer für den Erben entsteht, verringern. Bei einer solchen Police werden beide Partner als versicherte Person eingetragen. Stirbt ein Partner, erhält der andere die vereinbarte Leistung. Er kann dieses Geld für den Lebensunterhalt oder beispielsweise bei Firmenpartnern auch für die Auszahlung von Angehörigen oder für die Zahlung der Erbschaftsteuer verwenden.

Kostenlose Broschüre rund um das Thema Erben und Vererben

Die Versicherungswirtschaft bietet auch diverse andere Lösungen an, welche die Steuerlast unter anderem auch im Erbfall minimieren können. Eine entsprechende Beratung dazu gibt es beim Versicherungsfachmann.

Generelle Informationen über die gesetzlichen Regelungen zum Thema Erben gibt es online beim Bundesministerium der Finanzen sowie in der vor Kurzem aktualisierten Broschüre „Erben und Vererben“ des Bundesministeriums der Justiz, die kostenlos heruntergeladen werden kann.

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