So schlagen Sie den Magerzinsen ein Schnippchen

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Unverdrossen werben Banken und Sparkassen für das Sparen in Zinsanlagen. Doch es gibt rentablere Alternativen ohne Risiken.

In der WAZ war zum Weltspartag Lustiges zu lesen: "Aufmerksame Zeitgenossen, die derzeit darüber grübeln, wie sie denn ihr Erspartes einigermaßen gewinnbringend anlegen können, dürften sich dieser Tage wohl die Augen gerieben haben. Anlässlich des Weltspartags am Donnerstag hatte die Sparkasse Olpe-Drolshagen-Wenden ein Werbeplakat für eben jenen Weltspartag ausgehängt mit dem Slogan: Heute wie vor 90 Jahren – für Groß und Klein lohnt sich's zu sparen, verbunden mit einem Verweis aufs Sparkassenbuch. Selbst Sparkassen-Chef Dieter Kohlmeier räumte auf Anfrage ein, dass das Plakat angesichts der derzeitigen Zins-Situation als Ironie aufgefasst werden könne. Der Slogan solle aber auch jüngere Leute daran erinnern, finanziell vorzusorgen. Auf die aktuelle Sparzins-Situation angesprochen, sprach Kohlmeier Klartext: Der Sparer ist eigentlich der Gekniffene. Irgendwo passt das nicht mehr. Der Sparkassenchef informierte auf Anfrage denn auch über die derzeitigen Mini-Zinsen. So gebe es auf dem Sparbuch momentan 0,1 % Zinsen, Tages- und Termingelder brächten je nach Höhe des Betrags und der Laufzeit zwischen 0,05 und 0,2 %. Selbst festverzinsliche Wertpapiere, beispielsweise mit einer zehnjährigen Laufzeit, lägen gerade mal bei rund 1,2 %." Quelle: WAZ

Und an einen Witz erinnert folgende Episode: Kommt ein Opa mit seiner Enkelin am Weltspartag zur Volksbank. Der Filialleiter überreicht der Kleinen ein wuscheliges Schäfchen als Geschenk. Sagt der Opa zum Filialleiter: Als ich Kind war, bekam ich ein Sparschwein geschenkt. Das sollte ich mit Münzen mästen. Heute gibt es ein Schaf, das geschoren wird. Na, aber ... Der Schäfer meint es doch nur gut mit den Schafen. Er nimmt ihnen ihre Wolle nur, damit sie nicht so schwitzen. Er isst ihr Fleisch nur, damit es zu keiner schrecklichen Überbevölkerung kommt. Er lässt die Schäferhunde nur um sie kreisen, damit sie sich nicht verlaufen und den schlimmen Wölfen begegnen, vor denen die Großmutter schon immer gewarnt hat.

Wer sein Erspartes nicht von realen Negativrenditen aufzehren lassen will und sich angesichts der Niedrigzinsen als unerfahrener Anleger zu Investitionen in Aktien, Anleihen und Fonds genötigt fühlt, sollte sich vor den berüchtigten Wölfen der Wall Street nicht unnötig fürchten. Dabei sollten Sie es jedoch nicht riskieren, die typischen Anfängerfehler zu machen und einen Teil Ihres Gelds und für immer Ihren Mut zu verlieren. Viele Kleinanleger kommen mit ihren Ersparnissen zu einem Zeitpunkt an die Börse, an dem die Kurse relativ hoch stehen. Auch auf dem Immobilienmarkt sind die besten Objekte längst verkauft und die eher kümmerlichen Reste oft völlig überteuert. Deshalb steht Informationsbeschaffung an erster Stelle der Strategie. An zweiter Stelle kommt Geduld – auch für die Pflichten des Alltags, und die sehen folgendermaßen aus.

Bilden Sie eine Liquiditätsreserve

Legen Sie das Geld, das am Monatsende übrig ist, auf einem möglichst hoch verzinsten Tagesgeldkonto an (1,2 bis 1,4 % p.a.), bis Sie drei Monatsnettogehälter zusammengespart haben. Diese Geldreserve deckt unregelmäßige Ausgaben ab, wie z.B. die Reparatur des Autos oder der Waschmaschine.

Tilgen Sie Ihre Kredite

Sammelt sich im Laufe der Zeit noch mehr Geld an, nutzen Sie dieses für Sondertilgungen laufender Darlehen. Dadurch ersparen Sie sich höhere Sollzinsen als Sie an Guthabenzinsen bekommen können – und sicherer als Kursgewinne und Dividendenausschüttungen ist das allemal. Denn auch bei Zinsersparnissen wirkt über mehrere Jahre der bekannte Zinseszinseffekt.

Denken Sie an eine private oder betriebliche Rentenversicherung

Haben Sie alle Darlehen abgezahlt, sollten Sie an die Altersvorsorge denken. Allerdings gilt es dabei, genau zu überlegen, welche der verschiedenen Vorsorgeformen für Sie die rentabelste ist. Familien profitieren besonders stark von der staatlich geförderten Riester-Rente. Auch eine Betriebsrente durch Entgeltumwandlung kann sich lohnen, sofern der Arbeitgeber dafür einen Zuschuss zahlt, da auch er dadurch Sozialabgaben spart. Eine Privatrente empfiehlt sich, wenn in der Rentenphase eine hohe Steuerbelastung zu erwarten ist, denn bei ihr ist nur ein Teil der Auszahlungen zu versteuern.

Der Nutzen von allen Vorsorgeprodukten ist die Verlagerung von jetzigem Konsum in späteren Konsum. Die Entscheidung dafür oder dagegen hängt freilich auch von der eigenen Lebenserwartung ab.

Zum Schluss kommen rentablere, aber auch risikoreichere Kapitalanlagen infrage

Nach diesen Pflichtübungen kommt die Kür. Wenn Sie alle Notwendigkeiten des Alltags abgedeckt haben, beginnt das Reich der finanziellen Freiheit. Hier bieten sich dem wohlsituierten Anleger insbesondere eine große Auswahl an Exchange Traded Funds an, die relativ kostengünstig und transparent sind.

Außerdem gibt es verschiedene Formen von Zertifikaten mit eingebauter Risikobegrenzung. Z.B. ermöglichen Discount-Zertifikate einen Einstieg an der Börse mit Rabatt. Bonus-Zertifikate stellen eine attraktive Geldanlage mit Sicherheitsnetz dar. Und auch Garantiefonds sind Anlagen mit Kapitalschutz.

Weitere Geldtipps für einen sicheren Weg zu mehr Rendite lesen Sie in unserer aktuellen Broschüre So reagieren Sparer richtig auf Niedrigzinsen und steigende Inflation .

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