So profitieren Sie von steigenden Tagesgeldzinsen

 - 

Sparfleiß und Börsengewinne bescheren den Deutschen wachsende Geldvermögen. Steigende Zinsen machen Zinsanlagen wieder attraktiver.

Das Geldvermögen privater Haushalte ist im Jahr 2010 infolge hoher Sparraten und deutlicher Kursgewinne stark gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Bundesbank wuchs das Vermögen der Deutschen gegenüber 2009 um 154 Mrd. Euro auf knapp 5 Bio. Euro. Damit hatte umgerechnet jeder Deutsche durchschnittlich etwa 5 Prozent mehr auf der hohen Kante als im Jahr zuvor.

Die Zuwächse verteilen sich vor allem auf Bank- und Versicherungseinlagen. Die Bankeinlagen nahmen netto um rund 80 Mrd. Euro zu. Vor allem die Sichteinlagen, also Anlagen ohne Laufzeit oder Kündigung, erwiesen sich als Sparrenner. Diesem Segment flossen gut 61 Mrd. Euro zu. Anleger schichteten laut Bundesbank vor allem in mittel- bis längerfristige Termingelder um, denn hier waren höhere Zinsergebnisse zu erwarten als mit kurzfristigen Geldanlagen.

Kurzfristige Anlagen im Vorteil

Aktuell könnte sich dieser Trend umkehren, denn kurzfristige Geldanlagen wie Tagesgelder verzeichnen deutlich steigende Zinsen. So kletterte der Biallo-Index für Tagesgeld seit Jahresbeginn bereits um 0,15 Prozentpunkte nach oben. Derzeit liegt der Mittelwert bei 1,40 Prozent im Jahr. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. In den letzten Tagen haben zahlreiche Institute die Zinsen für ihr Tagesgeld angehoben, u.a. die Sparda Bank Nürnberg, die Sparkasse Leipzig, die ING-Diba, die Norisbank, die Santander Bank und die Sparda Bank Süd-West.

Weitere Zinsverbesserungen sind angekündigt. So wird die Bank of Scotland zum 31.5.2011 ihre Tagesgeld-Zinsen um 0,1 Prozentpunkte auf dann 2,4 Prozent anheben, die Merkur Bank steigert am 1.6.2011 den Zinssatz um 0,35 Prozentpunkte auf 1,6 Prozent und die Targobank am gleichen Tag um 0,2 Prozentpunkte auf 1,4 Prozent.

Neukundenvorteile sichern

Sparer müssen allerdings genau auf Vertragsbedingungen achten. Viele Banken unterscheiden beim Tagesgeld zwischen Angeboten für Neukunden und für Bestandskunden. Während die Zinssätze für bestehende Konten bzw. für bereits angelegtes Geld zumeist niedriger liegen, zahlen viele Banken für Neukunden bzw. für frisch zur Bank fließendes Geld höhere Zinsen.

Beispiele hierfür sind etwa die Santander Bank, die neuen Kunden auf ihrem Top-Tagesgeldkonto attraktive 2,5 Prozent Zinsen zahlt, Bestandskunden für das normale Tagesgeld aber nur Zinsen zwischen 0,1 und 0,4 Prozent gutschreibt. Ähnlich arbeitet die PSD Bank Rhein-Neckar-Saar: Neukunden erhalten 2,4 Prozent Zinsen für ihr Tagesgeld, Bestandskunden müssen sich mit 1,33 Prozent zufrieden geben. Gleicher Fall bei Cortal Consors: Neukunden zahlt die Direktbank 2,3 Prozent Zinsen, Altkunden erhalten lediglich 1,5 Prozent.

Auf Zinsgarantie achten

Interessant ist, wie lange man als Neukunde gilt, denn nur für diese Zeit ist der Topzins garantiert. Während Cortal Consors immerhin ein Jahr lang den Neukunden-Zinssatz garantiert, gilt dies bei der ING-Diba nur für sechs Monate. Ungünstiger fahren Neukunden bei der PSD-Bank Rhein-Neckar-Saar, denn das Geldhaus zahlt den Topzins nur bis zum 31.7.2011. Danach fallen Neuanleger auf den Tagesgeld-Zinssatz für Stammkunden zurück. Besser haben es derzeit Kunden der Santander Bank. Da das Top-Tagesgeldkonto ein neues Produkt ist, besteht nach Auskunft der Bank derzeit keine zeitliche Beschränkung für den Status als Neukunde.

Tipp
Sparer sollten vor Eröffnung eines Tagesgeldkontos stets prüfen, ob der Zinssatz nur für Neukunden gilt und wie lange das der Fall ist. Wer die Neukunden-Klausel umgehen möchte, der sollte ein Tagesgeldkonto bei einem Institut einrichten, das keine Unterscheidung zwischen Neu- und Altkunden vornimmt. So machen etwa die Bank of Scotland und die Audi-Bank keinen Unterschied zwischen ihren Tagesgeld-Kunden und zahlen jedem den gleichen Zinssatz.

Weitere News zum Thema

  • Warum für Frauen die private Altersvorsorge wichtig ist

    [] (verpd) Aufgrund ihrer Erwerbsbiografie bekommen Rentnerinnen im deutschlandweiten Durchschnitt gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der gesetzlichen Rente der Männer, wie statistische Daten belegen. Eine Umfrage belegt aber auch, dass vielen Frauen bewusst ist, dass sie sich finanziell nicht auf die gesetzliche Rente alleine verlassen können. mehr

  • Mehr als jeder sechste Bundesbürger ist armutsgefährdet

    [] (verpd) Das Risiko, von Armut betroffen zu sein, ist in Deutschland trotz anhaltendem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosenquote weiter gestiegen. Laut eines vor Kurzem veröffentlichten Berichtes des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. sind im Durchschnitt 15,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Besonders betroffen sind wie in den Vorjahren Alleinerziehende, Erwerbslose, Kinderreiche Familien und Rentenbezieher. mehr

  • Gesetzliche Krankenversicherung erzielte Milliardengewinn

    [] (verpd) Das System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat im vergangenen Jahr dank eines moderaten Kostenanstiegs und aufgrund einer steigenden Versichertenzahl einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro erzielt. Die Finanzreserven der Krankenkassen summierten sich dadurch auf 15,9 Milliarden Euro, wie das Bundesministerium für Gesundheit jüngst mitteilte. Einschließlich der im Gesundheitsfonds liegenden Reserven stiegen die Rücklagen auf zusammen 25 Milliarden Euro. mehr

  • Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber verschenken Geld

    [] (verpd) Aktuelle Zahlen aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigen, dass noch lange nicht alle Arbeitnehmer die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für sich nutzen, um ihr finanzielles Auskommen im Rentenalter zu sichern. Dabei gibt es auch geschlechter- und altersspezifische Unterschiede. mehr

  • Kfz-Versicherungsprämie sparen durch regelgerechtes Fahren

    [] (verpd) Manche Kfz-Versicherer belohnen Autofahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten und deren Unfallrisiko daher geringer ist von Fahrern, die wegen Verkehrsvergehen beispielsweise mit einem Punkteeintrag im Fahreignungsregister bestraft wurden, mit einem Prämiennachlass. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.