So erfassen Sie Ihr Vermögen

So erfassen Sie Ihr Vermögen

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Bevor Sie über eine Geldanlage nachdenken, sollten Sie Ihre vorhandene Vermögensstruktur untersuchen.

In der Praxis gelingt dies am besten durch die Aufstellung einer Vermögensbilanz nach folgendem Muster (die einzelnen Positionen sind als Beispiele für die Aufstellung einer solchen Bilanz zu verstehen):

Vermögen

Verbindlichkeiten

Bezeichnung

Wert in €

Bezeichnung

Aktuelle
Restschuld in €

1. Immobilien

Hypothekendarlehen

1.1 Selbst genutzt

Bauspardarlehen

1.2 Vermietet

Ratenkredite

1.3 Immobilienbeteiligungen
(geschlossener Fonds)

Überziehungskredit

2. Sonstiges Sachvermögen

2.1 Edelmetalle

2.2 Münzen

2.3 Bilder, Antiquitäten

2.4 Oldtimer

3. Wertpapierdepots

3.1 Depot bei Bank 1

3.2 Depot bei Bank 2

4. Versicherungsguthaben
(Rückkaufswerte)

4.1 Kapitallebensversicherung

4.2 Rentenversicherung

5. Fondsanteile

5.1 Offene Immobilienfonds

5.2 Aktienfonds

5.3 Rentenfonds

5.4 Geldmarktfonds

5.5 Vermögensverwaltende Fonds

6. Festgeld, Spar- und
Sichteinlagen

6.1 Bausparguthaben

6.2 Termingeldkonto

6.3 Sparkonto

6.4 Girokonto

Die Gliederung der bereits vorhandenen Vermögenswerte erfolgt nach der Möglichkeit ihrer Veräußerung (Liquiditätsgrad). Je weiter unten in der Bilanz eine Position auftaucht, desto einfacher ist es, diese aufzulösen und den Erlös anderweitig anzulegen. Die dargestellte Vermögensbilanz ist recht umfangreich, da sie eine große Bandbreite potenzieller Anlageformen berücksichtigt. Die individuelle Vermögensaufstellung eines durchschnittlichen Anlegers fällt sicherlich weniger komplex aus.

Die selbst genutzte Immobilie steht in der Bilanz an erster Stelle. Für die sich an die Vermögensaufstellung anschließenden Fragen der Asset Allocation spielt sie jedoch keine Rolle. Die Entscheidung für das eigene Haus fällt nämlich regelmäßig aus persönlichen, emotionalen Beweggründen und nicht unter Aspekten von Ertrag und Risiko.

Einer besonderen Beurteilung bedarf auch das Gold. Einerseits lässt es sich als normales Sachvermögen im Rahmen der Asset Allocation bewerten. Viele Anleger kaufen es zum Schutz vor Inflation oder gegen Krisen. Für andere Investoren ist seine Rolle dagegen als Geldersatz von Bedeutung. Selbst alle großen Notenbanken verfügen über Goldbestände in erheblichem Umfang und haben diese in den letzten Jahren sogar kräftig aufgestockt. Da die internationale Verschuldung hoch ist und in vielen Staaten sogar weiter zunimmt, halten namhafte Experten eine Reform einzelner Papierwährungen in den kommenden Jahren/ Jahrzehnten für unausweichlich. Auch dem Euro wird angesichts der auseinanderlaufenden Wirtschaftsentwicklung in den einzelnen Mitgliedsländern häufig kein dauerhaftes Überleben zugetraut.

Der Kauf von Gold gilt für diese Fälle als Versicherungsprämie für das eigene Vermögen. Versicherungsschutz kostet aber bekanntlich Geld – bei Gold in Form entgangener Erträge. Als Reserve für den Fall einer Währungsreform bzw. den krisenhaften Untergang der bestehenden Wirtschaftsordnung empfehlen deshalb bekannte Vermögensverwalter wie Marc Faber oder Felix Zulauf einen gewissen Anteil des eigenen Vermögens in Gold zu halten, verzichten aber aufgrund seiner besonderen Rolle im Rahmen der Asset Allocation auf eine Bewertung dieser Vermögensposition.

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