So armutsgefährdet sind die Bundesbürger

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Im Jahr 2009 waren in der Europäischen Union 16,4 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) jüngst unter Bezug auf die europaweiten Erhebungen weiter mitteilte, belegte Deutschland als bevölkerungsreichstes EU-Mitglied mit eine Quote von 15,6 Prozent zwar einen Platz unterhalb des EU-Mittelwertes, im Vergleich zu den direkten Nachbarstaaten fällt dieser Wert allerdings sehr hoch aus.

Als armutsgefährdet gelten Einwohner mit einem Jahreseinkommen von 60 Prozent oder weniger des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung eines Landes. In Deutschland belief sich die Einkommensgrenze für eine Armutsgefährdung im Jahr 2009 für eine allein lebende Person auf 11.278 €. Das entspricht rund 940 € pro Monat. 15,6 Prozent der Bürger in Deutschland waren davon betroffen.

Die niedrigste Armutsgefährdungsquote innerhalb der Europäischen Union erreichte Destatis zufolge die Tschechische Republik mit neun Prozent. Die Einkommensgrenze für eine Armutsgefährdung wurde hier mit 4.235 € ermittelt.

Skandinavien schneidet erwartungsgemäß gut ab

Für die Euro-Zone wurde ein nur leicht besserer Wert als für die gesamte Europäische Union ausgewiesen. Als armutsgefährdet galten 16,1 Prozent der Bevölkerung, wobei Spanien mit einer Quote von 20,7 Prozent (Einkommensgrenze 7.818 €) und Griechenland 20,1 Prozent (Einkommensgrenze 7.178 €) besonders schlecht abschnitten.

Die Armutsgefährdung in den skandinavischen EU-Ländern ist diesem Vergleich zufolge deutlich weniger ausgeprägt als in anderen Partnerländern. In Dänemark liegt die Quote bei 13,3 Prozent (Einkommensgrenze 15.401 €), in Schweden bei 12,9 Prozent (11.825 €) und im Euro-Land Finnland bei 13,1 Prozent (12.809 €).

Für die außerhalb der EU stehenden Länder Norwegen (Einkommensgrenze 19.438 €) und die Schweiz (Einkommensgrenze 18.409 €) wurden Quoten von 11,2 beziehungsweise 15,0 Prozent ausgewiesen.

Bei der Einkommensverteilung klafft die Schere weit auseinander

Nach den Ergebnissen aus der europaweit vergleichbaren Erhebung EU-SILC (European Union Statistics on Income and Living Conditions) bestehen zugleich erhebliche Einkommensunterschiede. So verdienen die 20 Prozent der einkommensstärksten Haushalte in der EU das Fünffache der unteren 20 Prozent. Für die Euro-Zone ergab sich ein Wert des 4,9-fachen.

Für Deutschland wurde ein Verhältnis von 4,5 und für Österreich von 3,7 ausgewiesen. Die Schweiz kam hier auf einen Wert von 4,5.

Das europaweit ermittelte Haushaltseinkommen setzt sich im Einzelnen zusammen aus Einkommen aus selbstständiger und unselbstständiger Erwerbstätigkeit, dem Einkommen aus Vermögen, Renten und Pensionen sowie empfangenen laufenden Transfers – wie etwa Arbeitslosengeld, Sozialhilfe oder Kindergeld. Direkte Steuern und Sozialbeiträge werden abgezogen.

Frühe Vorsorge ist sinnvoll

Für den Einzelnen ist es wichtig, so früh wie möglich mit einer finanziellen Vorsorge zu beginnen. Denn je früher man anfängt, desto höher ist in der Regel das finanzielle Polster beziehungsweise desto niedriger sind die Prämien für spezielle Versicherungslösungen. Eltern können beispielsweise mit einer Kapitallebens-Versicherung den finanziellen Grundstock für ihre Kinder bereits frühzeitig schaffen.

Unter anderem kommen gesetzlich rentenversicherungs-pflichtige Arbeitnehmer in den Genuss staatlicher Förderungen, wenn sie beispielsweise mit einem Riester-Vertrag für das Alter vorsorgen. Wer bis zu seinem 25. Lebensjahr einen solchen Vertrag abschließt, erhält sogar noch einen Sonderbonus von 200 € dazu. Auch Selbstständige werden bei der Altersvorsorge staatlich gefördert, wenn sie in einen Rürup-Rentenvertrag einzahlen.

Daneben gibt es auch für andere Vorsorge-Versicherungslösungen diverse Förderungen und Anreize, wie steuerliche Vergünstigungen und verbilligte Absicherungs-Möglichkeiten in betrieblichen Rahmenverträgen.

Absicherungen von existenzgefährdenden Risiken

Spezielle Versicherungsprodukte ermöglichen es auch, bestimmte Situationen, die oftmals finanzielle Schwierigkeiten nach sich ziehen, abzusichern. So kann der Hauptverdiener seine Familie mit einer Risikolebens-Versicherung gegen den Einkommensausfall nach seinem Ableben durch Unfall oder Krankheit absichern.

Arbeitnehmer oder auch Selbstständige müssten im Falle einer Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit entweder mit einem kompletten oder zumindest mit einem teilweisen Einkommensausfall rechnen. Mit einer Berufsunfähigkeits-Police lässt sich dieses Risiko abfedern.

Auch andere Versicherungslösungen wie eine private Pflegeversicherung, eine Krankentagegeld-Police oder auch eine Unfallversicherung könnten im Fall des Falles ein finanzielles Desaster verhindern. Welche Vorsorgemaßnahmen für den Einzelnen sinnvoll sind und wie er dabei eventuell steuerlich oder finanziell unterstützt wird, kann beim Versicherungsexperten erfragt werden.

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