Schmerzhaftes Ende einer Motorradtour im Regen

 - 

(verpd) Kommt ein Motorradfahrer bei Nässe zu Fall, weil die Fahrbahn nicht griffig genug ist, so steht ihm ein Anspruch auf Schadenersatz zu.

Das gilt zumindest dann, wenn den für die Straße Verantwortlichen der Mangel der Fahrbahn bekannt war, so das Oberlandesgericht Hamm in einem vor Kurzem veröffentlichten Urteil (Az. 11 U 166/14).

Eine Frau war an einem Sommermonat mit ihrem Motorrad auf einer Landstraße unterwegs, als sie kurz hinter einer Ortsdurchfahrt unvermittelt auf der durch Regen nassen Fahrbahn stürzte. Den bei dem Unfall erlittenen Sachschaden in Höhe von rund 2.100 € machte die Bikerin gegenüber dem für die Straße zuständigen Bundesland geltend. Sie behauptete, dass das Land seine Verkehrssicherungs-Pflicht verletzt habe. Denn sie sei nur deswegen gestürzt, weil die Fahrbahn im Bereich der Unfallstelle offensichtlich schon seit Längerem nicht mehr griffig genug gewesen sei.

Mit ihrer gegen das Land Nordrhein-Westfalen eingereichten Klage hatte die Frau überwiegend Erfolg. Das Hammer Oberlandesgericht sprach ihr unter Berücksichtigung der Betriebsgefahr ihres Motorrades den Ersatz von 75 Prozent des ihr durch den Unfall entstandenen Schadens zu.

Fehlende Beschilderung

Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme war der Fahrbahnbelag im Bereich der Unfallstelle schon seit mindestens 2008 nicht mehr griffig genug. Daher bestand auch für ordnungsgemäß fahrende Motorradfahrer die Gefahr, den Streckenabschnitt der Landstraße bei Nässe nicht mehr ungefährdet passieren zu können.

Das sei im Rahmen einer Straßenzustandserhebung festgestellt worden und dem Landesbetrieb Straßenbau spätestens im Jahr 2010 bekannt gewesen. Trotz allem habe man nichts unternommen, um die Gefahr zu beseitigen. Nach Ansicht der Richter wäre das Land aber auf jeden Fall dazu verpflichtet gewesen, auf die bei Nässe bestehende Schleuder- und Rutschgefahr durch Schilder hinzuweisen und die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer zu begrenzen.

Das sei jedoch versäumt worden, sodass die Klägerin dem Land zu Recht eine Verletzung der Verkehrssicherungs-Pflicht vorgeworfen habe. Die Frage, ob das Land darüber hinaus dazu verpflichtet gewesen wäre, den Streckenabschnitt baulich zu sanieren, ließen die Richter offen.

Kostenschutz nach einem Verkehrsunfall wegen Straßenschäden

Wer wegen Straßenschäden einen Schaden erleidet, sollte seine Schadenersatz- und/oder Schmerzensgeld-Forderungen umgehend beim zuständigen Straßenbaulastträger wie Staat, Bundesland, Landkreis oder Kommune geltend machen.

Notfalls kann man sein Recht auch vor Gericht einfordern. Eine Verkehrsrechtsschutz-Police hilft das Kostenrisiko zu tragen, wenn der Versicherer eine Leistungszusage gibt, da eine solche Police dann die Anwalts-, Sachverständigen- und Gerichtskosten übernimmt.

Hat der Straßenbaulastträger seine Verkehrssicherungs-Pflichten erfüllt, bleibt der Geschädigte jedoch auf seinen Schadenskosten sitzen. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Autobesitzer, die eine Vollkaskoversicherung haben, bekommen in der Regel im Rahmen dieses Versicherungsschutzes auch Kfz-Schäden am eigenen Pkw, die bei einem Unfall – auch infolge eines Schlagloches oder eines anderen Straßenschadens – entstanden sind, erstattet.

Weitere News zum Thema

  • Warum für Frauen die private Altersvorsorge wichtig ist

    [] (verpd) Aufgrund ihrer Erwerbsbiografie bekommen Rentnerinnen im deutschlandweiten Durchschnitt gerade einmal etwas mehr als die Hälfte der gesetzlichen Rente der Männer, wie statistische Daten belegen. Eine Umfrage belegt aber auch, dass vielen Frauen bewusst ist, dass sie sich finanziell nicht auf die gesetzliche Rente alleine verlassen können. mehr

  • Mehr als jeder sechste Bundesbürger ist armutsgefährdet

    [] (verpd) Das Risiko, von Armut betroffen zu sein, ist in Deutschland trotz anhaltendem Wirtschaftswachstum und sinkender Arbeitslosenquote weiter gestiegen. Laut eines vor Kurzem veröffentlichten Berichtes des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands - Gesamtverband e.V. sind im Durchschnitt 15,7 Prozent der Bevölkerung von Armut bedroht. Besonders betroffen sind wie in den Vorjahren Alleinerziehende, Erwerbslose, Kinderreiche Familien und Rentenbezieher. mehr

  • Gesetzliche Krankenversicherung erzielte Milliardengewinn

    [] (verpd) Das System der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat im vergangenen Jahr dank eines moderaten Kostenanstiegs und aufgrund einer steigenden Versichertenzahl einen Überschuss von rund 1,38 Milliarden Euro erzielt. Die Finanzreserven der Krankenkassen summierten sich dadurch auf 15,9 Milliarden Euro, wie das Bundesministerium für Gesundheit jüngst mitteilte. Einschließlich der im Gesundheitsfonds liegenden Reserven stiegen die Rücklagen auf zusammen 25 Milliarden Euro. mehr

  • Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber verschenken Geld

    [] (verpd) Aktuelle Zahlen aus dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zeigen, dass noch lange nicht alle Arbeitnehmer die Vorteile einer betrieblichen Altersvorsorge (bAV) für sich nutzen, um ihr finanzielles Auskommen im Rentenalter zu sichern. Dabei gibt es auch geschlechter- und altersspezifische Unterschiede. mehr

  • Kfz-Versicherungsprämie sparen durch regelgerechtes Fahren

    [] (verpd) Manche Kfz-Versicherer belohnen Autofahrer, die sich an die Verkehrsregeln halten und deren Unfallrisiko daher geringer ist von Fahrern, die wegen Verkehrsvergehen beispielsweise mit einem Punkteeintrag im Fahreignungsregister bestraft wurden, mit einem Prämiennachlass. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.