Private Krankenversicherer bieten Pflegeratgeber im Internet

 - 

(verpd) Der Verband der Privaten Krankenversicherung (PKV-Verband) hat ein neues Onlineportal zum Thema Pflege vorgestellt.

Betroffene und Angehörige finden dort umfangreiche Informationen zu den Themen Bedürftigkeit, Finanzierung und Organisation. Außerdem gibt es zahlreiche Erfahrungsberichte von Laien, die auch von den negativen Seiten berichten und Tipps aus dem eigenen Alltag weitergeben.

In Deutschland galten Ende 2013 rund 2,63 Millionen Menschen im Sinne von SGB XI (elftes Sozialgesetzbuch) als pflegebedürftig. Das sind im Vergleich zum Vorjahr (2,54 Millionen Pflegebedürftige) 3,5 Prozent mehr. Über 70 Prozent aller Pflegebedürftigen werden zu Hause gepflegt. Die Mehrheit (56 Prozent) war Ende 2013 in die Pflegestufe I eingestuft. 32 Prozent aller Pflegebedürftigen haben die Pflegestufe II und elf Prozent die Pflegestufe III. In den kommenden Jahren wird nach Aussagen von Experten die Zahl der Pflegebedürftigen weitersteigen.

Vor diesem Hintergrund hat der Verband der privaten Krankenversicherung e.V. (PKV-Verband) ein neues Online-Angebot zum Thema Pflege entwickelt, das ausführliche Informationen für Betroffene und pflegende Angehörige bietet. Das Portal http://www.pflegeberatung.de/ ist ein gemeinsames Projekt des PKV-Verbandes und seiner Tochterunternehmen Compass Private Pflegeberatung GmbH sowie der Medicproof GmbH, dem medizinischen Dienst der PKV.

Das bietet das Online-Angebot

Das Angebot des PKV-Verbands umfasst eine Datenbank mit konkreten Hilfsangeboten in der Nähe. Außerdem sind Informationen zu Pflegeheimen, ambulanten Diensten, Tages- und Nachtpflege, Betreuungsangeboten sowie weiteren Entlastungs-Möglichkeiten hinterlegt.

„Mithilfe von Checklisten und Tests können die Betroffenen zum Beispiel prüfen, ob sie eine Pflegestufe beantragen sollten“, erklärt der Verband. Mit einem Rechner lassen sich zudem die Kosten von Pflegediensten speziell für die individuell benötigten Leistungen abschätzen.

Außerdem zeigt das Portal auf, wie hoch die Versicherungsleistungen in den Pflegestufen sind und ab wann Pflegegeld gezahlt wird. Beantwortet werden auch Fragen nach den Leistungen bei Demenz oder wo die Betroffenen weitere finanzielle Unterstützung erhalten.

Erfahrungsberichte und Tipps von Betroffenen

Doch nicht nur Experten kommen zu Wort. Unter dem Menüpunkt „Meine Pflegeerfahrung“ berichtet eine ehrenamtliche „Laienredaktion“ von persönlichen Erfahrungen. Diese Redaktion setzt sich aus Betroffenen, wie etwa einer an Multiple Sklerose erkrankten Frau sowie pflegenden Angehörigen zusammen.

Dabei zeigen die Berichte auch die negativen Seite der Pflege auf: „Die Mitarbeiter des Pflegedienstes sind oft eng getaktet. Daher kann es passieren, dass sie nicht zu der verabredeten Zeit kommen. Das hat mich jedoch aus der Bahn geworfen, weil ich auf den Pflegedienst gewartet habe. Denn ohne Hilfe kann ich nicht zur Toilette“, berichtet etwa Renate Claus, die aufgrund einer chronischen Krankheit pflegebedürftig ist. „Als ich die Mitarbeiterin darauf angesprochen habe, hat sie sehr gestresst und verärgert reagiert. Das Ergebnis: Sie war an diesem Tag sehr unfreundlich zu mir.“

Anschließend gibt die Laienredakteurin einige Tipps, wie mit solchen schwierigen Situationen umzugehen ist. Neben dem Lesen von Erfahrungsberichten zu ganz unterschiedlichen Themenbereichen, wie Organisation und Finanzierung, haben die Besucher der Website auch die Möglichkeit, per E-Mail Kontakt aufzunehmen. „Die Laienredakteure antworten umgehend auf Ihre Fragen“, wird auf der Seite versprochen.

Kompetenz in Sachen Pflege

„Der PKV-Verband und seine Tochterunternehmen haben in den vergangenen Jahren große Kompetenz in Sachen Pflege aufgebaut“, erklärt Verbandsdirektor Volker Leienbach in einer Pressemeldung. Das vielseitige Engagement setze die PKV nun online fort und „stellt mit Pflegeberatung.de ihre Kompetenz allen Verbrauchern kostenlos zur Verfügung“.

Auch die gesetzlichen Krankenversicherer und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) bieten online Informationen zum Thema Pflege.

Laut dem BMG können unter folgenden Webadressen nach Pflegediensten und/oder Pflegeheimen von verschiedenen Organisationen und Firmen gesucht werden: http://www.aok-gesundheitsnavi.de/ (Gesundheitsnavigator der Allgemeinen Ortskrankenkassen), http://www.bkk-pflegefinder.de/ (Pflegefinder der Betriebskrankenkassen), http://www.der-pflegekompass.de/ (Pflegekompass der Knappschaft) und http://www.pflegelotse.de/%28S%28io2zc045yb4bzu45cr0yua45 %29 %29/presentation/pl_intro.aspx?krankenkasse=vdekwww.pflegelotse.de (Pflegelotse des Verbands der Ersatzkassen).

Weitere News zum Thema

  • Teure Unnachgiebigkeit beim Streit um eine Parklücke

    [] Kommt es zwischen einem rückwärts in eine Parklücke einparkenden Pkw und einem von hinten kommenden Auto, dessen Fahrer ebenfalls den gleichen Parkplatz nutzen will, zu einem Unfall, ist in der Regel von einem gegenseitigen Verschulden der Kfz-Fahrer auszugehen. Das geht aus einem Urteil des Landgerichts Saarbrücken hervor (Az. 13 S 20/16). mehr

  • Streit mit der Versicherung kostenlos regeln

    [] Ist man als Versicherungskunde mit einer Vertragsentscheidung oder der Regulierung eines eingetretenen Versicherungsschadens nicht einverstanden und hilft auch eine entsprechende Beschwerde nicht weiter, gibt es mehrere Wege, sein Recht einzufordern. Zum einen ist dies über ein Gerichtsverfahren möglich, wobei hier je nach Fall mit hohen Prozesskosten zu rechnen ist. Zum anderen gibt es aber auch einen kostenlosen Weg, nämlich über einen neutralen Streitschlichter für Versicherungs-Angelegenheiten. mehr

  • Sicher online einkaufen leicht gemacht

    [] Wie beliebt das Einkaufen über das Internet ist, zeigt eine Zahl aus der vergangenen Weihnachtssaison. Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom) wurden letztes Jahr sogar 3,6 Millionen echte Weihnachtsbäume online gekauft. mehr

  • Augen auf, Tasche zu

    [] Die Schadensumme der Taschendiebstähle hat nach Angaben des Bundeskriminalamtes letztes Jahr mit rund 51,5 Millionen Euro einen neuen Höchststand erreicht. Besonders häufig wird in Großstädten, an Orten mit Gedränge, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf Märkten, Messen oder anderen Veranstaltungen geklaut, also praktisch überall dort, wo viel los ist. Wer einige einfache Verhaltensregeln beachtet, kann – beispielsweise bei einem Besuch auf einem Weihnachtsmarkt – sein persönliches Risiko, Opfer eines Taschendiebstahls zu werden, deutlich senken. mehr

  • Kfz-Versicherung: Nicht jedes Schnäppchen rentiert sich

    [] Jetzt ist wieder die Zeit, in der diverse Werbespots hohe Einsparungen versprechen, wenn man seine Kfz-Versicherung kündigt und zu einem anderen Versicherer wechselt, denn die meisten Kfz-Policen können noch bis zum 30. November gekündigt werden, um dann bis zum 1. Januar bei einem anderen Kfz-Versicherer einen neuen Kfz-Versicherungsvertrag abzuschließen. Wer jedoch wechseln möchte, sollte insbesondere darauf achten, dass das günstigere Angebot nicht auch einen schlechteren Versicherungsschutz als bisher aufweist, denn das kann im Schadenfall teuer werden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.