Mehr Kfz-Haftpflichtschäden und höhere Schadenskosten

Mehr Kfz-Haftpflichtschäden und höhere Schadenskosten

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(verpd) Vor Kurzem hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) und der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) eine gemeinschaftlich erstellte Kraftfahrt-Statistik veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass nicht nur mehr Schäden pro 1.000 zugelassene Pkws festgestellt wurden, sondern die Schadenskosten auch höher als bisher sind. Insbesondere bei Fahranfängern und bei langjährigen Autofahrern gab es auffällige Veränderungen beim Schadengeschehen.

Je 1.000 Pkws hatten 65 Autos im Jahre 2015 einen Kfz-Haftpflichtschaden, also einen Unfall, bei dem ein anderer geschädigt und der vom Kfz-Versicherer des Unfallverursachers beglichen wurde. Die Schadenhäufigkeit war damit im Vergleich zum Vorjahr um 1,56 Prozent höher.

Dies geht aus der aktuellen Jahresgemeinschafts-Statistik über den Schadenverlauf in der Kraftfahrzeug-Haftpflichtversicherung hervor. Diese wurde gemeinschaftlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (GDV) und der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungs-Aufsicht (Bafin) erstellt.

Mehr Unfälle

Die durchschnittlichen Kosten für einen Kfz-Haftpflichtschaden erhöhten sich um rund 0,5 Prozent auf 3.293 Euro. Von diesen Durchschnittswerten weichen statistisch gesehen insbesondere bei der Anzahl der Unfälle die Fahranfänger ab. Insgesamt waren Pkws, die mit einer Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) in der Kfz-Haftpflichtversicherung von 1 bis 0 eingestuft waren – das ist die SF-Klasse, in der vor allem Fahranfänger eingestuft werden –, deutlich häufiger von Kfz-Haftpflichtschäden betroffen als bisher.

Die Klassen im Einzelnen: In SF 0 hat sich die Unfallhäufigkeit um 6,8 Prozent auf 141 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Autos erhöht. In der SF-Klasse 1 gab es im Durchschnitt 100 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Autos und damit eine Zunahme der Unfallhäufigkeit um 2,6 Prozent.

Bei den Kfz-Policen mit guten SF-Klassen wie SF 33 bis 35, die in der Regel langjährig unfallfreie Autofahrer haben, waren bei einer durchschnittlich starken Zunahme der Unfallhäufigkeit deutlich höhere Durchschnittsschäden als im Vorjahr zu verzeichnen.

In den SF-Stufen 33,34 und 35 sind die Durchschnittsschäden gegenüber dem Vorjahr überdurchschnittlich zwischen 4,4 und 6,0 Prozent gestiegen. Allerdings war die Höhe der Durchschnittsschäden insgesamt mit Werten zwischen 2.972 und 3.043 Euro im Vergleich zum Gesamtdurchschnitts-Schaden von 3.293 Euro auf niedrigem Niveau.

Hohe Unfallhäufigkeit bei Fahranfänger und Senioren

Insgesamt zeigt sich eine hohe Unfallhäufigkeit bei den sehr jungen wie auch bei den sehr alten Fahrern. Bei den jüngsten Fahrern bis 18 Jahren liegt die Unfallhäufigkeit mit 121 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Pkws dieser Altersgruppe am höchsten. Bei den 19-Jährigen sind es immer noch 116 Kfz-Haftpflichtschäden und bei den 20-Jährigen 105 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Autos, die von dieser Altersgruppe gefahren werden.

Der Fahrerkreis mit den wenigsten Unfällen setzt sich aus den 42- bis 62-Jährigen zusammen: Hier beträgt die Unfallhäufigkeit nur 52 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Autos und der Durchschnittsschaden 3.255 Euro.

Eine überdurchschnittliche Unfallhäufigkeit gibt es beim Nutzeralter ab 73 Jahren mit 69 Unfällen je 1.000 Pkws. Die Unfallhäufigkeit nimmt bei dieser Altersgruppe mit steigendem Alter zu. Bei den ab 82-Jährigen liegt die durchschnittliche Unfallhäufigkeit bei 101 Kfz-Haftpflichtschäden pro 1.000 Autos.

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