Mehr Entscheidungsfreiheit als Krankenhauspatient

Mehr Entscheidungsfreiheit als Krankenhauspatient

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Bei einer stationären Behandlung muss man nicht auf einen gewissen Komfort bei der Unterbringung verzichten. Auch bei der Frage, in welcher Klinik und bei welchem Arzt die Behandlung erfolgen soll, gibt es oftmals ein Mitspracherecht.

Ohne eine passende Absicherung muss jedoch ein gesetzlich Krankenversicherter mit erheblichen Mehrkosten rechnen, wenn er beispielsweise eine Unterbringung in einem Einbettzimmer und/oder eine Chefarztbehandlung wünscht.

2013 verbrachten rund 18,7 Millionen Patienten mindestens einen Tag oder länger in einem Krankenhaus. Davon waren rund 7,6 Millionen Patienten ein bis drei Tage stationär untergebracht. Demnach waren 11,1 Millionen Patienten länger als drei Tage im Krankenhaus. Im Durchschnitt betrug die Verweildauer pro stationär behandeltem Patienten 7,6 Tage.

Bei der Wahl des Krankenhauses sowie der Art der Unterbringung und des behandelnden Klinikarztes müssen gesetzlich Krankenversicherte einige Kriterien berücksichtigen, anderenfalls drohen hohe Zusatzkosten.

Die Wahl des Krankenhauses

Wer nämlich ohne zwingenden Grund in ein anderes als das vom Arzt vorgeschlagene Krankenhaus geht und dies nicht von der Krankenkasse genehmigt wurde, muss mit einer Rückforderung der dadurch verursachten Mehrkosten rechnen.

Der Arzt wiederum, der eine stationäre Behandlung verordnet, kann unter Berücksichtigung der Erkrankung nur die beiden nächstgelegenen Krankenhäuser angeben, die er für geeignet hält.

Geht der Patient in eine andere Klinik, können die dortigen Behandlungs- und Pflegesätze höher sein als bei dem vom Arzt vorgegebenen Krankenhaus. Auch eventuell anfallende Mehrkosten für den Krankenhaustransport sind möglich. Diese Zusatzkosten müsste dann der Patient selbst tragen.

Chefarztbehandlung ohne Kostenrisiko

Der Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich auch bei einem Krankenhausaufenthalt nach den gesetzlichen Vorgaben des Fünften Sozialgesetzbuches und muss medizinisch zweckmäßig, ausreichend und wirtschaftlich sein. Bezahlt werden dementsprechend nur die Unterbringung im Mehrbettzimmer und die Behandlung durch den jeweils diensthabenden Arzt. Wünscht ein gesetzlich Krankenversicherter ein Einbettzimmer und/oder eine Chefarztbehandlung während seines Krankenhausaufenthaltes, muss er mit zusätzlichen Kosten rechnen.

Wer ohne finanzielles Risiko mehr Wahlmöglichkeiten bei einem Krankenhausaufenthalt haben möchte, kann sich jedoch durch eine private Krankenzusatz-Versicherung, die den stationären Bereich abdeckt, absichern.

Eine solche Police übernimmt je nach Vertragsvereinbarung die anfallenden Mehrkosten, wenn ein anderes als das vom Arzt vorgegebene Krankenhaus gewählt wird. Auch die Differenzkosten für eine Unterbringung im Ein- oder Zweibett- statt im Mehrbettzimmer und/oder die Zusatzausgaben für eine Chefarztbehandlung oder für einen anderen Spezialisten können mit einem solchen Versicherungsvertrag abgedeckt werden.

Vorgeschriebene Zuzahlung für einen Krankenhausaufenthalt

Einen weiteren finanziellen Schutz bietet eine Krankenhaustagegeld-Versicherung. Sie vergütet dem Versicherten für jeden Tag, an dem er stationär behandelt wurde, einen in der Police festgelegten Betrag.

Damit könnte der Patient unter anderem die durch den Klinikaufenthalt zusätzlich anfallenden Kosten, wie die gesetzlich vorgeschriebene Krankenhauszuzahlung von zehn Euro pro Tag für maximal 28 Tage, bezahlen.

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