Kosten für Kapitallebensversicherung als Werbungskosten steuerlich absetzbar

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Finanzierungskosten von Beiträgen für Kapitallebensversicherungen, die zur Sicherung eines Immobiliendarlehens abgetreten wurden, können Werbungskosten sein. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) am 25.2.2009 entschieden (Az. IX R 62/07).

Ein Sparer hatte bei verschiedenen Banken Darlehen  zum Kauf mehrerer Immobilien aufgenommen, die er vermieten wollte. Deren Rückzahlung sollte durch gleichzeitig abgeschlossene Kapitallebensversicherungen mit einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren erfolgen. Die Ansprüche aus den Versicherungen trat er an die Kreditinstitute ab.

Um die Beiträge für die Versicherungen finanzieren zu können, wurden dem Kläger zusätzliche Kredite gewährt. Die dafür anfallenden Zinsen wollte er gegenüber seinem Finanzamt als Werbungskosten geltend machen.

Doch mit dem Argument, dass die Schuldzinsen auch der Absicherung des Todesfallrisikos dienten, lehnten es sein Finanzamt und das vom Kläger angerufene Finanzgericht ab, die Zinsaufwendungen für die Versicherungsbeiträge als Werbungskosten anzuerkennen.

Der BFH führte dagegen aus: Schuldzinsen sind immer dann abziehbare Werbungskosten, wenn der Steuerpflichtige mit dem Darlehen die Anschaffungskosten eines zur Erzielung von Einkünften dienenden Gebäudes finanziert. Folglich sind auch Schuldzinsen, die durch die Finanzierung einer für die Tilgung eines solchen Darlehens abgeschlossenen Lebensversicherung entstehen, als Werbungskosten anzuerkennen.

Entscheidet sich ein Steuerpflichtiger anstelle einer langfristigen Finanzierung mit Hilfe eigenen Kapitals für eine kürzere Laufzeit der Finanzierung durch Einsatz einer darlehensfinanzierten Lebensversicherung, so würde seine Finanzierungsfreiheit in unverhältnismäßiger Weise eingeschränkt, wenn der wegen der kürzeren Finanzierungszeit höhere Finanzierungsaufwand nicht realitätsgerecht berücksichtigt würde, argumentierte das Gericht in seiner Urteilsbegründung.

Die Versicherung muss allerdings als Bestandteil eines einheitlichen Gesamtkonzepts zur Finanzierung der Anschaffungskosten von Mietimmobilien dienen, für deren Erwerb die Darlehen aufgenommen worden sind.

Änderung bei Kapitallebensversicherung

Dieses Urteil passt zu einer Änderung bei der steuerlichen Behandlung von Kapitallebensversicherungen, die seit 1.4.2009 gilt. Seither müssen bei Vertragsabschluss die Versicherungsbedingungen einen bestimmten Mindesttodesfallschutz vorsehen, damit die Versicherung bei Fälligkeit nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 12 Jahren und Auszahlung nach dem 60. Lebensjahr gemäß dem Halbeinkünfteverfahren versteuert werden kann.

Tipp
Falls ein Neuvertrag den Mindesttodesfallschutz nicht enthält, entfällt zwar die hälftige Besteuerung am Vertragsende, nicht jedoch die Steuerfreiheit der jährlichen Zinserträge während der Einzahlungszeit. Damit bleibt der Steuerstundungseffekt bei den Zinseinnahmen bis zur Auszahlung erhalten.

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