Je höher das Renditeversprechen, desto höher das Risiko

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Ihre persönliche Risikobereitschaft ist ein wesentlicher Punkt für Ihre Anlageentscheidung.

Ihr Risikoprofil grenzt die Auswahl möglicher Anlagealternativen unter Umständen erheblich ein. Für die genaue Analyse Ihres Risikoprofils ist es hilfreich, zwischen der objektiven Risikotragfähigkeit und der subjektiven Risikobereitschaft zu unterscheiden.

Risikotragfähigkeit: Welchen Verlust kann ich verkraften?

Ob der verschmerzbare Verlust bei null, 25, 50, 75 oder sogar 100 % des investierten Geldes liegt, hängt maßgeblich vom bereits vorhandenen Vermögen, der Anlagedauer und der Einkommenssicherheit ab. Je mehr Vermögen ein Anleger bereits besitzt, desto besser kann er beispielsweise einen Verlust objektiv ertragen.

Am besten lässt sich die Risikotragfähigkeit mithilfe einer Szenario-Betrachtung untersuchen, die aufzeigt, wie sich eine bestimmte Geldanlage im besten oder im schlechtesten Fall entwickelt. Dabei rechnet man am besten nicht nur mit prozentualen Werten, sondern auch mit konkreten Zahlen und Geldbeträgen.

Beispiel:

Ein Anleger hat 50.000,00 € geerbt und möchte diese in einem Aktienfonds anlegen. Sein Anlagehorizont beträgt fünf Jahre. Hinsichtlich der Wertentwicklung berücksichtigt er folgende Szenarien:

Bei einer durchschnittlichen Wertsteigerung von 5 % p.a. steigt der Wert auf rund 63.800,00 €.

Liegt die Wertentwicklung nur bei 3 %, wird ein Endwert in Höhe von rund 58.000,00 € erreicht.

Kommt es zu einer zwischenzeitlichen Wertminderung um 30 %, die bis zum geplanten Verkauf nicht mehr aufgeholt wird, erhält er nur 35.000,00 € zurück.

Abschließend gilt es dann, zu klären, ob der unterstellte Worst Case das individuelle Anlageziel gefährdet. Kann ein gewünschtes Mindestvermögen nicht mit Sicherheit erzielt werden, ist das Risiko der betrachteten Anlageform zu hoch.

Risikobereitschaft: Wie viel Verlust bin ich bereit zu tragen?

Neben der Frage, ob man einen Verlust objektiv verkraften kann, ist es für das persönliche Risikoprofil entscheidend, inwieweit man einen Verlust emotional verkraftet. Eine einfache Antwort nach dem Muster unbegrenzt, wenig oder gar nicht reicht dabei nicht aus.

Um ein differenzierteres Risikoprofil zu erhalten, müssen Sie Ihre persönlichen Einstellungen genauer analysieren. Das ist nicht einfach, denn die persönliche Risikobereitschaft beruht auf subjektiven Faktoren, die nicht nur durch eigene Erfahrungen, sondern unter Umständen bereits durch die Erziehung oder das persönliche Umfeld geprägt wurden.

Auch hier ist es empfehlenswert, mit absoluten Zahlen zu rechnen und sich den schlechtesten möglichen Verlauf einer Anlage mit Zahlen zu unterlegen.

Beispiel:

Sie haben für Ihre Anlage einen maximalen Verlust in Höhe von 15.000,00 € ermittelt, den Sie aufgrund Ihres Anlagehorizonts und Ihrer Einkommenssituation objektiv verkraften könnten. Wie steht es aber um Ihre emotionale Befindlichkeit: Überlegen Sie, was Sie mit dieser Summe alternativ machen könnten? Rechnen Sie gerade aus, wie lange es dauert, um diese Summe erneut anzusparen? Sind Sie nicht wirklich davon überzeugt, dass sich die Kurse langfristig wieder erholen? Fühlen Sie sich bereits bei dem Gedanken an mögliche Verluste in dieser Höhe unwohl? Fazit: Müssen Sie diese Fragen mit Ja beantworten, passt die Anlage nicht zu Ihrem Risikoprofil.

Sie können das Risiko einer Geldanlage nur dann akzeptieren, wenn Sie es sich objektiv leisten können und wenn es Ihrem persönlichen Sicherheitsbedürfnis nicht widerspricht. Das Negativ-Szenario darf weder Ihr definiertes Anlageziel noch Ihr Wohlbefinden und Ihren ruhigen Schlaf gefährden.

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