Gut abgesichert als Auszubildender

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(verpd) Wer sich als Auszubildender nicht selbst um einen ausreichenden Versicherungsschutz für so manche Gefahren kümmert, kann schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass auch Auszubildende in einigen Bereichen einen ausreichenden privaten Versicherungsschutz haben. In einigen bestehenden Versicherungsverträgen der Eltern bleiben Ausbildende, selbst wenn sie volljährig sind, kostenlos mitversichert – allerdings nur solange bestimmte Kriterien erfüllt sind. In manchen Bereichen ist jedoch ab dem 18. Lebensjahr eine eigene Absicherung notwendig.

Daher sollte jeder Auszubildende prüfen, in welchen Bereichen er über die Policen der Eltern einen Versicherungsschutz genießt und welche Versicherungsverträge er eventuell selbst noch abschließen muss, um umfassend geschützt zu sein.

Absicherung bei Missgeschicken

Prinzipiell ist es wichtig, dass man auch als Auszubildender einen Privathaftpflicht-Schutz genießt. Wer in der Freizeit oder auf dem Weg zur Arbeit beispielsweise mit dem Fahrrad einen Unfall verursacht und dabei einen anderen schädigt, haftet für den angerichteten Schaden in unbegrenzter Höhe. Eine Privathaftpflicht-Versicherung würde nicht nur in dem genannten Schadenfall einspringen und den Schaden begleichen. Gerade bei verursachten Personenschäden kann dies schnell zur finanziellen Existenzgefährdung des Unfallverursachers führen.

In der Regel besteht eine kostenfreie Mitversicherung in einer Privathaftpflicht-Police der Eltern jedoch nur für Kinder, die direkt nach dem Schulabschluss eine Ausbildung beginnen und ein bestimmtes Alter – meist bis zum 25. oder 27. Lebensjahr – nicht überschritten haben. Zudem dürfen sie neben ihrer Ausbildungsvergütung über kein regelmäßiges anderes Einkommen verfügen. Jobs, um sich ein Taschengeld hinzuzuverdienen, fallen hier nicht darunter. Für die Mitversicherung spielt es keine Rolle, ob der volljährige Nachwuchs noch bei den Eltern wohnt oder bereits eine eigene Wohnung hat.

Wer allerdings vor der aktuellen Ausbildung bereits einen Studien- oder anderen Berufsabschluss erreicht hat, verheiratet ist, oder aber die im Versicherungsvertrag festgelegte Altersgrenze übersteigt, hat über seine Eltern keinen Versicherungsschutz mehr und benötigt eine eigene Police.

Von der Rechtsschutz- bis zur Hausratpolice

Ähnliche Regelungen über die Mitversicherung von Kindern gelten auch bei einer Privatrechtsschutz-Versicherung. Haben die Eltern eine solche Police, bleiben auch hier ihre Kinder während der Ausbildung kostenlos mitversichert, wenn sie unverheiratet sind und unter der in den Versicherungs-Bedingungen festgelegten Altersgrenze, oftmals das 25. Lebensjahr, liegen.

Eine Ausnahme ist jedoch die Verkehrsrechtsschutz-Versicherung der Eltern: Hier ist in vielen Policen keine Mitversicherung volljähriger Kinder gegeben. Hat ein Kind einen eigenen Führerschein oder bereits ein eigenes Kraftfahrzeug, sollte eine separate Fahrer- oder bei Kfz-Besitz eine Verkehrsrechtsschutz-Police abgeschlossen werden.

Bei der Hausratversicherung ist das Hab und Gut eines Auszubildenden unabhängig meist so lange über die Hausratversicherung der Eltern mitversichert, wie er noch zu Hause wohnt. Einige Versicherer bieten in der Hausratversicherung der Eltern, teils gegen Aufpreis, auch eine Mitversicherung des Hausrates der Kinder bis zu einer bestimmten Versicherungssumme an, wenn der Nachwuchs nur wegen einer Ausbildung woanders wohnt.

Im Krankheitsfall

Grundsätzlich ist jeder Auszubildende während seiner Ausbildung in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), aber auch in der gesetzlichen Pflege-, Renten- und Arbeitslosen-Versicherung kostenpflichtig pflichtversichert. Der Auszubildende wird entsprechend von seinem Ausbildungsbetrieb beim Träger der jeweiligen Sozialversicherung, also beispielsweise bei einer gesetzlichen Krankenkasse angemeldet.

Jeder Auszubildende kann allerdings innerhalb von 14 Tagen nach Ausbildungsbeginn wählen, in welcher gesetzlichen Krankenkasse er versichert sein möchte. Trifft er keine Auswahl, wird er üblicherweise in der Krankenkasse, in der er bisher beispielsweise über die Eltern im Rahmen einer Familienversicherung mitversichert war, weiterversichert. Allerdings kann auch ein Auszubildender von seinem ordentliches Kündigungsrecht Gebrauch machen, wenn er mindestens 18 Monate in der Krankenkasse versichert war.

Er kann dann ohne Begründung die Krankenkassen-Mitgliedschaft zum Ablauf des übernächsten Kalendermonats, gerechnet von dem Monat, in dem er als Mitglied die Kündigung erklärt hat, kündigen und zu einer anderen Krankenkasse wechseln. Wer mehr Leistungen als die der GKV wünscht, kann zudem eine private Krankenzusatz-Versicherung, zum Beispiel eine stationäre Krankenzusatz-Police, die die Kosten für eine Chefarztbehandlung und/oder Einbettzimmer-Unterbringung übernimmt, abschließen. Je jünger der Versicherungskunde, desto niedriger ist hier auch die Prämie.

Für eine ausreichende Einkommensabsicherung

Bereits für Auszubildende ist es wichtig, sich finanziell für den Fall abzusichern, dass sie aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalles nicht mehr ihrem angestrebten Beruf nachgehen können, und/oder mögliche unfall- oder krankheitsbedingte Einkommenseinbußen auszugleichen. Für Personen, die nach dem 1.1.1961 geboren wurden, gibt es beispielsweise keine gesetzliche Berufsunfähigkeits-Rente mehr.

Und auch die sonstigen gesetzlichen Leistungen, zum Beispiel eine gesetzliche Erwerbsminderungsrente, reichen meist nicht, um die Differenz zwischen den gesetzlichen Leistungen und dem Einkommen, das ohne Krankheit oder Unfall zu erwarten gewesen wäre, auszugleichen. Die Versicherungswirtschaft bietet hier diverse Absicherungslösungen, zum Teil auch mit staatlicher Förderung in Form von Zulagen und Steuervergünstigungen, an.

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