Goldpreis: Wann nimmt das gelbe Edelmetall erneut die 1000-$-Marke ins Visier?

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Goldfinger haben viele Möglichkeiten, um am aktuellen Goldrausch teilzuhaben.

Gold! Der Aufschrei der glücklichen Finder löste im 19. Jahrhundert in Nordamerika gleich mehrfach einen Goldrausch aus. Geblieben ist bis heute die Faszination des Edelmetalls - nicht immer gedeckt von den ökonomischen Fakten. Gold gilt auf den ersten Blick als "sicherer Hafen" in instabilen Zeiten und so haftet ihm immer auch ein bisschen Untergangsstimmung an.

Der aktuelle Goldrausch an den Finanzmärkten hat eine Reihe von Gründen: Einer der schwerwiegendsten ist das sinkende Vertrauen in die USA als größte Volkswirtschaft der Welt. Ein schwacher Dollar, die von Amerika ausgehende Kreditkrise und die Sorge vor wachsender Inflation lösen bei den Anlegern immer größeres Unbehagen aus. Zudem heizt der hohe Ölpreis die Befürchtung an, das Schreckgespenst Inflation könnte wieder sein Unwesen treiben.

Allerdings nimmt auch der Verkauf von Goldschmuck kräftig zu. Rund drei Viertel des Weltbedarfs an Gold entfallen auf die Schmuckindustrie, der Rest auf Zahnlabore, die Industrie und Gold für Anlagezwecke, z.B. in Form von Barren und Münzen. Die Weihnachtszeit sorgt ebenfalls regelmäßig für hohe Nachfrage. Einen enormen Stellenwert hat Goldschmuck in den Boomregionen Asiens wie Indien und China. Indien war zuletzt der weltgrößte Goldimporteur mit fast einem Viertel der weltweiten Nachfrage (noch immer große Bedeutung bei der Heirat).

Hinzu kommt: Länder wie China mit riesigen Währungsreserven suchen nach neuen Anlageformen und schichten um, entweder in Euro, Schweizer Franken oder auch Gold, also zurück zur Quasi-Goldwährung als Rettungsanker vor inflationären Tendenzen und Währungsverlusten etwa beim US-Dollar. Zusätzlicher Schub für den Goldpreis kommt von den noch jungen Exchange Traded Funds (ETFs). So stieg beispielsweise das Volumen des größten Gold-ETFs StreetTrack Gold Trust Anfang Januar 2008 auf ein neues Rekordhoch von 639,35 Tonnen Gold. Allein in den ersten drei Januar-Handelstagen kletterte das Volumen solcher Fonds um weitere 10 Tonnen. Und dies bei rückläufiger Produktion von Förderländern wie z.B. Südafrika und höheren Produktionskosten infolge immer aufwendigerer Gewinnungsverfahren. Kein Wunder, dass Preise von 3.000 US-Dollar pro Unze am Ende dieses Jahrzehnts von einigen Analysten vorausgesagt werden.

Wegen der Goldeuphorie gelangen immer zweifelhaftere Gold-Zertifikate auf den Markt

Die Emittenten von Zertifikaten nutzen die Goldeuphorie und überschwemmen den Markt mit teils eher zweifelhaft anmutenden Zertifikate-Konstruktionen, von denen der Anleger besser die Finger lässt. Stellvertretend hierfür zwei Beispiele:
  • Das Goldsammler Zertifikat II von Morgan Stanley (WKN MS2U4P): Mit diesem Zertifikat hat der Anleger die Chance auf einen Zinskupon in Höhe von 2,5 Prozent pro Quartal. Voraussetzung dafür: Die Veränderung des Preises für eine Feinunze Gold beträgt in dieser Periode voraussichtlich nicht mehr als plus/minus 50 US-Dollar. Die endgültige Festlegung der Schwankungsbreite erfolgt am Ende der Zeichnungsfrist (29.2.2008). Betrachtet wird stets die vierteljährliche Schwankung, wobei jeweils der zu Beginn eines jeden Quartals festgelegte Goldpreis als Referenzwert herangezogen wird. Sollte die Veränderung des Goldpreises größer sein, so entfällt die Zinszahlung. Die Chancen auf eine Kuponzahlung in den folgenden Perioden werden dadurch nicht beeinträchtigt. Unabhängig von den erzielten Kupons ist der Anleger durch eine 100-prozentige Kapitalgarantie zum Ende der Laufzeit abgesichert. Zusätzlich beinhaltet das in Euro notierte Zertifikat eine Währungssicherung. Die derzeit hohe Volatilität (Schwankungsintensität) am Markt dürfte den Wert des Papiers nach Ende der Zeichnungsfrist jedoch rasch absinken lassen, da gegenwärtig nicht mit regelmäßigen Kuponzahlungen zu rechnen ist.
  • Das Gold-Garant 50 Prozent-Chance-Zertifikat der französischen Bank Société Générale (WKN SG0NAP) lockt mit einer 100 Prozent-Kapitalgarantie und Wechselkurssicherung sowie einer Kuponchance von maximal 50 Prozent während der 30-monatigen Laufzeit. Auf den ersten Blick erscheint das Papier gerade für sicherheitsbewusst eingestellte Investoren interessant, die angesichts der Rekordpreise beim Gold auch die Möglichkeit kräftiger Kursrückschläge mit einkalkulieren. Doch gerade bei einem solchen Kursszenario erweist sich die Konstruktion dieses Zertifikats als Bumerang. Denn vom Maximalkupon 50 Prozent werden jeden Monat an den insgesamt 30 Bewertungstagen sämtliche negativen Wertentwicklungen abgezogen. Nur wenige drastische Kursrückgänge reichen aus, um eine attraktive Rendite mit dem Zertifikat unmöglich zu machen. So zuletzt z.B. geschehen im Jahr 2006, als der Goldpreis innerhalb kürzester Zeit von 730 US-Dollar auf 570 US-Dollar einbrach.
Das Xetra-Gold: Gute Zeiten für moderne Goldgräber

Glücklicherweise kann bei der großen Auswahl an Anlagealternativen beim Gold der Anleger zweifelhafte Angebote links liegen lassen und sich auf vielversprechendere Offerten konzentrieren. Dazu gehört Xetra-Gold (WKN A0S9GB), eine von der Deutschen Börse Commodities GmbH emittierte, auf Goldbestände lautende nennwertlose Anleihe. Die Deutsche Börse Commodities ist ein Gemeinschaftsunternehmen, an dem neben der Deutschen Börse AG das Bankhaus Metzler, die Bank Vontobel, die Commerzbank, die Deutsche Bank, die DZ Bank und der Rohstoffverarbeiter Umicore beteiligt sind.

Bei der Anleihe handelt es sich um ein börsengehandeltes Wertpapier in Form einer Inhaberschuldverschreibung, das einen Anspruch auf die Lieferung von genau einem Gramm Gold verbrieft. Das entsprechende Gold wird in den Tresoren der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream Banking Frankfurt AG eingelagert. An den Weltmärkten wird Gold in der Regel in US-Dollar pro Feinunze notiert. Eine Feinunze entspricht dabei 31,1035 Gramm. Achtung: Da die Kurse der Feinunze Gold in US-Dollar festgestellt werden, gehen Sie mit dem Kauf dieser Zertifikate nicht nur eine Spekulation auf die Entwicklung des Goldpreises, sondern auch auf die weitere Entwicklung des Dollars ein. So beeinflusst beispielsweise ein gegenüber dem Euro nachgebender Dollar den Kurs von Xetra-Gold negativ.

Auf dem elektronischen Handelssystem der Frankfurter Wertpapierbörse wird Xetra-Gold kontinuierlich im General Standard des regulierten Markts gehandelt. Designated Sponsor ist die Deutsche Bank. Der Designated Sponsor wirkt als Market Maker und sorgt zwischen 9:00 Uhr und 17:30 Uhr für permanente Handelbarkeit von Xetra-Gold bis zu einer Mindestmenge von 100.000 Euro bei einer Geld-Brief-Spanne von maximal 1 Prozent. Beim Kauf und Verkauf von Xetra-Gold entstehen ausschließlich die für Wertpapiertransaktionen an Börsen üblichen Entgelte, die Anlegern von Banken in Rechnung gestellt werden. Ein Ausgabeaufschlag wird nicht erhoben, ebenso fallen keine Managementgebühren an.

Xetra-Gold berechnet dagegen eine Depotgebühr von 0,36 Prozent pro Jahr. Depot- oder Managementgebühr - unterschiedliche Namen für die gleichen Kosten? Während eine jährliche Managementgebühr sukzessive am Wert des Goldbestands nagen würde, bleibt dieser Wert bei Xetra-Gold konstant. Denn die Depotgebühr wird den Kunden monatlich direkt über das zu seinem Depotkonto gehörende Abwicklungskonto belastet. So bleiben z.B. 1.000 Xetra-Gold-Schuldverschreibungen auch in fünf Jahren noch ein Kilogramm Gold.

Physische Lieferung von Xetra-Gold jederzeit möglich

Als Anleger können Sie jederzeit Ihren in Xetra-Gold verbrieften Anspruch auf Lieferung von einem Gramm Gold je Schuldverschreibung geltend machen. Die Kosten hierfür schließen Formung von Goldbarren, Verpackung, Transport, Versicherung und ein Abwicklungsentgelt von Clearstream ein. Sie sind bei Lieferung eines Kilobarrens in etwa mit der Handelsspanne vergleichbar, die beim Direkterwerb eines Kilobarrens bei einer Bank oder einem Goldhändler anfällt. Ab fünf einzelnen Kilo-Barren ist die Auslieferung von Xetra-Gold in Goldbarren mit rund 300 Euro deutlich günstiger als der Direkterwerb, da dort für jeden einzelnen Goldbarren die Handelsspanne von rund 300 Euro zu tragen ist.

Für die Auslieferung von Gold aus Ihren Xetra-Gold Besitzansprüchen wenden Sie sich an Ihre Hausbank. Aus operativen Gründen kann das Gold nicht zu Ihnen nach Hause, sondern nur an eine Geschäftstelle einer Bank ausgeliefert werden. Ihr Kundenberater beantragt dazu beim depotführenden Institut der Hausbank die Auslieferung. Die Deutsche Börse Commodities liefert gegen Xetra-Gold nur Goldbarren aus. Diese sind grundsätzlich von der Mehrwertsteuer befreit.

Währungsrisiken beim Goldpreis mit Quanto-Papieren ausschließen

Wer seine Goldengagements gegen Währungsrisiken absichern möchte, kommt an den währungsgesicherten Gold-Quanto-Zertifikaten nicht vorbei. Zugegeben, die Versicherung gegen US-Dollar-Schwankungen kostet Geld. Doch was sind schon die etwa auf das Quanto-Gold-Zertifikat (WKN A0AB84) von ABN AMRO erhobenen Gebühren von derzeit 1,3 Prozent p.a. im Vergleich zur Performance-Lücke zwischen währungsgesicherten (Quanto) und ungesicherten Gold-Zertifikaten? Diese summierten sich alleine in den letzten zwölf Monaten auf knapp 20 Prozent. Verantwortlich für diese deutliche Differenz in der Wertenwicklung war der Währungseinbruch des US-Dollars gegenüber dem Euro.

Dabei ist der Dollar-Pessimismus nicht einmal das entscheidende Argument für die Währungssicherung. Weitaus mehr fällt der Diversifikationseffekt ins Gewicht. Wer Gold kauft, muss das "reine", nicht durch einen zweiten Einflussfaktor (Währung) verwässerte Investmentprofil des Edelmetalls wollen.

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