Gold: Zu erwartender Kursrückgang eröffnet neue Einstiegschancen

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Seit jeher gilt Gold als "sicherer Hafen" für Kapitalanlagen in unruhigen Zeiten. Doch oft lohnt sich eher ein indirektes Investment.

Auch bei hohen Inflationsraten wird Gold als sichere Anlage geschätzt. Vor allem das Motiv der Absicherung und Werterhalt mit Gold liegt langfristig denkenden Investoren besonders am Herzen.

Dass Gold langfristig hält, was es verspricht, zeigt folgendes Beispiel: Ein zweiteiliger Herrenanzug hatte sowohl zu Zeiten der Hyperinflation Mitte der 1920er-Jahre als auch nach dem Zweiten Weltkrieg und nach der Einführung des Euros stets einen Gegenwert von rund 30g Gold.

Von seinem Rekordhoch bei $ 1.032,70 ist der Goldpreis mittlerweile über $ 250 entfernt. Anlass zur Sorge gibt es dennoch nicht. Die physische Nachfrage hat sich zuletzt kaum verändert. Der Bedarf an diesem begrenzten Rohstoff ist groß. Die Schmuckindustrie ist mit Abstand der größte Nachfrager nach Gold. Der größte Goldkäufer im ersten Quartal 2008 war Indien, gefolgt von China, dem Mittleren Osten und der Türkei.

Schuld für den Kursrückgang hat vielmehr das Wiedererstarken der US-Währung. Der Greenback hat in den vergangenen Wochen deutlich gegenüber dem Euro zugelegt. Der Grund: Neben seiner Eigenschaft als Kriseninvestment wird Gold häufig als Absicherung gegen einen schwachen Dollar eingesetzt. Kaum verwunderlich also, dass die Alternativwährung zuletzt deutliche Abstriche machen musste.

Trotz der Vehemenz des Kurseinbruchs besteht kein Anlass zur Panik. Eine solche Korrektur ist im Rahmen eines langjährigen Aufwärtstrends nicht nur üblich, sondern auch durchaus gesund. An den langfristigen Perspektiven hat sich beim gelben Edelmetall nichts geändert. Gold ist knapp und im Gegensatz zu Platin, Silber oder Palladium die einzige Alternativwährung zu den Papierwährungen. Schon aus diesem Grund gehört ein bestimmter Anteil an Gold in jedes gut aufgestellte Wertpapierdepot.

Die Emissionsbanken nutzten den Kursrückgang beim Gold in den letzten Wochen und brachten einige neue Papiere auf den Markt.

Die kapitalgeschützte Win-Win-Anleihe der HypoVereinsbank

Auf der sicheren Seite sind die Anleger mit der kapitalgeschützten Win-Win-Anleihe der HypoVereinsbank (ISIN: DE000HV5ACE2). Bei diesem Papier sind bei einem aktuellen Kaufpreis von  100 Euro bis zum Laufzeitende im August 2013 maximal 50% oder umgerechnet knapp 8,5% jährlich zu verdienen. Mehr ist nicht drin, selbst wenn sich das Edelmetall in fünf Jahren verdoppelt. Positiv bei diesem Papier ist, dass Sie sowohl von steigenden auch als von fallenden Goldpreisen profitieren können.

Am Emissionstag wurde die Anleihe bei einem Goldpreis von $ 827 emittiert. Von diesem Wert wurden dann bei der Emission eine 50%-Sicherheitsschwelle ($ 413) und eine 150%-Schwelle ($ 1.240) festgelegt. Die 50%-Schwelle gilt dabei als Untergrenze für den Ertragsmechanismus.
Bewegt sich der Goldpreis während der gesamten Laufzeit stets oberhalb dieser Schwelle, sind Sie fein raus. Denn ganz gleich, ob der Goldpreis zum Laufzeitende vom Basispreis von $ 827 steigt oder bis zu knapp über $ 413 fällt: Sie erhalten am Fälligkeitstermin ihr eingesetztes Kapital plus einen Ertrag in Höhe der absoluten Goldpreisentwicklung, mindestens jedoch 105 Euro  und maximal 150 Euro pro Anleihe ausbezahlt.

Wird die Sicherheitsschwelle von $ 413,- dagegen während der Laufzeit berührt oder unterschritten, entfällt die Ertragschance bei Goldpreisrückgängen. In diesem Fall wird das Papier entsprechend seinem Nennwert von 100 Euro plus einer Mindestverzinsung von 5% zurückbezahlt. Im schlechtesten Fall bekämen Anleger dann mickrige 0,6% jährlich ausbezahlt.

Die Chance, um von einer positiven Entwicklung des Goldpreises bis zur 150%-Schwelle von $ 1.240 zu profitieren, bleibt auch bei einem zwischenzeitlichen Unterschreiten der Sicherheitsschwelle von $ 423,- erhalten.

Das Rückzahlungsprofil gilt nur zum Laufzeitende. Während der Laufzeit kann die Anleihe auch deutlich unter dem Nominalwert von 100 Euro notieren. Bei einem vorzeitigen Verkauf während der Laufzeit können jedoch erhebliche Verluste realisiert werden. Die Anleihe ist währungsgesichert. Kursänderungen des US-Dollars gegenüber dem Euro haben dadurch keine Auswirkungen auf den Kurs der Anleihe.

Die JPMorgan-Gold-Bonus-Anleihe

Das Sicherheitsbedürfnis vieler Anleger, kombiniert mit dem Wunsch nach attraktiven Renditechancen, wird von der JPMorgan-Gold-Bonus-Anleihe (ISIN: DE000JPM9UE7) aufgegriffen. Das Papier verbindet eine 100-prozentige Kapitalgarantie am Ende der Laufzeit (22.3.2012) mit der Möglichkeit, von stabilen Goldpreisen zu profitieren.

Das Papier wurde Mitte September zum Nennwert von 1.000 Euro emittiert.
Als Grundlage dient der Anleihe die Wertentwicklung des Preises pro Feinunze Gold (31,1035g). Die Höhe des Rückzahlungsbetrages am Laufzeitende hängt davon ab, ob eine Bonuszahlung erfolgt oder nicht. Dies hängt wiederum davon ab, wie sich der Goldpreis während der Laufzeit auf Basis monatlicher Beobachtungen entwickelt. Je besser Gold sich entwickelt (stagniert oder steigt), desto höher ist die Bonuszahlung (bis maximal 100% auf den Nennwert) am Laufzeitende und desto größer fällt der Rückzahlungsbetrag aus.

Zur Ermittlung der Bonuszahlung wird an 42 Stichtagen die monatliche Wertentwicklung von Gold festgestellt. Von den Stichtagen werden jedoch nur die negativen Wertentwicklungen festgehalten und am Laufzeitende zu einer Summe addiert. Positive Wertentwicklungen werden nicht berücksichtigt. Das Ergebnis ergibt die maßgebliche Wertentwicklung.

Die maßgebliche Wertentwicklung wird am Laufzeitende von 200% subtrahiert. Die Differenz ergibt den Bonusbetrag. Der Rückzahlungsbetrag am Laufzeitende ergibt sich schließlich aus der Multiplikation mit dem Nennwert von 1.000 Euro und dem Bonusbetrag. Dies bedeutet eine Bonuschance auf das eingesetzte Kapital zum Laufzeitende von 100%. Allerdings nur dann, wenn an den 42 Stichtagen keine Wertentwicklung negativ ausfällt. In der Praxis eine unrealistische Annahme.

Rückzahlungsbeispiel: Von den 42 monatlichen Stichtagen weist das Gold an 14 Stichtagen eine negative Wertentwicklung auf. Zu einer Summe aufaddiert ergibt sich eine negative Wertentwicklung von -40%. Dies führt zu einer Rückzahlung am Laufzeitende von 1.600 Euro ((200% ./. 40%) * 1.000 Euro).
Sollte die Summe der negativen Wertentwicklungen jedoch größer als 100% sein, greift der 100-prozentige Kapitalschutz. Der Anleger erhält also auch bei einer stark negativen Entwicklung des Goldpreises mindestens den Nennwert von 1.000 Euro am Laufzeitende zurück. Der Nachteil der Anleihe: Aufgrund der monatlichen Betrachtungsweise führen bereits wenige starke Kursrückschläge zu einer erheblichen Reduzierung der Kuponzahlung.

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