Gold: Weiterhin goldene Aussichten für das gelbe Edelmetall oder droht ein kräftiger Rückschlag?

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Der seit 2001 anhaltende Aufwärtstrend des Goldes scheint ungebrochen. Bereits im zehnten Jahr weist die Jahresrendite ein dickes Plus aus. Dennoch benötigt der Anleger Geduld und starke Nerven.

Aktuell macht das Edelmetall seinem Ruf als Krisenwährung alle Ehre. Der Goldpreis bleibt auf Rekordjagd. Neue Kurshochs sind zum Greifen nah – sowohl in Euro als auch in US-Dollar. Der Goldpreis hat sich seit Anfang dieses Jahres deutlich verteuert. Ist das Edelmetall immer noch billig, fair bewertet oder durch die Angst um die Stabilität des Euro, die viele Bundesbürger ins Gold treibt, schon viel zu teuer?

Viele Experten rechnen mit noch höheren Goldnotierungen. Deren Hauptargument: Die Schuldenkrise in Europa ist noch lange nicht überwunden. Ständig gibt es neue Hiobsbotschaften. Das Sicherheitsbedürfnis der Anleger bleibt hoch, sodass diese weiterhin stark in Gold investieren dürften. Und so schieben in der Münzfabrik von Germiston in Südafrika die Angestellten eine Sonderschicht nach der anderen, um die große Nachfrage nach den begehrten Krügerrand-Goldmünzen zu erfüllen.

Das enorme Interesse an Gold zeigt sich auch an den hohen Zuflüssen in Rohstofffonds wie den Exchange Traded Commodities (ETC). Diese Fonds kaufen den Rohstoff, um ihre ETFs mit Gold zu hinterlegen. Der Anleger erhält ein Wertpapier, das mit dem Edelmetall abgesichert ist. Der in Amerika gehandelte größte börsennotierte Goldfonds der Welt, der SPDR Gold Trust, hält rund 1298 Tonnen Gold und hat damit einen Rekordwert erreicht. Die SPDR-Goldbestände haben sich in diesem Jahr um 15 Prozent erhöht. Allein im Mai 2010 kaufte der Fonds mit dem hereinströmenden Geld der Anleger 109 Tonnen Gold.

Neben der Debatte um die von hohen Schulden geplagten Euro Länder stützt auch die Nachfrage der Notenbanken nach Gold den Goldpreis. Nachdem die Zentralbanken viele Jahre lang auf der Verkäuferseite standen, kauften sie zuletzt kräftig Gold ein. Zentralbanken wie die chinesische, aber auch diejenigen in Indien, Russland und Sri Lanka erhöhen ihre Bestände an Gold, um ihre Devisenanlagen zu diversifizieren.

Wie hoch soll der Goldanteil in einem Portfolio sein?

Über die Frage, wie hoch der Goldanteil in den Portfolios der Privatanleger ausfallen soll, gehen die Meinungen unter den Experten teilweise weit auseinander. "Zwischen 5 Prozent und 25 Prozent Goldanteil", so fallen die meisten Antworten aus. Wobei die 5 Prozent in den heutigen unsicheren Zeiten sicherlich zu gering ausfallen und 25 Prozent wahrscheinlich zu hoch sind. Schmerzhafte Kursrückschläge beim Goldpreis sind jederzeit möglich. Das sollte trotz der aktuell herrschenden Goldeuphorie nicht vergessen werden.

Umso wichtiger: Die Anlage in Gold ist kein Spekulationsobjekt, sondern eine Versicherung, ein Langzeitinvestment, um sich gegen Inflationsrisiken zu versichern und der Geldentwertung entgegenzuwirken. Doch derzeit ist noch kein Wiederaufflammen der Inflation in Sicht. Wer die Langfristigkeit der Versicherung verwechselt mit der Kurzfristigkeit einer Spekulation wird mit Gold nicht glücklich werden. Wer es zudem versäumt, die Währungsrisiken im Griff zu behalten, denn Gold wird auch für den Europäer in US-Dollar gehandelt, der kann trotz steigendem Goldpreis sogar Verluste mit seinem Investment erzielen.

Breit gefächerte Palette möglicher Goldinvestments

Die Liste der möglichen Goldinvestments ist groß. Die Auswahl reicht von Anleihekonstruktionen auf den Goldpreis, wie z.B. das Xetra-Gold der Deutschen Börse (WKN: A0S9GB), über ETF-Lösungen wie der ETF Securities Gold (WKN: A0N6XK) oder Gold-Zertifikaten, wie das Commerzbank Gold Zertifikat (WKN: 160 902), bis hin zu Goldfonds, wie der DWS Gold Plus (WKN: 973 246) oder der HANSAgold (WKN: A0NEKK).

Für jeden Geschmack und Anlegertypus finden sich so Investments, die wahlweise mit oder ohne physischen Auslieferungsanspruch versehen sind. Wer angesichts der stark gestiegenen Goldpreise bei seinem Goldinvestment nicht auf einen Sicherheitspuffer gegen Kursrückschläge verzichten möchte, sollte sich das folgende Papier etwas genauer ansehen.

Mit der "Goldleiter" der Credit Suisse nach oben klettern

Mit dem von der Credit Suisse emittierten CS Goldleiter Quanto EUR-Zertifikat (WKN: CS8TB1) partizipieren Sie überproportional von steigenden Goldpreisen – bis zu einem Plus von 70 Prozent. Nach unten sind Sie bis zu einem Kursminus beim Gold von 20 Prozent gegenüber Kursverlusten geschützt. Das Papier besitzt eine Laufzeit bis zum 29.7.2015.

Der Name ist Programm: In Stufen profitieren Sie von steigenden Goldpreisen. Steigt das Gold nur leicht oder verharrt zumindest auf dem Niveau des Festlegungstages (19.7.2010), erhält der Anleger bei Rückzahlung nach fünf Jahren 120 Prozent des Startkurses zurück. Wird die 120 Prozentige Schwelle überschritten, ohne mehr als 40 Prozent zu  steigen, erhält der Käufer dieses Zertifikates 140 Prozent ausgezahlt. Gleiches gilt für die Wertentwicklung des Basiswerts zwischen 140 Prozent und 160 Prozent. Wird auch letztere Schwelle überschritten, erhält der Anleger bei Fälligkeit den Maximalbetrag von 170 Prozent des Startwerts.

Wenn der Goldpreis nach fünf Jahren zwischen 80 Prozent und 100 Prozent des Startwerts notiert, dann erfolgt die Rückzahlung des Papiers zum Nennwert von 100,– Euro. Erst bei einem Kursverlust von mehr als 20 Prozent wird dieses Investment in den roten Zahlen enden. In diesem Fall bestimmt die prozentuale negative Wertentwicklung die Höhe des Tilgungsbetrags. Bei einem Kursverlust von z. B. 30 Prozent, erhalten Sie dann bei Fälligkeit noch eine Rückzahlung von 70,– Euro.

Die eingebaute "Quanto-Sicherung" verhindert Währungsrisiken im Fall eines wieder schwächer werdenden US-Dollars gegenüber dem Euro. Wer jedoch auf ein weiteres Abbröckeln des Eurowerts gegenüber dem Greenback spekuliert, kann dabei auch umgekehrt keine zusätzlichen Währungsgewinne erwarten. Es zählt also allein die Entwicklung des Goldpreises.

Der Stufenmechanismus hat sich in der Rückrechnung bewährt

Der Stufenmechanismus ist sinnvoll – das belegt die historische Rückrechnung: In knapp 60 Prozent aller seit 1980 getesteten Fünf-Jahres-Zyklen hätte sich die CS-Goldleiter besser entwickelt als ein währungsgesichertes gewöhnliches Gold-Zertifikat. In weiteren 21 Prozent hätten Sie das gleiche Ergebnis erzielt. Der 20-prozentige Puffer hätte in knapp der Hälfte aller über diesen Zeitraum angefallenen Negativ-Perioden einen Verlust verhindert.

Der Haken: Der Mechanismus greift erst am Laufzeitende. Eine Reaktion auf die für Gold typischen Eigenschaften – sprunghafter Anstieg, längere Konsolidierungsphasen – ist nicht möglich. Mit einem gewöhnlichen Goldzertifikat können Sie flexibler auf Steigerungen beim Goldpreis setzen.

 

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