Geldanlagen: Mehr Sicherheit und mehr Transparenz beschlossen

 - 

Während der Finanzkrise von 2008 haben unzählige Menschen ihr angelegtes Geld verloren oder mussten hohe Verluste in Kauf nehmen. In vielen Fällen waren die Betroffenen nicht ausreichend über die Risiken informiert. Der Gesetzgeber hat darauf reagiert, indem er die Verjährungsfristen für Falschberatung verlängert hat. Seit dem 1.1.2010 gilt zudem eine Dokumentationspflicht von Anlageberatungen.

Mit dem "Anlegerschutz- und Funktionsverbesserungsgesetz" ist nun ein weiterer Baustein für mehr Sicherheit bei Geldanlagen verabschiedet worden. Außerdem werden mit dem "Graumarkt-Gesetz" bisher unregulierte Finanzprodukte und die freien Vermittler stärker kontrolliert.
Anlegerschutzgesetz

Das neue Anlegerschutzgesetz verfolgt vier Ziele:
  • Anleger sollen besser vor falscher Beratung geschützt werden.
  • Finanzprodukte sollen künftig einen "Beipackzettel" erhalten, der Verbrauchern kurze und verständliche Informationen zum Produkt gibt.
  • Die Offenen Immobilienfonds sollen stabilisiert werden.
  • Das Gesetz soll verdeckte Übernahmen von Unternehmen (Anschleichen) verhindern.
 
Tipp
Falls Sie betroffen sind und Anhaltspunkte für eine Falschberatung haben, zögern Sie nicht, anwaltlichen Beistand zu suchen.

Beipackzettel: Risiken und Nebenwirkungen

Das Produktinformationsblatt, auch "Beipackzettel" genannt, wird dem Verbraucher künftig einen schnellen und sicheren Einblick gewähren. Es muss auf maximal drei Seiten die wesentlichen Informationen über Risiken, Erträge und Kosten des Finanzprodukts enthalten. Anfallende Gebühren oder beispielsweise die Möglichkeit eines Totalverlustes können dann nicht mehr im Kleingedruckten versteckt werden.

Berater unter Kontrolle

Die Finanzunternehmen sind zudem künftig verpflichtet, die angestellten Berater bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zu melden. Wenn die BaFin schwerwiegende Verstöße bei einem Berater oder Vertriebsverantwortlichen sieht, kann sie verlangen, dass diese bis zu zwei Jahre nicht mehr in ihrer Position eingesetzt werden. Damit verfügt die Aufsicht nicht nur über einen besseren Kontrollmechanismus, sondern kann auch stärkere Sanktionen aussprechen.

Offene Immobilienfonds

Ausgelöst durch die Finanzkrise mussten mehrere offene Immobilienfonds die Rücknahme der Anteile für längere Zeit, teilweise wiederholt, aussetzen. Einige Fonds wurden sogar geschlossen. Das Problem: Anleger in den meisten dieser Fonds können an jedem Börsentag ihre Anteile zurückgeben. Die Fonds haben ihr Vermögen in Immobilien jedoch langfristig gebunden und konnten Auszahlungswünsche deshalb nicht immer bedienen. Der dadurch entstehende Vertrauensverlust zog auch andere offene Immobilienfonds in Mitleidenschaft.

Der Gesetzentwurf sieht ab 2013 für Anteile an offenen Immobilienfonds eine zweijährige Mindesthaltefrist für Neuanleger sowie eine zwölfmonatige Kündigungsfrist für Bestands- und Neuanleger vor.

Ausgenommen sind Beträge in Höhe von maximal 30.000 Euro pro Halbjahr und Anleger. Damit bleiben die Fonds für Privatanleger geeignet, die ihre Liquidität erhalten wollen.

Tipp
Wenn allerdings die Liquidität großer Anlagesummen für Sie hohe Priorität hat, ist ein offener Immobilienfonds nicht mehr das Richtige für Sie.

Weitere Neuerungen: Die Objekte des Fondsvermögens müssen künftig in vierteljährlichem Turnus bewertet werden statt wie bisher jährlich. Ab 2015 durch Fondsobjekte nur noch zu 30 Prozent fremdfinanziert werden. Bisher war eine Kreditaufnahme von bis zu 50 Prozent möglich.

Weitere News zum Thema

  • Wenn (fast) alle Mitarbeiter einer Firma frei haben

    [] (verpd) Selbst wenn eine Firma Betriebsferien hat oder aufgrund anderer Gründe keine oder nur wenige Mitarbeiter für einen bestimmten Zeitraum im Betrieb sind, gibt es Risiken, die zu hohen Schäden führen können. Die Gefahr von Schäden durch Brandstiftung, Diebstahl und Vandalismus ist im Vergleich zum Normalbetrieb sogar höher. Was Firmeninhaber und Unternehmens-Verantwortliche diesbezüglich beachten sollten. mehr

  • Die Hochburgen der Motorraddiebe

    [] (verpd) Die Anzahl der gestohlenen Motorräder und sonstigen Krafträder geht seit 2007 stetig zurück. Letztes Jahr gab es sogar im Vergleich zu den letzten 15 Jahren so wenige Kraftraddiebstähle wie nie zuvor. Allerdings unterscheidet sich die Anzahl derartiger Delikte in Relation zur Einwohnerzahl von Bundesland zu Bundesland erheblich. Die meisten Kraftraddiebstähle pro 100.000 Einwohner gibt es mit Abstand in Berlin, die wenigsten in Bayern. mehr

  • Die Hauptgründe, warum die Bürger sparen

    [] (verpd) Einer regelmäßig durchgeführten Umfrage des Verbandes der Privaten Bausparkassen zufolge ist der Konsum erneut das wichtigste Sparmotiv. Die Altersvorsorge bleibt weiterhin auf dem zweiten Rang, konnte jedoch in den vergangenen Monaten wieder an Wichtigkeit gewinnen. mehr

  • So zufrieden sind die Bürger mit dem Gesundheitssystem

    [] (verpd) Die überwiegende Mehrheit ist mit dem Gesundheitssystem zufrieden. Das zeigt eine kürzlich durchgeführte Umfrage einer gesetzlichen Krankenkasse. Allerdings wünscht sich der Großteil der Bevölkerung in Teilbereichen auch Veränderungen. mehr

  • Hochburgen des Autodiebstahls

    [] (verpd) Das Risiko eines Kfz-Diebstahls besteht überall, doch in einigen Bundesländern ist es statistisch deutlich höher als in anderen, wie die aktuelle Polizeiliche Kriminalstatistik 2016 zeigt. In Nordrhein-Westfalen gab es beispielsweise nach absoluten Zahlen die meisten Kraftwagendiebstähle, das höchste Risiko, im Verhältnis zur Einwohnerzahl Opfer eines Kfz-Diebs zu werden, besteht jedoch in Berlin. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.