Geld ist nicht alles

Geld ist nicht alles

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Die erste Phase des Projekts Gutes Leben soll im kommenden Jahr starten. Die Projektteilnehmer erarbeiten ein neues Indikatorensystem zum Wohlstand in Deutschland.

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) als Summe der in einer Volkswirtschaft geschaffenen Waren und Leistungen, ist als Wohlstandsmaß schon lange in der Kritik.

In der vergangenen Legislaturperiode hat die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags "Wachstum, Wohlstand, Lebensqualität" vorgeschlagen, ein neues Indikatorensystem einzuführen, um die Berichterstattung über Stand und Entwicklung von Wohlstand und Lebensqualität zu verbessern.

Das Bruttoinlandsprodukt soll künftig nicht mehr alleiniger Wachstumsmaßstab sein. Die Enquête-Komission schlägt zehn neue Messwerte vor, die Aufschluss über materiellen Wohlstand, soziale Teilhabe und Umweltaspekte geben sollen.

Dieser neue Ansatz misst den Wohlstand in drei Dimensionen: materiell, sozial und ökologisch.

Materieller Wohlstand

Dafür sollen bekannte Messgrößen eingesetzt werden. So soll das BIP sowohl in seiner absoluten Höhe als auch mit seiner Veränderungsrate weiterhin verwendet werden, weil es aus Sicht der Kommission den materiellen Wohlstand am besten abbilden kann.

Als zusätzliche materielle Komponente soll die Einkommensverteilung berücksichtigt werden, weil sie für die Lebenszufriedenheit eine wichtige Rolle spiele.

Hierbei orientiert sich das Leitindikatoren-Modell an der 80/20-Relation: Sie besagt wie viel mehr das Prozent der Bevölkerung verdient, das mehr bekommt als 79 Prozent der Bevölkerung, im Vergleich zu dem, was das Prozent verdient, das weniger erhält als 80 Prozent der Bevölkerung.

Als dritte Komponente nimmt die Arbeitsgruppe die Schuldenstandsquote auf, weil sie aufzeige, welchen Handlungsspielraum die öffentliche Hand hat. Noch komplizierter wird das Modell der Leitindikatoren, weil zusätzliche Warnlampen für die Wohlstandsentwicklungen eingebaut werden.

Für den materiellen Wohlstand sind das die Nettoinvestitionsquote, die Vermögensverteilung und die finanzielle Nachhaltigkeit des Privatsektors, die sich unter anderem an der Kreditvergabe und den Immobilienpreisen bemisst.

Sozialer Wohlstand

Auch bei der sozialen Dimension des Wohlstands verwendet dieser Ansatz neben vier festen Kriterien solche Warnlampen. Dazu zählen etwa die Weiterbildungs- und die Unterbeschäftigungsquote.

Als Hauptkriterien benennt der Bericht aber die Erwerbstätigenquote, die weniger beeinflussbar und international vergleichbarer sei als die Arbeitslosenquote.

Die Bildungskomponente des Wohlstands wird über den Anteil der 20- bis 24-jährigen abgebildet, die einen berufsqualifizierenden Abschluss, einen Schulabschluss oder die Fachhochschulreife besitzen.

Als weitere Kategorien kommen die Gesundheitssituation ins Spiel, die über die Lebenserwartung abgebildet wird, sowie die Freiheit, die durch den Weltbank-Indikator Voice and Accountability ausgedrückt wird.

Ökologischer Wohlstand

Schließlich kommt die ökologische Dimension des Wohlstands in dem Leitindikatoren zum Ausdruck. Dafür verwenden die Kommissionsmitglieder die Treibhausgasemissionen, den nationalen Überschuss an Stichstoff und einen Indikator, der den Grad der Artenvielfalt misst.

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