Deutsche fürchten Erhöhung des Renteneintrittsalters

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(verpd) Laut einer aktuellen Umfrage der Bertelsmann-Stiftung rechnen viele Deutschen damit, dass sie in 20 Jahren erst mit 69 Jahren oder später in Ruhestand gehen können. Dem fühlen sie sich angesichts der zunehmenden Arbeitsbelastung aber nicht gewachsen, zudem sorgen sie sich um ihren Lebensstandard im Alter.

Die meisten Deutschen rechnen für die Zukunft mit einem wesentlich höheren Renteneintrittsalter als heute. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH, für die das Institut im Auftrag der Bertelsmann Stiftung zwischen September und Oktober 2012 1.004 Bundesbürger zur Zukunft des Rentensystems befragt hat.

Derzeit liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 65 Jahren und wird bis 2029 schrittweise auf 67 Jahre erhöht. Laut der Studie erwarten 79 Prozent der Deutschen, dass diese Grenze in 20 Jahren sogar noch höher liegen könnte. 52 Prozent rechnen sogar damit, dann erst mit 69 Jahren oder später in den Ruhestand gehen zu können.

Ein früher Ruhestand wird gewünscht

Das durchschnittliche erwartete Renteneintrittsalter in zwei Jahrzehnten liegt bei 68,7 Jahren. Wie zu erwarten, entspricht das nicht den individuellen Wünschen der Befragten. Sie möchten sich im Schnitt mit 63,2 Jahren in den Ruhestand zurückziehen.

Das liegt auch daran, dass die Bundesbürger bezweifeln, dass sie der zusätzlichen Belastung gewachsen sind. So sagen 82 Prozent, dass die Menschen heute wegen der Arbeitsbelastung, zum Beispiel durch Stress, nicht besser in der Lage sind, bis zum 67. Lebensjahr zu arbeiten, als noch vor 20 Jahren.

Ungenügende gesetzliche Absicherung

„Die Menschen befinden sich in einem echten Dilemma“, sagt Aart De Geus, Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann Stiftung. „Sie erwarten mittelfristig ein höheres Renteneintrittsalter, sehen sich angesichts der beruflichen Belastungen aber nur bedingt in der Lage, länger zu arbeiten.“

Es besteht auch eine hohe Sorge um die Absicherung im Alter. So glaubt nur ein Drittel, dass die heutigen Rentner allein durch die gesetzliche Rentenversicherung ihren Lebensstandard halten können. 61 Prozent sind der Meinung, dass das nur durch die Summe von gesetzlicher, privater sowie betrieblicher Altersvorsorge möglich ist. Ob das auch in 20 Jahren noch der Fall sein wird, bezweifeln 74 Prozent der Befragten.

Ohne Altersvorsorge kein Auskommen

Erwerbstätige, die im Alter ein sicheres Auskommen haben möchten, das ihnen ermöglicht den bisherigen Lebensstandard zu halten, sollten frühzeitig eine zusätzliche Altersvorsorge abschließen. Der Grund: Die gesetzliche Altersrente ist in der Regel um einiges niedriger als der Verdienst, den ein Rentner vor dem Rentenbezug erhalten hat.

Ende 2011 betrug die monatliche Altersrente der über 17,7 Millionen Rentenbezieher im Durchschnitt nur 743 € nach Abzug der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Die rund 700.000 Neurentner, die 2011 zum ersten Mal eine Altersrente erhielten, haben Anspruch auf nur noch durchschnittlich 680 € Altersrente im Monat. Im Gegensatz dazu beträgt das durchschnittliche monatliche Nettoeinkommen, also Lohnsteuer und Sozialabgaben bereits abgezogen, eines gesetzlich Rentenversicherten derzeit rund 1.800 €.

Selbst nach 45 Arbeitsjahren nicht genügend Rente

Selbst wer in 2012 bis zur Regelaltersgrenze gearbeitet hat und 45 Jahre lang bei einem Verdienst in Höhe des Durchschnittseinkommens aller in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV) Versicherten in ebendiese eingezahlt hat, muss mit Einkommenseinbußen rechnen.

Er hat derzeit nur Anspruch auf eine monatliche Altersrente von 1.263,15 € in den alten und 1.096,65 € in den neuen Bundesländern. Das dies jedoch nur die wenigsten erreichen, zeigen die bereits genannten Zahlen

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