Augen auf beim Aktienkauf

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Wann ist eine Aktie billig? Auf diese Frage lautete die Antwort bislang: Wenn der Aktienkurs im Verhältnis zum Unternehmensgewinn niedrig ist.

Das drückt sich im Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) aus. Doch das stimmt seit 1.1.2005 nicht mehr uneingeschränkt, wie eine Studie der Privatbank Sal. Oppenheim und der Ruhr-Universität Bochum ergab.

Seit 2005 wenden die Aktienunternehmen nämlich nicht mehr die Rechnungslegungsvorschriften nach dem deutschen Handelsgesetzbuch (HGB) an, sondern nach dem International Financial Reporting Standards (IFRS). Diese führen zu einem deutlich höheren ausgewiesenen Gewinn, ohne dass sich die Ertragskraft des Unternehmens im gleichen Ausmaß vergrößert hat.

Die Aktien sind also teurer als gedacht. Zum Beispiel weisen gegenwärtig die Aktien des Deutschen Aktienindex DAX ein KGV von rund 14 auf. Berücksichtigt man die ursprüngliche Gewinnermittlung, läge das KGV tatsächlich bei 16, also rund 15 Prozent höher. Deutsche Standardwerte sind zwar unter diesen Umständen nicht überbewertet, aber eben auch keine Schnäppchen mehr.

Unser Geldtipp
Bei der Bewertung von Aktien sollten Sie die irreführende Verzerrung berücksichtigen. Am besten ist es, stattdessen besonders viel Wert auf einen hohen Geldzufluss aus der Geschäftstätigkeit, also einen hohen operativen Cash flow zu legen. Die entsprechende Kennzahl dazu ist das Kurs-Cash-flow-Verhältnis (KCV).

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