Anlagestrategie: Machen Sie es wie der norwegische Staatsfonds

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In Zeiten niedriger Zinsen sein Geld sicher und rentabel anzulegen, ist schwierig. Ein Blick auf die Anlagestrategie des norwegischen Staatsfonds kann als Anleitung dienen.

Der größte Staatsfonds der Welt, Norwegens Statens Pensjonfond, plant derzeit langfristige Milliardeninvestitionen in den Immobiliensektor. Zu rechnen sei mit jährlichen Investitionen von 8 bis 10 Milliarden Dollar, sagte der Leiter der Immobilienabteilung des Fonds, Karsten Kallevig, der Nachrichtenagentur Reuters.

Das verwaltete Vermögen des norwegischen Pensionsfonds belief sich Ende 2013 auf 5.206 Milliarden Norwegische Kronen bzw. rund 860 Milliarden Dollar bzw. rund 623 Milliarden Euro. Der Staatsfonds, der mit den seit 1969 sprudelnden Einnahmen aus der staatlichen Öl- und Gaswirtschaft gespeist wird, hat derzeit rund 1,3 % seines Vermögens in Immobilien angelegt. Die Regularien des Fonds sehen vor, dass der Anteil auf bis zu 5 % gesteigert werden kann. Das wären rund 43 Milliarden Dollar.

Jährlich 4 % Nettorendite angestrebt

Kaum ein Staatsfonds legt die ihm anvertrauten Gelder rentabler und sicherer an als der norwegische. In manchen Jahren erwirtschaftete er eine Rendite von 13 %, in den letzten 10 Jahren waren es durchschnittlich 6 % pro Jahr. Erklärtes Ziel ist es, nach Abzug der norwegischen Inflation von 2 % p.a. ein Ergebnis von 4 % pro Jahr zu erzielen. Steuern werden nicht fällig.

Als öffentlicher Fonds macht der Statens Pensjonfond aus seiner Anlagestrategie kein Geheimnis. Fünf Regeln lassen sich für Privatanleger aus der Investmentphilosophie der Norweger zusammenfassen.

Renditeziele müssen realistisch sein

Ambitioniert, aber realistisch heißt die nachahmenswerte Devise der Norweger. Wird das Renditeziel zu hoch gesetzt, zwingt es zu risikoreichen Investments, die auf lange Sicht meist nicht zum gewünschten Erfolg führen.

Vermögen klar aufteilen

Die Anlagestrategie des norwegischen Staatsfonds heißt: 60 % Aktien, 35 bis 40 % Anleihen und bis zu 5 % Immobilien. Diese Anlagestrategie sollte langfristig durchgehalten werden, weil häufige Umschichtungen von Anleihen in Aktien oder umgekehrt Kosten verursachen, die in der Regel nicht durch eine höhere Rendite kompensiert werden.

Ausdauer beweisen

Auch wenn es schlecht läuft, muss man investiert bleiben und bei seiner gewählten Strategie bleiben. Der Staatsfonds zeigt, dass Ausdauer belohnt wird: Die Grundausrichtung des Fonds hat sich in keiner der zum Teil turbulenten Finanzmarktphasen geändert, trotzdem konnten in den vergangenen 10 Jahren rund 6 % jährliche Rendite eingefahren werden.

Weltweit anlegen

Der norwegische Staatsfonds investiert weltweit, nur im eigenen Land nicht. Damit verfährt er anders als die meisten Privatanleger. Die legen meist im eigenen Land an und vernachlässigen die weltweite Streuung. Aber nur wer sein Anlagevermögen über die ganze Welt verteilt, ist vor regionalen Finanzrisiken geschützt. Mal kriselt es in Europa, mal in den USA, dann wieder in den Schwellenländern. Wer dann zu sehr in einer der Regionen investiert ist, riskiert seine Altersvorsorge. Privatanleger müssen und können nicht wie der Staatsfonds in 10.000 Einzelaktien investieren. Aber sie können mit wenigen Indexfonds (ETFs), die Marktentwicklungen in den verschiedenen Weltregionen abbilden, relativ einfach ihr Geld weltweit streuen.

Regelmäßig investieren

In der Regelmäßigkeit liegt ein wichtiger Faktoren für einen erfolgreichen Vermögensaufbau. Der norwegische Staatsfonds legt wöchentlich mehrere Millionen Kronen an, und zwar in guten wie in schlechten Zeiten. Wer so verfährt, profitiert von den Hochs und den Tiefs der Börse: Gehen die Kurse hoch, erhöht sich der Wert des Vermögens, gehen sie runter, können Aktien und Anleihen zu günstigeren Kursen nachgekauft werden.

Anmerkung: Das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland verteilt sich laut Deutscher Bundesbank derzeit zu

  • 40,4 % in Bargeld und Bankeinlagen,

  • 30,1 % in Ansprüche gegenüber Versicherern,

  • 8,7 % in Investmentzertifikaten,

  • 6,2 % in Ansprüche aus Pensionsrückstellungen,

  • 5,8 % in Aktien und

  • 4,2 % in Anleihen.

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