Afrika: Mit Zertifikaten auf dem Schwarzen Kontinent investieren

Afrika: Mit Zertifikaten auf dem Schwarzen Kontinent investieren

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Auch schlechte Nachrichten schrecken Anleger nicht ab, auf die künftige Wirtschaftskraft Afrikas zu spekulieren. Sie entdecken hinter dem vermeintlich allgegenwärtigen Chaos die Chance auf hohe Renditen.

Hunger, Aids, Bürgerkriege und Diktaturen: Beim Gedanken an Afrika fallen vielen Menschen nur die Negativschlagzeilen ein. Solche kommen in diesen Tagen auch aus dem westlich geprägten Südafrika, wo Menschen Jagd auf Ausländer machen. Doch so wie einst der legendäre Urwaldforscher David Livingstone wagen sich inzwischen spekulative Anleger auf den Kontinent und entdecken hinter dem vermeintlich allgegenwärtigen Chaos die Chance auf hohe Renditen.

Afrika ist mit 930 Millionen Einwohnern nach Asien der bevölkerungsreichste Kontinent der Erde. Er verfügt auch über einen großen Reichtum an Rohstoffen. Ob Diamanten oder Gold, Öl in Nigeria bis hin zum Kupfer im Kongo besitzt der Kontinent wichtige Bodenschätze, die in den Industriestaaten und zunehmend auch in den Schwellenländern wie China oder Indien reißenden Absatz finden. Und während nach wie vor immer noch Hungerkrisen in Afrika ausbrechen, liegen allein im Kongo 40 Prozent der Weltreserven an dem Düngergrundstoff Phosphat, mit dem sich die Erträge auch in der afrikanischen Landwirtschaft leicht steigern ließen. Oder Platin: Fast 90 Prozent der Vorkommen lagern zwischen der Küste des Mittelmeers und dem Kap der Guten Hoffnung.

Auch das rasante Wirtschaftswachstum wird gerne angeführt, um für eine Geldanlage auf dem Schwarzen Kontinent zu werben. Um 6,8 Prozent ist die afrikanische Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen. Ein Jahr zuvor waren es 5,7 Prozent. Doch solche Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen. Verlässliche Daten über das Wirtschaftswachstum sind nicht in allen Ländern Afrikas selbstverständlich.

Geldtipp
Den sicherlich großen Chancen in Afrika sollten Anleger vor der Investitionsentscheidung auch die enormen Risiken gegenüberstellen. So stellen Korruption und mangelnde Eigentumsrechte in Afrika nach wie vor große Probleme dar. Zudem sind die Auswirkungen der sehr hohen Zahl an Aids-Infizierten in der Bevölkerung kaum abzusehen. Kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Stämmen sind in einigen Teilen des Kontinents ebenfalls an der Tagesordnung.

Die Auswahl an Zertifikaten auf afrikanische Aktien wird immer reichhaltiger

Zunächst gab es lediglich einige Zertifikate mit Schwerpunkt auf den südafrikanischen Markt. Das hatte seine guten Gründe. Denn die meisten afrikanischen Aktienmärkte sind kaum entwickelt und für europäische Anleger schlecht oder gar nicht investierbar. In Südafrika ist dies anders. Doch der Markt läuft derzeit schlecht, gebeutelt von verschiedenen Krisen. Die neueren Produkte sind deshalb breiter aufgestellt:
  • Merrill Lynch ging im letzten Herbst mit einem Africa-Lions-Zertifikat an den Start (WKN: ML0C15). Dieses Papier investiert in Unternehmen, die einen bedeutenden Teil ihrer Umsätze in Afrika machen. Im Zertifikat finden sich somit auch Unternehmen, die an den Börsen in Kanada, Norwegen oder Kuweit notiert sind. Rund 60 Prozent der Unternehmen sind im Rohstoffsektor tätig. Viel genützt hat das wenig. Trotz der rasant gestiegenen Rohstoffpreise notiert das Zertifikat derzeit knapp unter seinem Ausgabepreis von 100 Euro. Die jährliche Verwaltungsgebühr beträgt 1 Prozent. Der Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufskurs) beträgt rund 1,45 Prozent.
  • Kaum besser erging es den Käufern des Third-Wave-Afrika-Zertifikates von DWS Go (WKN: DWS0H 9). Der Preis des Zertifikats pendelt um seinen Ausgabepreis von 50 Euro. Die Anleger müssen zudem eine hohe jährliche Verwaltungsgebühr von 2 Prozent bezahlen. Dazu kommt noch ein Spread von rund 2 Prozent. Gleichwohl hat dieses Papier einige Vorteile. Das Zertifikat basiert auf einem eigens dafür entwickelten Spezialfonds. Die Anleger profitieren somit von der Kompetenz der Fondsmanager der DWS. Diese suchen die ihrer Ansicht nach attraktivsten Aktien am afrikanischen Markt heraus. Derzeit bilden ägyptische Werte mit 32 Prozent den Schwerpunkt vor Nigeria mit 31 Prozent und Marokko mit 7 Prozent. Längerfristig dürfte dieses Papier aussichtsreicher sein als das Africa-Lions-Zertifikat von Merrill Lynch.
Geldtipp
Für spekulative Anleger am aussichtsreichsten scheint das im April 2008 von ABN Amro emittierte Zertifikat auf den von Standard & Poor's entwickelten Afrika-40-Index (WKN: AA0ZBW) zu sein. Dieser Index umfasst 40 große Aktiengesellschaften in Afrika. Er ist breit gefasst und enthält Werte aus Südafrika (31 Prozent), Ägypten (20 Prozent), Marokko (19 Prozent), Nigeria (11 Prozent), Sambia (8 Prozent), Mali (6 Prozent), Kongo (3 Prozent) und Ghana (2 Prozent). Größte Branchen sind die Finanzindustrie (36 Prozent), die Bauwirtschaft (28 Prozent) und die Telekommunikation (17 Prozent). Das Zertifikat liegt nahe seines Emissionspreises von 26,50 Euro. Die jährliche Managementgebühr beträgt 0,75 Prozent und der Spread liegt bei rund 2 Prozent. Anleger brauchen allerdings bei einem Investment in Afrika Geduld. Schnelle Gewinne sind nicht zu erwarten. Empfehlenswert ist ein Anlagezeitraum von mindestens vier Jahren. Nur dann macht ein solches Zertifikat als Beimischung in einem ansonsten gut strukturierten Wertpapierdepot Sinn.

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