Abgeltungsteuer nun automatisch mit Kirchensteuer

 - 

Ab dem 1.1.2015 sind alle Banken in Deutschland verpflichtet, auf abgeltend besteuerte Kapitalerträge (z.B. Dividenden und Zinsen) automatisch auch Kirchensteuer einzubehalten und an die Finanzverwaltung zu überweisen.

Bisher mussten die Banken das nur durchführen, wenn Sie als Kapitalanleger Ihrer Bank auch Ihre Konfessionszugehörigkeit mitgeteilt haben. Ab 2015 hält die Bank automatisch die Kirchensteuer ein.

Um zu erfahren, welcher Konfession Sie angehören, ist jede Bank gesetzlich verpflichtet, einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern (BZSt) für alle Kunden die Religionszugehörigkeit abzufragen. Die erstmalige Abfrage wurde in diesem Jahr im Zeitraum vom 1.9.2014 bis zum 31.10.2014 durchgeführt. Das BZSt teilt dann der Bank die Kirchensteuerabzugsmerkmale (KISTAM) mit. Darin sind Ihre Zugehörigkeit zu einer steuererhebenden Religionsgemeinschaft und der gültige Kirchensteuersatz enthalten.

Bis 30.6.2014 bestand die grundsätzliche Möglichkeit, der Übermittlung Ihres KISTAM zu widersprechen (Sperrvermerk). Dazu mussten Sie eine Sperrvermerkserklärung beim BZSt einreichen. Das Formular ist im Internet unter der Adresse www.formulare-bfinv.de zu finden. Diese Erklärung musste bis spätestens 30.6.2014 beim BZSt eingehen. Das BZSt hatte dann die Bank über den Sperrvermerk zu unterrichten. Ihre Bank hat in diesem Fall keine Kirchensteuer von Ihren Kapitalerträgen einbehalten und an das Finanzamt abgeführt. Allerdings haben Sie dann die Kapitalerträge bei der Steuererklärung anzugeben, damit das Finanzamt die Kirchensteuer nacherheben kann. Ein Steuersparmodell ist der vorgestellte Sperrvermerk daher nicht.

Hintergrund

Zu Beginn des Jahres 2009 wurde die Besteuerung von Kapitalerträgen geändert. Ziel der Regierung war eine Vereinfachung. Doch was dabei heraus kam, ist für die meisten Kapitalanleger mit zusätzlicher Bürokratie und einer teilweise komplizierte Handhabe bei der Steuererklärung verbunden. Allein der Anwendungserlass zur Abgeltungsteuer umfasst über 300 Randziffern. Das zeigt, dass das neue System doch nicht so einfach geworden ist, wie es eigentlich beabsichtigt war.

Im Grunde scheint es auf den ersten Blick recht einfach zu sein: Seit dem 1.1.2009 werden von sämtlichen Kapitalerträgen wie Dividenden, Zinsen und Kursgewinnen pauschal 25 % Abgeltungsteuer zzgl. 5,5 % Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einbehalten. Beim zuletzt genannten Punkt, der Kirchensteuer, gibt es aktuell eine Änderung. Die meisten Banken haben im Laufe dieses Jahres Informationsmaterial über den künftigen Kirchensteuerabzug verschickt.

Weitere News zum Thema

  • Bundesweite Rauchmelderpflicht

    [] (verpd) Bei einem Brand kommt es auf Sekunden an. Ein Rauchmelder sorgt dafür, dass bei einem Wohnungsbrand alle Bewohner rechtzeitig gewarnt werden. Daher haben mittlerweile alle Bundesländer Vorschriften erlassen, die Hauseigentümer zur Installierung von Rauchmeldern verpflichten. Berlin hat als letztes Bundesland eine entsprechende Einbaupflicht für Neu- und Umbauten ab dem 1. Januar 2017 vorgesehen. Allerdings gibt es immer noch Unterschiede, wann bei bestehenden Häusern Rauchmelder verpflichtend eingebaut werden müssen mehr

  • Wenn das Gehalt nicht pünktlich gezahlt wird

    [] (verpd) Ein Arbeitnehmer, dessen Lohn beziehungsweise Gehalt nicht pünktlich gezahlt worden ist, hat nicht nur einen Anspruch auf die Zahlung von Verzugszinsen, sondern zusätzlich auch auf Überweisung eines Pauschalbetrages in Höhe von 40 Euro. Das hat das Landesarbeitsgericht Köln mit einem kürzlich veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 12 Sa 524/16). mehr

  • 2016 noch Geld sparen

    [] Der Countdown zum Jahreswechsel läuft. Trotz des Weihnachtstrubels sollten Sie sich unbedingt ein wenig Zeit für Ihre Finanzen nehmen – zumal Sie dann unter Umständen viel Geld sparen können. mehr

  • Warum Grundstücksbesitzer bei maroden Wegen handeln müssen

    [] (verpd) Eine fünf Zentimeter hohe Betonabbruchkante, die auf einem für Radfahrer freigegebenen, unbeleuchteten Weg mit einem Winkel von 45 Grad schräg in Fahrtrichtung verläuft, stellt eine große Gefahrenquelle dar. Sie löst im Fall eines Unfalls eine Haftungsverpflichtung des Verkehrssicherungs-Pflichtigen aus. Das hat der 9. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Hamm mit einem veröffentlichten Urteil entschieden (Az. 9 U 78/13). mehr

  • Sicher Autofahren trotz Nebel und Glätte

    [] (verpd) Sichtbehinderung durch Nebel oder Schnee, aber auch rutschige Straßen, beispielsweise durch herabgefallenes Laub oder überfrierende Nässe, sind insbesondere im Herbst ein hohes Unfallrisiko. Alleine letztes Jahr ereigneten sich deshalb über 13.000 Verkehrsunfälle, bei denen Personen verletzt wurden. Mit der richtigen Fahrweise lassen sich jedoch solche Unfälle vermeiden. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.