Zertifikate mit garantierter Mindestrückzahlung nur teilweise steuerpflichtig

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Bei Zertifikaten mit garantierter Mindestrückzahlung ist nur der Teil des Kursgewinns steuerpflichtig, der der garantierten Mindestrückzahlung entspricht, so jetzt der BFH.

Indexzertifikate sind Wertpapiere mit einer Laufzeit von häufig zwei bis sechs Jahren ohne laufende Zinszahlungen. Die Wertentwicklung richtet sich nach einem bestimmten Wertpapierindex, zum Beispiel DAX, Eurostoxx oder Dow Jones. Der Anleger profitiert also von der Börsenentwicklung, ohne selbst Aktien zu besitzen.

Bei Zertifikaten, bei denen nur ein Teil des Kapitals garantiert zurückgezahlt wird, langt der Fiskus bisher voll zu. Auch in diesem Fall soll der gesamte Gewinn bei Einlösung oder Veräußerung steuerpflichtig sein. Damit werden diese Papiere genauso hart besteuert wie bei garantierter vollständiger Kapitalrückzahlung (BMF-Schreiben vom 16.3.1999, BStBl. 1999 I, S. 433).

Diesen weitreichenden Besteuerungsanspruch des Fiskus hat der BFH jetzt zurückgewiesen (BFH,  Urteil vom 4.12.2007, Az. VIII R 53/05, BFH-NV 2008 S. 462). Nach seiner Auffassung ist bei Zertifikaten mit garantierter Mindestrückzahlung nur der Gewinn entsprechend dem Garantieanteil steuerpflichtig. Im konkreten Fall waren nur 10% des Kapitals bei Rückzahlung verbindlich zugesagt. Deshalb ist der Gewinn auch nur zu 10% steuerpflichtig, die übrigen 90% bleiben steuerfrei.

Begründung der Richter: Der Inhaber trägt das Risiko, bei ungünstiger Kursentwicklung einen Teil seines eingesetzten Kapitals zu verlieren. Deshalb gehört der Überschuss insoweit in den nicht steuerbaren Bereich, wie er auf das eindeutig bestimmbare Risiko eines Kapitalausfalls entfällt. Das sind im konkreten Fall 90%. Der Anleger hatte mit Zertifikaten im Gesamtwert von US-$ 100.000,- umgerechnet etwa € 50.000,- Gewinn erzielt. Da ihm aber nur US-$ 10.000,- seines Kapitals garantiert waren, muss er auch nur € 5.000,- seines Gewinns versteuern.

Mit Einführung der Abgeltungsteuer wird das Urteil bedeutungslos. Denn wenn Sie Zertifikate ab dem 1.1.2009 kaufen, werden Papiere mit und ohne Kapitalgarantie gleich besteuert. In beiden Fällen müssen Sie auf den Einlösungs- bzw. Veräußerungsgewinn 25% Abgeltungsteuer zahlen.

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