Wie eine fondsgebundene Lebensversicherung bei Ablauf besteuert wird

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Am Laufzeitende einer Fondspolice besteht oft ein Wahlrecht, sich den Wert der Fondsanteile entweder in Geld auszahlen oder sich die Anteile ins eigene Wertpapierdepot übertragen zu lassen. Welche steuerlichen Folgen hat das?

Eine fondsgebundene Lebensversicherung ist im Prinzip nichts anderes als ein Fondssparplan, eingekleidet in einen Versicherungsmantel. Das kostet natürlich zusätzliche Gebühren, die bei einem normalen Fondssparplan nicht anfallen. Dafür unterliegen Ihre laufenden Fondserträge während der Ansparzeit im Gegensatz zu einem Fondssparplan nicht der Abgeltungsteuer, sondern werden steuerfrei wieder angelegt.

Die Fondspolice wird bei Ablauf wie eine normale Kapitallebensversicherung besteuert. Es müssen also, damit bei Fälligkeit keine Abgeltungssteuer anfällt, die Mindestbedingungen für steuerbegünstigte Lebensversicherungen erfüllt sein, insbesondere eine Mindestlaufzeit von 12 Jahren eingehalten werden.

Am Laufzeitende haben Sie oft ein Wahlrecht, sich den Wert Ihres angesammelten Fondsvermögens bar auszahlen zu lassen oder sich Ihre während der Ansparzeit erworbenen Fondsanteile aus dem Versicherungsdepot in Ihr privates Wertpapierdepot bei Ihrer Bank übertragen zu lassen. Letzteres ist sinnvoll, wenn bei Fälligkeit des Versicherungsvertrages die Fondsanteile aufgrund einer Börsen-Baisse wertmäßig unter Ihren in die Fondspolice eingezahlten Beiträgen liegen, Sie also mit der Barauszahlung einen Verlust machen würden.

Steuerlich gilt hierbei Folgendes:

  • Haben Sie Ihre Fondspolice vor 2005 abgeschlossen (Altvertrag), bleibt die Barauszahlung steuerfrei, wenn Sie die Mindestbedingungen dafür erfüllen. Das Gleiche gilt für die Übertragung der Fondsanteile in Ihr Wertpapierdepot.
  • Haben Sie die Police nach 2004 abgeschlossen (Neuvertrag) und wollen vor Ablauf der 12-jährigen Mindestlaufzeit kündigen, unterliegt die Barauszahlung der Abgeltungsteuer. Gleiches gilt für den Gegenwert der ins eigene Depot übertragenen Fondsanteile, wobei der Gegenwert gleich dem Rücknahmepreis der Anteile und somit genauso hoch wie im Fall der Barauszahlung ist.

Für Alt- und Neuverträge gilt, dass die Übertragung der Fondsanteile ins eigene Depot steuerlich als Verkauf der Fondsanteile mit gleichzeitiger Neuanschaffung zum Zeitpunkt des Ablaufs bzw. der Kündigung der Fondspolice anzusehen ist. Der Bestandsschutz (einjährige Spekulationsfrist) geht damit verloren.

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