Werbungskostenabzug bei Verfall von Optionsscheinen?

 - 

Für den BFH und die Finanzverwaltung sind Verluste aus wertlos verfallenen Optionsscheinen steuerlich ohne Bedeutung. Doch das Finanzgericht München erkennt die Anschaffungskosten als vergebliche Werbungskosten an. Nun muss der BFH entscheiden.

Eigentlich ist die Sache geklärt: Wer Optionen oder Optionsscheine am Ende der Laufzeit wegen gegenläufiger Kursentwicklung verfallen lässt, hat Pech gehabt. Der Verlust in Höhe der gezahlten Optionsprämie bzw. der Anschaffungskosten der Scheine ist steuerlich nicht absetzbar. Ein Verlust aus privaten Veräußerungsgeschäften gemäß § 23 EStG nach alter Rechtslage bis Ende 2008 liegt nicht vor (BFH-Urteil vom 9.10.2008, Az. IX R 69/07).

Doch das Finanzgericht München stellt sich gegen den BFH und erkennt die Kosten für den Erwerb von Optionsscheinen als vergebliche bzw. fehlgeschlagene Aufwendungen an. Nach Auffassung des Gerichts ist ein Abzug als Werbungskosten im Rahmen der Einkünfte gemäß § 23 EStG a.F. innerhalb der einjährigen Spekulationsfrist möglich (FG München vom 8.10.2009, 15 K 1050/09). Voraussetzung sei, dass der Anleger die Aufwendungen für den Erwerb der am Ende der Laufzeit schließlich verfallenen Kauf- und Verkaufsoptionen getätigt habe, um in Erwartung der von ihm prognostizierten Preis- bzw. Kursentwicklung der Basiswerte einen Gewinn zu erzielen. Die unterlegene Finanzverwaltung hat gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt (Az. IX R 50/09).

Ab 2009 zählen Optionsgeschäfte zu den Einkünften aus Kapitalvermögen, bei denen ein Werbungskostenabzug nicht mehr möglich ist. Verluste werden nur anerkannt, wenn eine Veräußerung der Scheine erfolgt ist bzw. die Option ausgeübt oder glattgestellt wurde.

Anleger sollten dennoch auch für das Jahr 2009 Einspruch einlegen, falls der BFH unter Aufgabe seiner bisherigen Rechtsprechung die vergeblichen Anschaffungskosten als realisierten Verlust anerkennt.

Weitere News zum Thema

  • Der will doch nur spielen

    [] Ein Tierhalter haftet nach Paragraf 833 Satz 1 BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) grundsätzlich in voller Höhe, wenn sein Tier einen Schaden anrichtet. Es spielt dabei keine Rolle, ob den Hundehalter ein Verschulden trifft. Für alle Hundebesitzer ist daher eine Hundehalter-Haftpflicht-Versicherung sinnvoll, um kein finanzielles Risiko einzugehen. In vielen Bundesländern ist eine derartige Versicherung bereits Pflicht. mehr

  • Auslandsdividende: Der optimale Umgang mit der Quellensteuer

    [] Die Höhe der Dividende spielt bei der Aktienanlage angesichts magerer Zinsen für Rententitel bonitätsstarker Schuldner eine immer wichtigere Rolle. Insbesondere bei vielen ausländischen Titeln liegt die Rendite deutlich über der von Bundesanleihen. mehr

Weitere News zum Thema

schließen

Link empfehlen

Mit der Inanspruchnahme des Services willigen Sie in folgende Vorgehensweise ein:

Ihre eigene E-Mail-Adresse und die des Empfängers werden nur zu Übertragungszwecken verwendet - um den Adressaten über den Absender zu informieren, bzw. bei einem Übertragungsfehler eine Benachrichtigung zu übermitteln. Um einen Missbrauch dieses Services zu vermeiden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten (IP-Adresse) jedes Nutzers der versandten E-Mail in Form eines E-Mail-Header-Record (X-Sent-by-IP) beifügen und für einen Zeitraum von zwei Monaten speichern. Sofern Dritte glaubhaft machen, dass sie durch die Versendung eines Artikels im Rahmen dieses Services in ihren Rechten verletzt wurden, wird Geldtipps.de die Identifikationsdaten zur Rechtsverfolgung herausgeben.