Stückzinsmodell nutzt die Spreizung des Steuertarifs zwischen 2008 und 2009

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Kaufen Sie verzinsliche Wertpapiere noch bis Ende 2008, können Sie in Höhe der Differenz zwischen Ihrem persönlichen Steuersatz und dem Abgeltungssteuersatz Steuern sparen.

Bei Kauf von Anleihen bis Ende 2008 dürfen Sie die an den Verkäufer gezahlten Stückzinsen in Ihrer Einkommensteuererklärung 2008 als negativen Kapitalertrag ansetzen. Diese negative Einnahme darf mit positiven Kapitalerträgen, die über dem Sparer-Freibetrag liegen, oder mangels weiterer Kapitalerträge auch mit anderen Einkünften verrechnet werden, etwa aus Arbeitnehmertätigkeit. Das spart Steuern in Höhe des persönlichen Grenzsteuersatzes, der bei Spitzenverdienern bis zu 45% betragen kann. Dem steht im Jahr 2009 die Abgeltungssteuer von nur 25% auf die dann ausgezahlten Anleihezinsen entgegen.

In Höhe der Differenz zwischen persönlichem Steuersatz und Abgeltungssteuersatz, die bis zu 20% betragen kann (45% minus 25%), sparen Sie somit endgültig Einkommensteuer und Solidaritätszuschlag. Liegt der Zinstermin der Anleihe kurz nach dem Jahreswechsel, ist der Steuerspareffekt am größten, weil dann die noch 2008 zu zahlenden Stückzinsen am höchsten sind (Berechnung von Stückzinsen für 11 Monate). Allerdings bedarf es schon einer Anlagesumme im fünfstelligen Bereich, damit eine ordentliche Steuerersparnis dabei herausspringt. Das Gleiche funktioniert übrigens auch mit Zwischengewinnen bei der Anlage in geeigneten Investmentfonds.

Die Finanzverwaltung hat dieses Stückzinsmodell bei Einsatz von Eigenkapital für den Anleihekauf abgesegnet, sofern damit ohne Berücksichtigung der Steuerersparnisse am Besitzende ein Einnahmenüberschuss erzielt wird (Verfügung der OFD Magdeburg vom 13.6.2008, DStR 2008 S. 1833). Ein kreditfinanzierter Anleihekauf rechnet sich dagegen nicht, denn erstens sind ab 2009 keine Werbungskosten aus Kapitalvermögen mehr absetzbar und damit auch keine Kreditzinsen. Und zweitens erkennt die Finanzverwaltung bei zu hoher Fremdfinanzierung das Stückzinsmodell wegen Vorliegens eines "Steuerstundungsmodells nach § 15b EStG" nicht an, sodass die gezahlten Stückzinsen im Jahr 2008 nicht als negative Einnahme angesetzt werden dürfen (Verfügung der OFD Münster vom 7.11.2008, DB 2008 S. 2681).

Achtung
Je höher der Zinskupon der Anleihe, umso höher ist zwar die Steuerersparnis. Allerdings sind hohe Kupons auch mit hohen Risiken verbunden, da dahinter oft Emittenten mit geringer Bonität stecken. In der gegenwärtigen Finanzkrise sind Zahlungsausfälle eigenkapitalschwacher Emittenten nicht ausgeschlossen!

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