Spekulationsverluste: Finanzverwaltung blockiert positives BFH-Urteil

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Spekulationsverluste eines Kalenderjahres können Sie in das Vorjahr zurücktragen und/oder in die Folgejahre vortragen und mit im jeweiligen Jahr entstandenen Spekulationsgewinnen verrechnen.

Erst kürzlich hat der BFH diese Verrechnungsmöglichkeit erweitert: Über die Verlustverrechnung wird erst in dem Jahr entschieden, in dem verrechenbare Spekulationsgewinne anfallen (BFH-Urteil vom 22.9.2005, IX R 21/04, BFH/NV 2006 S. 1185). Der Vorteil für Anleger: Verluste bleiben auch dann verrechenbar, wenn sie nicht in dem Jahr in der Steuererklärung auftauchen, in dem sie entstehen.

Die BFH-Richter hatten sich damit über die bisherige - für Investoren nachteilige - Verwaltungspraxis hinweggesetzt. Nach Meinung der Finanzämter mussten Sie die Spekulationsverluste im Jahr der Verlustentstehung in Ihrer Steuererklärung angeben. Ansonsten konnten die Verluste nicht mehr mit künftigen Spekulationsgewinnen verrechnet werden und waren damit verloren.

Aber: Dieses für die Anleger positive Urteil blockiert die Finanzverwaltung mit einem Nichtanwendungserlass (BMF-Schreiben vom 14.2.2007, Deutsches Steuerrecht 2007 Seite 442). Konsequenz: Es bleibt bei der bisherigen ungünstigen Verwaltungspraxis. Die ist ab 2007 ohnehin im Einkommensteuergesetz festgeschrieben und betrifft alle Einkommensteuerbescheide, für die die Feststellungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Das gilt für Verluste sowohl aus Wertpapier- als auch aus Immobilienverkäufen.

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