Spekulationsgeschäfte: Bundesfinanzhof stoppt günstige Verlustverrechnung

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Wenn Sie z.B. im Jahr 2005 einen Spekulationsgewinn erzielen, müssen Sie diesen versteuern. Haben Sie im Folgejahr 2006 jedoch einen Spekulationsverlust, können Sie durch einen Verlustrücktrag nach 2005 dort Ihre Steuern senken. Ob und wie viel vom Spekulationsverlust in das Vorjahr zurückgetragen werden soll, können Sie selbst bestimmen.

Die Sache hat allerdings einen Haken: Im Jahr des Rücktrags können Sie die Freigrenze von 512,- Euro für Spekulationsgewinne nicht nutzen. Das hat der Bundesfinanzhof entschieden und damit der Finanzverwaltung Recht gegeben (BFH-Urteil vom 11. 1. 2005, Az. IX R 27/04).

Konsequenz: Sie müssen mehr von Ihrem Verlust für den Rücktrag »opfern«, damit der Spekulationsgewinn des Vorjahres steuerfrei wird.


Beispiel:

Im Jahr 2005 erzielen Sie einen Spekulationsgewinn von 1.000,– Euro, 2006 erleiden Sie dagegen einen Verlust von 3.000,– Euro.

Um für 2005 keinen Gewinn versteuern zu müssen, reicht es nicht aus, wenn sie aus 2006 nur 489,– Euro zurücktragen, um den Gewinn (1.000,– Euro ./. 489,– Euro = 511,– Euro) rechnerisch unter die Freigrenze von 512,– Euro zu drücken. Vielmehr müssen Sie dann 2005 immer noch 511,– Euro versteuern. Der Verlustrücktrag liegt in diesem Fall bei 2.511,– Euro.

Wollen Sie den steuerpflichtigen Gewinn für 2005 aber auf null reduzieren, müssen Sie 1.000,– Euro zurücktragen. Der Verlustvortrag liegt dann allerdings nur bei 2.000,– Euro.

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