Sind Verluste mit Aktien der Hypo Real Estate steuerlich absetzbar?

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Die mit vielen Milliarden Euro Steuergelder bezahlte Rettung des Immobilienfinanzierers Hypo Real Estate (HRE) ist zum Synonym der Finanzkrise in Deutschland geworden. Doch für die Verluste der HRE-Aktionäre interessiert sich das Finanzamt nicht.

Der Bund will die Hypo Real Estate (HRE) vollständig übernehmen. Dazu hat er über den Finanzmarkt-Stabilisierungsfonds (SoFFin) den HRE-Aktionären ein Übernahmeangebot gemacht. Wer das Angebot nicht angenommen hat, wird wohl im Wege eines sog. Squeeze Out (Zwangsumtausch) aus dem Unternehmen gedrängt. Zu einer Enteignung der Aktionäre wird es also nicht kommen. Klar ist, dass die Altaktionäre nur einen Bruchteil ihrer Kaufkurse als Abfindung erhalten werden.

Wie ist dieser Verlust steuerlich einzuordnen?

Die Finanzverwaltung hat bisher in einem "Squeeze Out", also der zwangsweisen Übertragung von Anteilen von Minderheitsgesellschaftern an einen Mehrheitsgesellschafter gegen Abfindung, ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 23 EStG gesehen (BMF vom 25.10.2004, BStBl. 2004 I S. 1034 Tz. 40). Es kommt bei § 23 EStG nämlich auf den Veräußerungswillen des Anteilsinhabers nicht an. Erfolgt somit die zwangsweise Übertragung innerhalb eines Jahres nach dem Kauf der Anteile, ist ein Veräußerungsgewinn steuerpflichtig, und ein Verlust kann steuerlich geltend gemacht werden. Nach Ablauf der Spekulationsfrist ist ein Gewinn oder ein Verlust steuerlich nicht mehr relevant.

Das heißt: Wurden die HRE-Aktien vor 2009 erworben, gilt die einjährige Spekulationsfrist des § 23 EStG weiter. Bei einem Aktienerwerb ab 2009 liegt dagegen unabhängig von der Haltefrist ein Verlust aus Kapitalvermögen vor, wobei für deren Verrechnung ab 2009 einschränkende Regelungen gelten (Aktienkursverluste können nur mit Aktienkursgewinnen verrechnet werden).

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