Ist Daytrading eine gewerbliche Tätigkeit?

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Daytrader handeln auf eigene Rechnung täglich mit einer Vielzahl von Aktien und wollen von kurzfristigen Kursschwankungen profitieren. Ist diese Tätigkeit gewerblich, oder handelt es sich um eine private Vermögensverwaltung? Diese Frage muss der BFH beantworten.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg stellte sich in erster Instanz auf die Seite eines jungen Mannes, der in kurzer Zeit ein Vermögen angehäuft hatte. Der gelernte Bankkaufmann machte innerhalb von nur anderthalb Jahren aus einem Startkapital von 25.000 Euro mehr als 3 Millionen Euro.

Sein Rezept war stets das gleiche. Er kaufte Aktien, bei denen er einen hohen kurzfristigen Kursanstieg erwartete und stieß sie vor Börsenschluss des gleichen Tages wieder ab. Oder er wettete auf einen kurzfristigen Kursverlust. Rund 12.000 Kauf- und Verkaufsaufträge platzierte er so innerhalb von 18 Monaten. Um die Kurse ständig überwachen zu können, hatte er sein Arbeitszimmer mit zahlreichen Monitoren und einer hochwertigen Computerausrüstung vollgestopft.

Aufgrund der Vielzahl der getätigten Geschäft, der Höhe des Gewinns und der professionellen Ausrüstung behandelte das Finanzamt ihn als gewerblichen Wertpapierhändler und forderte Gewerbesteuer.

Das Finanzgericht Berlin-Brandenburg hingegen entschied, dass es sich bei dem Daytrading um eine reine private Vermögensverwaltung handele. Alleine der Umfang der Aktienverkäufe könne noch kein Gewerbe begründen. Der junge Mann habe nicht für andere Personen Finanzdienstleistungen erbracht und habe auch keine Börsenzulassung. Er habe sich lediglich der Mittel bedient, die jedem anderen Privatmann ebenfalls zur Verfügung stünden (FG Berlin-Brandenburg, Urteil vom 29.8.2007, Az. 3 K 5109/03).

Seinen Ertrag von 3 Millionen Euro muss der ehemalige Bankkaufmann nach der Entscheidung zwar als Spekulationsgewinn der Einkommensteuer unterwerfen. Gewerbesteuer wird aber nicht fällig.

Das Finanzamt hat gegen dieses Urteil Revision beim BFH eingelegt (Az. X R 38/07).

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