Gezahlte Stückzinsen zwingend im Jahr der Zahlung absetzbar?

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Die beim Kauf von festverzinslichen Wertpapieren gezahlten Stückzinsen dürfen als negative Einnahmen aus Kapitalvermögen angesetzt werden. Strittig ist, ob dies im Jahr des Kaufs oder erst im Jahr der Zinsgutschrift zu geschehen hat.

Kaufen Sie festverzinsliche Wertpapiere, müssen Sie dem Verkäufer seine bis zum Kauftag angefallenen Zinsansprüche entgelten. Dafür erhalten Sie dann später die Zinsen ungekürzt für den gesamten Zinszahlungszeitraum ausgezahlt. Die dem Verkäufer entgoltenen Zinsen nennt man Stückzinsen. Mussten Sie beim Wertpapierkauf Stückzinsen zahlen, können Sie diese steuermindernd als negative Einnahmen aus Kapitalvermögen ansetzen.

Das Finanzgericht Münster hat entschieden, dass der Abzug der gezahlten Stückzinsen beim Käufer im Jahr der Zahlung erfolgen muss und nicht erst später im Jahr des Zuflusses der Wertpapierzinsen (FG Münster, Urteil vom 28.8.2008, Az. 14 K 1337/07 E, EFG 2008 S. 1882). Im Urteilsfall hatte der Anleger im Jahr 1997 Bundesschatzbriefe Typ B gekauft und die bei Erwerb gezahlten Stückzinsen von 291,67 DM erst bei Fälligkeit des Bundesschatzbriefs im Jahr 2004 von den dann ausgezahlten Nominalzinsen abziehen wollen. Da eine rückwirkende Berücksichtigung im Steuerbescheid für 1997 auch nicht mehr möglich war, blieben die gezahlten Stückzinsen steuerlich unberücksichtigt.

Steuertipp
Da der unterlegene Kläger gegen das Urteil Revision beim Bundesfinanzhof eingelegt hat, können betroffene Steuerpflichtige Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen und das Ruhen des Verfahrens unter Hinweis auf das Aktenzeichen der Revision VIII R 32/08 beantragen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass der BFH zu einer anderen Auffassung als das Finanzgericht kommt.

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